Der Formel 1 droht bei ihrer Rückkehr nach Malaysia die nächste Hitzeschlacht. Nach neun Jahren Pause kehren die Teams auf den Sepang International Circuit zurück, der kurzfristig als Austragungsort für den Bahrain Grand Prix eingesprungen ist. Allein die Tatsache, dass das bislang letzte F1-Rennen in Sepang 2017 stattfand – zu einer Zeit, als sich Fahrzeuge und Reifen noch deutlich von der heutigen Generation unterschieden –, stellt Teams und Fahrer vor eine besondere Herausforderung.
Zusätzlich hat die Rennleitung offiziell eine Hitzewarnung ausgerufen. Es ist nach Österreich und Italien bereits das dritte Mal in dieser Saison, dass die Einstufung "Heat Hazard" greift. "Gemäß Artikel B1.5.10 des Reglements wird für diese Veranstaltung eine Hitzegefahr ("Heat Hazard") ausgerufen, nachdem der offizielle Wetterdienst eine Prognose übermittelt hat, wonach der Hitzeindex während des Rennens zeitweise über 31,0 °C liegen wird", heißt es in der offiziellen FIA-Mitteilung.

Für die Teams bedeutet die Warnung, dass der Einbau des vorgeschriebenen Fahrer-Kühlungssystems für das gesamte Wochenende verpflichtend ist. Das System pumpt eine Kühlflüssigkeit durch eine spezielle Weste mit integrierten Schläuchen. Ob die Piloten die Kühlweste im Rennen tatsächlich tragen, bleibt ihnen selbst überlassen – im Paddock gehen die Meinungen zur Effizienz der Kühlwesten nach wie vor auseinander.
Bei ausgerufenem "Heat Hazard" erhöht sich auch das Mindestgewicht der Boliden: Für das Qualifying erhöht sich die Grenze um zwei Kilogramm, für das Rennen um fünf Kilogramm. Darin inbegriffen ist auch ein halbes Kilogramm an Zusatzballast für alle Fahrer, die auf die Nutzung der Kühlschläuche verzichten. Die Hitzewarnung wurde 2025 nach der extremen Hitzeschlacht von Katar 2023 eingeführt, wo mehrere Fahrer aufgrund der hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit an die Grenzen ihrer physischen Belastbarkeit kamen.
Wetterprognose: So wird das Wetter beim Bahrain GP in Malaysia
- Freitag (Freies Training): Bei hoher Luftfeuchtigkeit bewegen sich die Lufttemperaturen zwischen 23 °C und 32 °C, wobei der Hitzeindex bis auf 37 °C klettern kann. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent. Die Streckentemperatur könnte in der Spitze bis zu 54 °C erreichen, was die Reifen stark fordert. Der Wind weht leicht bis mäßig mit durchschnittlich 5,4 km/h, Böen können bis zu 21,6 km/h erreichen.
- Samstag (Qualifying): Erwartet werden Temperaturen zwischen 24 °C und 32 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 86 Prozent (Hitzeindex ca. 36 °C). Das Regenrisiko beträgt 40 Prozent, bei Böen von bis zu 27 km/h. Die Streckentemperatur dürfte erneut die 53-Grad-Marke erreichen.
- Sonntag (Rennen): Am Rennsonntag steigen die Tagestemperaturen auf rund 31 °C (Hitzeindex ca. 35 °C). Die Regenwahrscheinlichkeit sinkt leicht auf 30 Prozent. Bei schwachem Wind sind Streckentemperaturen von bis zu 46 °C vorhergesagt, was sowohl für die Fahrer als auch für die Reifen eine zusätzliche Herausforderung darstellen dürfte.

Der Sepang International Circuit wurde in den vergangenen Jahren in Teilen überarbeitet. Bereits 2023 wurde der Abschnitt zwischen den Kurven 6 und 12 neu asphaltiert sowie Optimierungen an Kurve 9 vorgenommen. Dennoch entsprechen die Grip-Eigenschaften des Belags nach Analysen der Pirelli-Ingenieure im Wesentlichen dem Charakter von 2017.
Zuletzt wurden Anfang September zusätzliche Nivellierungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt, um Unebenheiten im Asphalt vor dem Grand-Prix-Wochenende zu beseitigen. Für die Rückkehr nach Kuala Lumpur hat Pirelli die Mischungen C2 (Hard), C3 (Medium) und C4 (Soft) ausgewählt, die als Hard, Medium und Soft zum Einsatz kommen.
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