Zwei Monate und drei Tage ist es her, seit Isack Hadjar das letzte Mal in einem Formel-1-Auto saß. Eine Verletzung am Handgelenk, die er sich in der Sommerpause zuzog, verhinderte seinen Antritt in Zandvoort, Monza und Madrid. Bei seinem Comeback in Baku sprach er nun erstmals darüber, was genau ihn für drei Grands Prix außer Gefecht setzte.
"Ich habe eine kleine Fraktur an der Außenseite meines Handgelenks", verrät Hadjar. In der FIA-Pressekonferenz zum Aserbaidschan-GP trägt er links eine kleine, stabilisierende Bandage. Damit hat er die Schiene abgelegt, mit der er bei den letzten drei Rennen im Fahrerlager anzutreffen war. Die Verletzung hatte er sich beim Boxtraining zugezogen. "Das nächste Mal werde ich vorsichtiger sein und meine Hand besser einbinden."
Weder Red Bull noch Hadjar selbst wollten seine Rückkehr hinters Lenkrad überstürzen, doch ganz abgeheilt dürfte die Verletzung noch nicht sein. "Es ist ein ziemlich langer Prozess. Ich habe keine Operation gebraucht. Es ist also alles natürlich, aber das braucht Zeit", erklärt der junge Franzose seine fast sechswöchige Abwesenheit.

Handgelenk noch nicht fit? Red Bull testet im Simulator
Nach Frakturen sind Handgelenke meist erst nach zwölf Wochen wieder voll belastbar, Leistungssport darf in der Regel erst nach sechs Monaten betrieben werden. Hadjar stellt sich daher auf einen unangenehmen Triple-Header (Aserbaidschan, Malaysia, Singapur) ein.
"Es wird noch länger schmerzhaft sein", gibt er zu. "Aber es hieß, dass mein Gelenk stark genug ist, um den Bewegungen und der Belastung standzuhalten. Es ist heil genug, um zu fahren. Das ist das Einzige, was ich wissen muss." Um den richtigen Zeitpunkt für sein Renncomeback zu bestimmen, holte er sich auch Rat von MotoGP-Superstar Marc Marquez.
Wie Red Bull bereits ankündigte, wird Hadjar nicht ohne Testlauf zurück in den RB22 gesetzt. Er absolvierte vorher einige Runden im Simulator in Milton Keynes. "Es ist gut gelaufen", erzählt Hadjar. "Es herrschen fast identische Bedingungen wie im Cockpit. Also wenn es im Simulator geht, dann sollte ich mit dem Adrenalin auf der Strecke durchkommen", lautet sein Gedankengang.
Hadjar: Ohne Rennfahren ist Leben geschmacklos und öde
Hadjar weiß aber selbst, dass Baku eine herausfordernde Strecke ist, um zurückzukommen. Mit 20 Kurven und sechs harten Bremspunkten wird es eine enorme Belastung für sein Handgelenk. Doch das nimmt er gerne in Kauf, denn ein großer Faktor bei seiner schnellen Rückkehr war seine Langeweile.
"Wenn du vom Rennfahren zurücktrittst, merkst du erst, wie geschmackslos und öde das Leben ist", beschreibt der 21-Jährige. "Der Wettbewerb, der Druck und die Kämpfe auf der Strecke – das alles hat mir so gefehlt. Es waren frustrierende Wochen. Deswegen freue ich mich jetzt schon sehr, wieder mitmischen zu können."
Liam Lawson, der in seiner Abwesenheit seinen Sitz gewärmt hat und dabei 14 Punkte sammelte, bekommt Lob von seinem ehemaligen Teamkollegen: "Er hat es sehr gut gemacht und uns gutes Feedback gegeben. Es ist interessant, einen Fahrer eines anderen Teams bei uns zu haben. Dadurch kann er die Schwächen unseres Autos analysieren, auch wenn der RB22 stärker ist als der VCARB 03", meinte Hadjar, wollte aber nicht weiter ins Detail gehen.
Für sein erstes Rennen seit Ungarn nimmt er sich nicht zu viel vor: "Das Auto ist wettbewerbsfähig. Ich will einfach nur dabei sein und mit den Jungs vorne kämpfen. Das ist alles." Mit Sicherheit will er seine Punkteserie nach seiner Pause weiterführen. Seit Monaco kam Hadjar in jedem Grand Prix unter den Top 10 über die Ziellinie. Dadurch bewies er Red Bull, dass er der richtige Mann an Max Verstappens Seite ist, weswegen sein Vertrag für nächstes Jahr verlängert wurde. Alle Details dazu gibt es im folgenden Artikel:



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