Beim diesjährigen 24h-Rennen Nürburgring sorgten neun Hersteller mit ihren GT3-Fahrzeugen für reichlich Abwechslung im Starterfeld - gesellt sich 2027 noch mindestens eine weitere Marke hinzu? Während der brandneue Toyota GR GT3 in den Startlöchern steht, tut sich auch etwas auf der anderen Seite des Globus: Der General-Motors-Konzern liebäugelt mit einem Start beim 24-Stunden-Rennen auf der berühmten Nordschleife!
Die Motorsportabteilung des US-Autobauers soll sich derzeit mit einem Nürburgring spezifischen Umrüst-Kit für seine Chevrolet Corvette Z06 GT3.R befassen. In diesem Fall könnte die GT3-Corvette auf Basis der aktuellen Serienversion C8 ab 2027 erstmals beim Eifel-Klassiker an den Start gehen.
Corvette arbeitet an Nürburgring-Kit für 2027
"Wir arbeiten derzeit an einem entsprechenden Kit", bestätigte die neue Corvette-Racing-Programmmanagerin Andrea Hidalgo gegenüber Sportscar365. "Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr einsatzbereit ist, sodass unsere Kundenteams dort starten können. Im Moment ist das selbst dann nicht möglich, wenn sie es wollten."
Damit ein von der FIA homologiertes GT3-Fahrzeug für Rennen auf der Nordschleife zugelassen werden kann, verlangt das Rundstreckenreglement des DMSB einige besondere Anpassungen. Diese beinhalten unter anderem ein elektronisches Anti-Lift-System als Erweiterung der vorhandenen Traktionskontrolle, einen kleineren Heckflügel sowie ein spezielles Tanksystem mit Klappenventil sowie Rückschlagfunktion.
"Die Vorschriften schreiben unter anderem ein bestimmtes Geräuschlimit vor", erklärte Hidalgo. "Einer der wichtigsten Punkte ist außerdem das sogenannte Anti-Lift-System. Jedes Fahrzeug, das dort startet, muss über eine Anti-Lift-Traktionskontrolle verfügen, die verhindert, dass das Auto bei Kuppen abhebt. Ein weiterer großer Punkt ist das Tanksystem." Hinzukämen technische Abnahmen und die spezielle Elektronik.

Corvette bei 24h-Rennen - nur die Nordschleife fehlt noch
Die Corvette Z06 GT3.R ist seit 2024 im weltweiten Renneinsatz und erhält für das kommende Jahr ein Evo-Paket, das sein Debüt bei den 24 Stunden von Daytona im Januar 2027 geben wird. Neben Daytona bestritten die GT3-Corvette auch die weiteren wichtigen 24h-Rennen in Le Mans sowie in Spa-Francorchamps - nur die auch in den Vereinigten Staaten bestens bekannte und gerne für die Serienentwicklung genutzte Nordschleife steht noch auf der To-Do-Liste.
Bis zum 24h-Rennen Nürburgring 2027 vom 27. bis 30. Mai am Fronleichnam-Wochenende ist es noch eine ganze Weile hin. Sollte General Motors das Nordschleifen-Kit aber wirklich bringen, müsste es weit vorher fertig sein. Interessierte Corvette-Kundenteams hätten dann die Gelegenheit, sich bei den Läufen der NLS-Breitensportserie mit der Nordschleife vertraut zu machen. Die NLS-Saison beginnt üblicherweise im März.

Wer könnte die Corvette auf der Nordschleife einsetzen?
Mit wie vielen Corvette nächstes Jahr auf der Nordschleife zu rechnen sein könnte, darauf wollte sich Hidalgo noch nicht festlegen. "Das hängt davon ab, was unsere Kundenteams machen möchten. Wie bei allem ist ein langsamer Aufbau der bessere Weg", sagte die Rennprogramm-Managerin. "Wenn wir direkt mit fünf Autos antreten würden, wäre das sicherlich eine Herausforderung. Natürlich werden wir aber jedes Team unterstützen, das dort starten möchte."
Ein potenzieller Kandidat wäre sicherlich das Team Johor Motorsports Racing (JMR), das die Corvette bereits bei den 12 Stunden von Bathurst sowie bei den 24h Spa-Francorchamps (P29, Sieg in der Pro/Am-Klasse) an den Start geführt hat. Da das Nürburgring-Rennen ebenso zur Intercontinental GT Challenge (IGTC) zählt, wird die Teilnahme für Corvette-Kundenteams umso interessanter. "In diesem Jahr hatten wir ein Team, das die IGTC bestreiten wollte - allerdings mit dem Sternchen, dass wir am Nürburgring nicht antreten dürfen", sagte Hidalgo.
Die Corvette Z06 GT3.R zählt zu den Exoten im weltweiten GT3-Reigen und kommt vornehmlich in der heimischen IMSA-Meisterschaft, in der LMGT3-Kategorie der WEC sowie in der GT World Challenge Europe zum Einsatz. Bei den 24 Stunden von Le Mans errang das Team TF Sport dieses Jahr den GT3-Klassensieg durch die Corvette-Werksfahrer Nick Catsburg, Jonny Edgar und Edel-Amateur Ben Keating.
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