Die ohnehin schon abwechslungsreiche Klangkulisse der WEC wird 2027 um eine weitere Motoren-Symphonie reicher: Ford Racing hat den Fans jetzt einen Vorgeschmack auf den Sound seines neuen LMDh-Prototypen geliefert. Am Donnerstag veröffentlichte der US-Autobauer ein Video vom erstmaligen Anlassen des Antriebsstranges im Fahrzeug.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Ford diesen Meilenstein auf dem Weg zum nächstjährigen Debüt in der Hypercar-Kategorie erreicht. Hinter dem bulligen Sound steckt ein V8-Saugmotor mit 5,4 Litern Hubraum - die Zutaten des ikonischen Coyote-Aggregats aus Dearborn, das in abgewandelter Form auch im Ford Mustang werkelt.

WEC 2027: Ford kommt mit V8-Power und Einheits-Hybrid

Mit dem 5,4-Liter-Kraftpaket spielt Ford in der ersten Reihe der Hubraum-Liga: Mehr Volumen erzeugen nur der hybridlose 6,5-Liter-V12-Saugmotor des Aston Martin Valkyrie und der Antrieb von US-Konkurrent Cadillac, das auf einen 5,5-Liter-V8-Motor setzt - entsprechender Baller-Klang inklusive. McLaren, 2027 neben Ford der zweite WEC-Neueinsteiger, wählte einen anderen Weg und hat seinem MCL-HY einen 3,0-Liter-V6-Biturbo spendiert.

Während Ford den Motor im eigenen Hause neuentwickelt hat, stammt das einheitliche Hybridsystem von Bosch und Xtrac. Als Chassispartner haben sich die Amerikaner für Oreca entschieden, das auch die LMDh-Hersteller Alpine und Genesis beliefert.

"Den Coyote-V8 erstmals in seinem vorgesehenen Fahrzeug zum Leben zu erwecken, bestätigte, dass sich die monatelange Integrationsarbeit zwischen Antriebs- und Chassis-Team ausgezahlt hat", schrieb Ford-Programmmanager Dan Sayers in einem Blog auf der Firmen-Webseite.

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Ford startet mit Testprogramm in Europa

Die ersten Strecken-Testfahrten sollen im August auf europäischen Rennstrecken beginnen, bevor die Fahrzeuge im Dezember homologiert werden. Zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt seien auch Testfahrten in den USA vorgesehen, obwohl sich Ford bislang nicht offiziell zu einem Engagement in der IMSA-Meisterschaft bekannt hat.

Ford hat für das WEC-Debüt ein eigenes Einsatzteam aufgebaut, das die Entwicklungsarbeit übernehmen wird. Wie der Ford-LMDh aussieht und welchen Namen das Fahrzeug einmal tragen wird, bleibt noch ein Geheimnis.

Mike Rockenfeller führt Ford-Sextett in WEC an

Bekannt sind unterdessen die sechs Stammfahrer für die beiden Autos: Neben dem früheren DTM-Champion Mike Rockenfeller und Ex-Formel-1-Pilot Logan Sargeant sind auch Seb Priaulx, Matt Campbell, Nick Yelloly und Tom Blomqvist mit an Bord. Campbell kommt von Porsche, Yelloly und Blomqvist von Acura nach dem bevorstehenden IMSA-Ausstieg des Honda-Ablegers.

"Natürlich stehen wir noch am Anfang und haben noch eine enorme Menge Arbeit vor uns", so Ex-Red-Bull-Mann Sayers. "Die Erkenntnisse aus Simulator und Prüfstand liefern uns zwar eine hervorragende Grundlage, doch nichts ersetzt das Gefühl, das die Fahrer tatsächlich am Lenkrad und im Sitz auf der Strecke erleben. Genau dieser Rückkopplungsprozess wird das Fahrzeug in den kommenden Monaten entscheidend weiterentwickeln."

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