Zwischen Himmel und Hölle liegen manchmal nur ganz wenige Augenblicke. Diese bittere Erfahrung musste am Sonntag auch eine ehemalige Pilotin der Motorrad-Weltmeisterschaft machen. Im Donington Park sorgte Maria Herrera im Rahmenprogramm der Superbike-WM für den vielleicht kuriosesten Moment des bisherigen Kalenderjahres.
Mattia Herrera wird in Donington WorldWCR-Weltmeisterin - vermeintlich
Was war passiert? Ganz einfach: Herrera war am Sonntag mit 49 Punkten Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin im Gesamtklassement der FIM Women's Circuit Racing World Championship [kurz WorldWCR, Anm.] in das drittletzte Rennen der Saison gegangen. Würde sie vor Beatriz Neila ins Ziel kommen und dabei mindestens einen Punkt erzielen, stünde sie folglich vorzeitig als Weltmeisterin 2026 fest.

Und genau das passierte auch, zumindest vermeintlich. Herrera überquerte die Ziellinie im Donington Park als Erste, während Neila das direkte Duell auf der Strecke verlor und mit 0,126 Sekunden Rückstand nur Zweite wurde. Die Meisterschaft war damit entschieden, Herrera stand als Titelträgerin fest - so glaubten zumindest alle.
Tatsächlich lief im Hintergrund aber eine Untersuchung gegen Herrera, weil die 29-Jährige aus Spanien in der letzten Runde mit Paola Ramos kollidiert und diese daraufhin zu Sturz gekommen war. Einziges Problem: Herrera ahnte nichts vom drohenden Ärger und feierte auf der Inlap bereits ausgiebig ihre erfolgreiche Titelverteidigung. Ein goldener Helm und goldene Handschuhe wurden auf- bzw. angezogen, eine goldene '1' auf die Front des Motorrads geklebt.
Dann aber die Hiobsbotschaft: Die Stewards sahen in Herrera die Schuldige für die Kollision mit Ramos und bestraften sie mit einer Sechs-Sekunden-Zeitstrafe. Damit war die langjährige WM-Piloten, die zwischen 2013 und 2025 diverse Rennen in Moto3 und MotoE bestritt, plötzlich nur noch Zweite und noch viel wichtiger: Neila war die neue Siegerin des zweiten Rennens im Donington Park und die Weltmeisterschaft damit doch noch nicht entschieden. Herreras Jubel war also umsonst, beim letzten Event des Jahres in Jerez kann sie doch noch abgefangen werden. Zurück im Parc ferme wurde ihr die bittere Kunde unterbreitet.
Das Gute: Mit 44 Punkten Vorsprung ist ihr zweiter Titelgewinn in der WorldWCR nach 2025 wohl nur aufgeschoben. Beim Saisonfinale am Circuito de Jerez sind in zwei Rennen nämlich nur noch 50 Zähler zu vergeben. Das Schlechte jedoch: Das Event in Andalusien findet erst vom 16. bis 18. Oktober statt. Herrera muss nun also ganze drei Monate warten, um den Titelgewinn im besten Fall ein zweites Mal feiern zu können.
Nichts mit dem Rennsieg hatte am Sonntag Jorge Martin zu tun. Der Aprilia-Pilot schlägt zu Beginn der Sommerpause deshalb Alarm. Hier gibt's alle Infos:



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