Die DTM-Saison 2026 endet nun doch wie geplant an diesem Wochenende auf dem Hockenheimring, nachdem zuvor die beiden letzten Rennen über die Bühne gegangen sind und ein neuer Titelgewinner feststeht - allerdings noch unter Vorbehalt.

Das hat ein Sprecher des DTM-Promotors ADAC auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com bestätigt. Vorausgegangen war eine mögliche Berufung vor einem Gericht des Automobil-Weltverbandes FIA. Obwohl dafür aber bestehende Fristen eingehalten werden müssen. Zumindest inoffiziell wird es einen neuen Champion geben, der spätestens am Sonntag gekürt und anschließend bei einer festlichen Gala im Porsche Experience Center auf dem Hockenheimring auch geehrt wird, wie der ADAC-Sprecher betonte.

61 Tage nach Disqualifikation: DTM-Urteil da! - WEC-Krimi in Fuji (20:58 Min.)

Gang vors FIA-Berufungsgericht? GRT schweigt

Da laut dem DMSB auch am heutigen Freitag noch kein schriftliches Urteil des deutschen Berufungsgerichts vorlag, werden GRT-Teamchef Gottfried Grasser und sein Anwalt Dr. Thomas Fleischer wohl auch erst tätig, wenn das schriftliche Urteil des DMSB-Berufungsgerichts vorliegt. Erst dann beginnt die Sieben-Tages-Frist, in der die betroffene Partei (Grasser Racing Team) gegen die Entscheidung des deutschen Berufungsgerichts bei der FIA vorgehen kann.

Ob das Grasser-Team tatsächlich den Weg nach Paris zum FIA Court of Appeal antritt, bleibt unbekannt. Einen umfangreichen Fragenkatalog von Motorsport-Magazin.com ließ der Rennstall aus Österreich bis heute unbeantwortet.

Von Berufung zu Berufung: Ist das Grasser-Vorgehen überzogen?

Zudem gilt zu berücksichtigen, dass GRT die Möglichkeit hat, die Berufung bei der FIA im 'Sinne des Sports' fallen zu lassen, oder das Verfahren bis zur letzten Instanz durchzuziehen, was im Fahrerlager durchaus kritisch gesehen wird.

Etliche Beteiligte und auch Experten halten das berechtigte Vorgehen von Grasser für überzogen, weil er damit nicht nur dem Motorsport selbst, sondern auch dem DTM-Promotor ADAC sowie Fahrern und Teams vermeintlich schadet, weil sich der Vorfall nun schon seit acht Wochen hinzieht und ein Ende des Verfahrens aktuell nicht in Sicht ist...

Mirko Bortolottis DTM-Disqualifikation: Ablauf der Ereignisse

DatumEreignis
26. Juli 2026Bortolotti gewinnt DTM-Sonntagsrennen in Oschersleben
13. August 2026Sportkommissare disqualifizieren Bortolotti nachträglich
17. August 2026GRT reicht fristgerecht Berufung gegen Disqualifikation ein
04. September 2026GRT reicht schriftliche Begründung für Berufung ein (inkl. Fristverlängerung)
25. September 2026DMSB-Berufungsgericht bestätigt Bortolottis Disqualifikation

DTM-Champion wird in Hockenheim gekrönt - Fans feiern mit

Zumindest tausende Fans dürften sich mit den Top-3 der Gesamtwertung freuen, denn dank einer besonderen Aktion der Verantwortlichen haben sie sich für interessierte Zuschauer etwas Spezielles einfallen lassen: Nach dem Zieleinlauf des zweiten DTM-Rennens am Sonntag gegen 18:30 Uhr dürfen sie erstmals in der Geschichte der DTM an der Sieger- und Meister-Ehrung direkt unter dem Sieger-Podium als Zuseher teilnehmen.

Dafür wurde extra der gesamte Zeitplan für alle Sonntagrennen (ADAC GT Masters, BMW M2 Cup, ADAC GT4 Germany, Porsche Carrera Cup Deutschland und zum krönenden Abschluss die DTM) angepasst.

DTM am Hockenheimring
Die verbliebenen Titelanwärter in der DTM-Saison 2026, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography

GRT-Berufung aus Sicht des DMSB abgeschlossen

Auch für den Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) ist der Vorfall mit dem GRT-Team und dessen Fahrer, Ex-Champion Mirko Bortolotti, abgeschlossen, wie ein DMSB-Sprecher nach einem Urteil des deutschen Berufungsgerichts inzwischen ebenfalls offiziell bestätigt hat.

"Die Berufung gegen die von den Sportkommissaren nachträglich ausgesprochene Disqualifikation vom Sonntagrennen in Oschersleben wegen eines Verstoßes gegen Artikel 5.1 Sportliches Reglement wurde vom DMSB-Berufungsgericht abgewiesen", hieß es in einem Statement des DMSB.

Der Grund für Bortolottis Disqualifikation, die mehr als zwei Wochen nach dem Rennen in Oschersleben erfolgte: Eine technische Routine-Nachkontrolle ergab, dass ein Radlager seines Lamborghini Temerario GT3 nicht der DTM-Homologation entsprach. Das bedeutete einen Verstoß gegen Artikel 5.1 des Sportlichen Reglements, wonach alle Autos vollumfänglich der FIA-GT3-Homologation sowie vorrangig der zusätzlichen DTM-GT3-Homologation entsprechen müssen.

Das GRT-Team hatte nach Informationen von Motorsport-Magazin.com angeblich zwar ein Radlager desselben Herstellers wie in der DTM-Homologation angegeben verwendet, die dort angebrachten Ringe zur Schmutzabweisung aber bearbeitet, um einen Reibungseffekt an dieser Stelle zu vermeiden.

Thomas Preining auf dem Weg zum zweiten DTM-Titelgewinn

Das nach der Disqualifikation neu erstellte Ergebnis des Sonntagrennens in Oschersleben wurde damit offiziell bestätigt. Bedeutet konkret: Als finaler Sieger des 14. Saisonrennens der DTM wird Maro Engel gewertet. Der Punktestand in der Meisterschaft bleibt somit unverändert.

Der Winward-Mercedes-Pilot reist mit 23 Zählern Rückstand (174:193) auf DTM-Spitzenreiter Thomas Preining (Manthey-Porsche) zum Saisonfinale an den Hockenheimring (09.-11. Oktober 2026). Auch Marco Wittmann (Schubert-BMW / Dritter mit 173 Punkten), Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf / Vierter mit 162), Matteo Cairoli (Emil Frey-Ferrari / Fünfter mit 150), und Nicki Thiim (Comtoyou-Aston Martin / als Sechster mit 147) haben zumindest noch theoretische Titelchancen.

In den beiden letzten Rennen werden noch jeweils 28 Punkte und damit insgesamt 56 Zähler vergeben. Porsche-Werksfahrer Preining reicht unter Umständen schon Rang 13 am Samstag, um von seinen verbliebenen fünf Titel-Kontrahenten nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden zu können. Damit würde sich der Österreicher zum zweiten Mal nach 2023 in der Siegerliste verewigen.

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