Nach zwei Jahren der Spekulationen um einen Wechsel zu Mercedes haben sich die jährlichen Wechselgerüchte rund um Max Verstappen im dritten Anlauf auf ein neues Ziel eingeschossen: McLaren, verknüpft mit einem dann logischen Platztausch von Verstappen mit Oscar Piastri. Von dieser Idee will Piastri nur nichts wissen.
Immer wieder war diese Geschichte in den letzten Wochen durch das Formel-1-Fahrerlager gegeistert. In Silverstone schon hatte McLaren-Sportchef Zak Brown sich bemüht klarzustellen, dass er zwei Fahrer für 2027 unter Vertrag habe. Trotzdem kehrte keine Ruhe ein, aus allen Richtungen wurde theorisiert. Das Verstappen-Lager habe mit McLaren gesprochen, das Piastri-Lager seine Fühler nach Alternativen ausgestreckt, ein direkter Tausch - Verstappen in den McLaren, Piastri in den Red Bull - sei denkbar.
"Ich habe natürlich einiges davon gesehen, einiges davon gehört", meint Piastri am Donnerstag vor dem nächsten Formel-1-Rennen in Belgien. In den Medien. Online. Nicht vom Team, nicht von Brown, nicht von Teamchef Andrea Stella, nicht von seinem Management: "Ich fühle mich in meiner Position sehr komfortabel. Zak, Andrea, das ganze Team war sehr beruhigend, und ich ihnen gegenüber auch."
Oscar Piastri ist sich bei Formel-1-Zukunft für 2027 völlig sicher
Während Verstappen am Donnerstag in der Pressekonferenz ein unmissverständliches Bekenntnis zu Red Bull vermissen ließ, ist es Piastri ein Leichtes, die Frage zu beantworten, ob er 2027 für McLaren fahren wird: "Ja." Eine so simple Antwort, dass sie in seiner Presserunde von lautem Gelächter quittiert wird, ehe Piastri noch anfügt: "Ich wusste nicht, dass das zur Debatte stand, aber ja."
Das ist tatsächlich die klarste Aussage, die in diesem ganzen Fall bislang getätigt wurde. Piastris Manager Mark Webber hatte nach Silverstone aber auch schon gegenüber 'Racer' verdeutlicht: "Dieses Gerede, dass er Druck machen würde, um hier wegzukommen, ist Nonsens."
Damit will Piastri übrigens weder absprechen, dass er, Verstappen, oder sonst irgendjemand "Gespräche" mit einem anderen Team geführt hätte. Bloß ist "Gespräch" ein dehnbarer Begriff. Eine kurze, harmlose Interaktion mit einem anderen Team kann im kleinen F1-Fahrerlager schnell einmal aufgebauscht werden und ein Eigenleben entwickeln.
Verstappen-Gespräche mit McLaren? Für Piastri gleiche Nummer wie Mercedes
"Ich mache mir nicht wirklich Sorgen", meint Piastri so über die "Gespräche", die es angeblich zwischen Verstappen und Zak Brown gab. Eine kurze Vorsondierung der Lage wäre für ihn auch nicht verwerflich: "Für die Leute ist es wichtig zu wissen, wo die Dinge stehen, wo der Markt steht, und jede Info, die du kriegen kannst, ist gut."
So meint Piastri zu ahnen, dass hier auch dieses Jahr viel Lärm um nichts gemacht wird. Potenziell auch direkt vom Verstappen-Lager, welches Druck auf Red Bull aufbauen will: "Er ist aktuell nicht in einer guten Position, oder prüft seine Optionen. Es ist die gleiche Nummer wie letztes Jahr mit ihm und Mercedes, nichts Neues."
Die Mercedes-Spekulationen materialisierten sich nie, und Piastri geht fest davon aus, dass auch die McLaren-Spekulationen so enden werden: "Ich vertraue dem Team hier, und den Dingen, die mir gesagt wurden. Sie glauben an mich. Das ist alles, was mir wirklich wichtig ist.
Wie viel von diesen Verstappen-Gerüchten ist im dritten Jahr inzwischen primär politisches Kalkül? Formel-1-Redakteur Markus Steinrisser stellt am Rande des Spa-Wochenendes nun die unvermeidliche Frage nach dem Sinn und Zweck, und wie lange das noch tragbar sein kann:



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