Bereits im Vorfeld des Aserbaidschan-GP bezeichnete sich Esteban Ocon für die Saison 2027 als "Free Agent", sprich vertragslos. Nun folgte die offizielle Bestätigung seitens des Rennstalls: "Das TGR Haas F1 Team und Esteban Ocon werden sich am Ende der FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2026 trennen", heißt es knapp in der Pressemitteilung am Mittwoch.

Gänzlich überraschend kommt dieser Schritt nicht. Ocon war zur Saison 2025 zu Haas gestoßen, um als erfahrener Pilot eine konstante Referenz für Rookie Oliver Bearman zu bieten - eine Rolle, die man seinem Vorgänger Kevin Magnussen nicht mehr vollumfänglich zugetraut hatte. Doch der einstige Mercedes-Zögling geriet im teaminternen Duell zunehmend unter Druck, was 2026 auch an mysteriösen Grip-Problemen seines Wagens lag.

Internes Haas-Duell: Esteban Ocon vs. Oliver Bearman

  • Qualifying: 5:10 für Bearman
  • Sprint-Qualifying: 2:3 für Bearman
  • Rennen: 6:8 für Bearman
  • Sprint: 3:2 für Ocon

"Ich möchte Esteban für alles danken, was er seit seinem Eintritt im Jahr 2025 für das Team geleistet hat. Seine Professionalität und sein Engagement waren sehr wertvoll, während wir uns als Organisation weiterentwickeln", wird Teamchef Ayao Komatsu zitiert. Dennoch hielten sich zuletzt hartnäckig Gerüchte über Spannungen zwischen ihm und dem Franzosen. Berichte über einen Streit im Vorfeld des Kanada GP wies Komatsu zwar als "absoluten Schwachsinn" zurück, deutete jedoch im Rahmen des Rennwochenendes in Madrid bereits personelle Veränderungen an.

Formel 1 2027: Kommt jetzt Rafael Camara?

"Wir befinden uns in einer glücklichen Situation. So viele Fahrer haben ein Interesse an unserem Cockpit. Fünf sind es", so Komatsu, ohne Namen zu nennen. Im Paddock gilt derzeit Rafael Camara, Pilot aus dem Nachwuchsprogramm von Haas-Motorenpartners Ferrari, als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf die Ocon-Nachfolge. Eine Bestätigung für das zweite Cockpit steht bislang aus. Bezüglich der laufenden Entwicklung betont Komatsu die verbleibende Zusammenarbeit.

"Estebans Erfahrung und seine Impulse waren bei der Entwicklung des VF-26 von großer Bedeutung. Es liegen noch viele Rennen vor uns, und unser Fokus bleibt darauf gerichtet, bis zum Saisonfinale das Maximum herauszuholen", sagte Komatsu. Ocon selbst gab sich bereits in Baku - trotz des bevorstehenden Abschieds - selbstbewusst.

"Ich gehöre zu den Besten da draußen. Ich bin gegen alle gefahren und war immer ganz vorne mit dabei oder habe die Meisterschaften gewonnen, an denen ich teilgenommen habe", betonte der Franzose, der in 195 GP-Starts einmal gewann (Ungarn GP 2021) und insgesamt vier Podiumsplätze einfuhr. Tatsächlich setzte sich Ocon 2014 in der europäischen Formel 3 gegen Max Verstappen durch und sicherte sich den Titel. Während Verstappen jedoch bereits 2015 sein F1-Debüt bei Toro Rosso gab, führte Ocons Weg über die GP3-Meisterschaft und Testfahrer-Rollen 2016 schließlich in die Königsklasse.

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Was bedeutet das Haas-Aus für Ocons F1-Zukunft?

Für Ocon sieht es auf dem Fahrermarkt für 2027 derzeit äußerst düster aus. Gerade erst verkündete Fernando Alonso seine Vertragsverlängerung bei Aston Martin; da auch Lance Stroll gesetzt ist, bleibt im Team von Adrian Newey kein Platz frei. Die Top-Teams sind langfristig besetzt. Bei den Racing Bulls muss sich Liam Lawson allenfalls gegen Formel-2-Titelanwärter Nikola Tsolov behaupten. Bei Alpine besitzt Franco Colapinto zwar einen Vertrag bis 2027, bekleckerte sich in Baku jedoch nicht mit Ruhm.

Pierre Gasly sitzt ebenso wie die Fahrerduos von Audi und Williams fest im Sattel. Lediglich bei Cadillac herrscht ein gewisser Spielraum, wenngleich Sergio Pérez in Belgien betonte, über einen Zweijahresvertrag zu verfügen. Ähnliches gilt für Valtteri Bottas. Sollte dort wider Erwarten ein Cockpit frei werden, gilt Ex-IndyCar-Pilot Colton Herta als erster Anwärter.

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