Pole Position, Siege in Sprint und Grand Prix, schnellste Rennrunde - das MotoGP-Wochenende am Sachsenring stand einmal mehr im Zeichen von Marc Marquez. Mit seinem zehnten Königsklassen-Sieg in Hohenstein-Ernstthal egalisierte der Spanier nicht nur einen Uralt-Rekord von WM-Ikone Giacomo Agostini, er sendete auch eine klare Botschaft im Titelkampf. Zu keiner Zeit konnten ihn seine Rivalen ernsthaft gefährden, weshalb nach dem Sprint sogar die Vermutung aufkam, dass er wie zu besten MotoGP-Zeiten mit seinen Gegnern spielen würde. Zu Recht, wie Tom Lüthi findet. Teilen tut er diese Einschätzung aber nicht.
"Nein, er hat nicht mit den Gegnern gespielt. Das würde ich so nicht behaupten", analysiert unser Experte in der neusten Ausgabe des Interwetten MotoGP-Magazins, die ihr euch im Folgenden in ganzer Länge anschauen könnt. Neben Marc Marquez haben wir dort auch spannende Themen wie den vermeintlich völlig offenen WM-Kampf, Maverick Vinales und den nächsten Rückschlag für Marco Bezzecchi gesprochen.
MotoGP-Experte Tom Lüthi sicher: Marc Marquez hatte am Sachsenring alles unter Kontrolle
Doch zurück zu Marc Marquez. Der Ducati-Star habe am Sachsenring also nicht mit seinen Rivalen gespielt, "aber er hatte alles komplett unter Kontrolle und im Griff, das definitiv", findet Lüthi. "Nach dem Rennen hat Ai Ogura den Marc ja auch gefragt: 'Du hättest noch schneller fahren können, oder?' Der Marc hat dann zuerst ganz ernst geantwortet: 'Wir wissen es nicht.' Er hat nicht gesagt, dass er es gekonnt hätte. Aber dann musste er selbst lachen. Da war eigentlich klar zu sehen, dass er das komplett kontrolliert hat."
Möglich wurde das aber nur, weil Marquez zwei essentielle Faktoren zu Hilfe kamen. Zum einen kommt die fehlende Kraft in seiner rechten Schulter in den zahlreichen Linkskurven des Sachsenring nicht zum Tragen. Und zum anderen "ist der Sachsenring auch eine spezielle Strecke, die sehr viele langsame und technische Passagen hat". Es gebe daher kaum Platz zum Überholen, so Lüthi weiter. Und das eröffne dem Rennführenden dann die Möglichkeit, zu taktieren: "Er hat den Abstand immer so gewählt, dass er weit genug vorne ist und sich das Feld gewissermaßen auseinanderziehen kann, aber nicht so weit, dass er komplett wegfährt." Im Sprint war Bruder Alex beispielsweise meist nur wenige Zehntel entfernt. Weil Marc Marquez in den Kurven 12, 13 und 1 aber genug Reserven hatte, kam der Gresini-Pilot nie in eine Position für einen realistischen Überholversuch.

Marc Marquez mit Statement-Sieg am Sachsenring
Weil Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio im Grand Prix stürzten, hatte Marc am Sonntag dann ohnehin leichtes Spiel. Als Wendepunkt im Titelkampf der MotoGP will Lüthi den Deutschland-GP deshalb (noch) nicht verstanden sehen. Aber als Statement der Nummer 93 könne er gewiss gewertet werden: "Er wollte die 37 Punkte. Er hat im Interview auch selbst gesagt, dass das jetzt seine Chance ist. Wenn er noch um die Weltmeisterschaft mitspielen will, dann muss er am Sachsenring angreifen. Und genau das hat er gemacht."
Stimmt ihr Tom Lüthi zu oder glaubt ihr, dass Marc Marquez am Sachsenring doch mit seinen Gegnern gespielt hat? Sagt es uns in den Kommentaren!
Wieso Marc Marquez und einige andere MotoGP-Piloten glauben, dass der Rundenrekord am Sachsenring trotz vermeintlich langsamer Motorräder auch 2027 nochmal fallen könnte, erfahrt ihr derweil in diesem Artikel:



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