Porsche peilt seinen dritten aufeinanderfolgenden Fahrer-Titel in der IMSA-Meisterschaft an und greift dafür auf unübliche Maßnahmen zurück. Für das vorletzte Saisonrennen in Indianapolis am 20. September 2026 wechselt Laurin Heinrich in den #6 Werks-Porsche 963. Der gebürtige Kürnacher ersetzt Stammpilot Laurens Vanthoor an der Seite von Kevin Estre.

Heinrich, der zum Saisonbeginn die 24 Stunden von Daytona sowie die 12h Sebring im #7 Werks-Porsche gewann und anschließend zum Kundenteam JDC-Miller Motorsports wechselte, hat die besten Titelchancen aus dem Reigen der Zuffenhausener. Der 24-Jährige belegt zwei Rennen vor Schluss den zweiten Gesamtplatz mit 118 Punkten Rückstand auf Cadillac-Spitzenreiter Jack Aitken.

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IMSA-Rennen in Indianapolis: Heinrich im Werks-Porsche

Die Porsche-Verantwortlichen rechnen Heinrich im Werksauto offenbar bessere Chancen auf eine dicke Punkteausbeute aus als im Kunden-963. "Wir wollen Laurin Heinrich im Kampf um den IMSA-Fahrertitel die bestmögliche Chance geben, und wir glauben, dass dies der beste Weg dafür ist", sagte Porsches LMDh-Werksleiter Urs Kuratle. "Wir danken Laurens Vanthoor für sein Verständnis in dieser außergewöhnlichen Situation."

Heinrichs Sitz im JDC-Porsche übernimmt stattdessen der etatmäßige Formel-E-Fahrer Nico Müller. Der zweifache DTM-Vizemeister aus der Schweiz kennt das Team bereits und wechselt sich mit Stammfahrer Tijmen van der Helm am Steuer ab. Dazu sei angemerkt: JDC-Miller startet mit einem Porsche 963 auf dem Stand des Vorjahres und fährt mit einer anderen BoP als die überarbeiteten Werks-Autos. Heinrich gelang auch im JDC-Porsche ein Sieg in Laguna Seca.

Heinrich ersetzt McLaren-Wechsler Laurens Vanthoor

Heinrich kann sich in Indianapolis schon einmal an seinen künftigen Arbeitsplatz gewöhnen. Seit längerer Zeit steht fest, dass er 2027 anstelle von Vanthoor den #6 Penske-Porsche neben Estre übernehmen wird. Vanthoor bestreitet nächstes Jahr nur noch die langen IMSA-Rennen als dritter Porsche-Fahrer und startet obendrein für Neueinsteiger McLaren in der WEC.

Für Vanthoor und Estre verlief die diesjährige IMSA-Saison - ihre erste gemeinsame nach Porsches WEC-Ausstieg - nicht wie erhofft. Das bockstarke Duo belegt nur den siebten Patz in der Gesamtwertung und hat keine Chancen mehr auf den Titelgewinn. Ihre Teamkollegen Felipe Nasr und Julien Andlauer im #7 Porsche sind nach dem überragenden Saisonstart auf den vierten Gesamtplatz abgerutscht.

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Laurin Heinrich: Porsches Supertalent kämpft um IMSA-Titel, Foto: Porsche AG/Jürgen Tap

Vanthoor macht "gerne Platz" für Titelanwärter Heinrich

"Leider ist die aktuelle Saison mit unserem Auto mit der Startnummer 6 nicht so verlaufen, wie wir es uns erhofft hatten", sagte Vanthoor. "Nach dem Unfall beim vergangenen Rennen in Road America haben wir keine Chance mehr auf die Meisterschaft. Da Laurin der bestplatzierte Porsche-Fahrer in der Meisterschaft ist, mache ich gerne Platz, um ihm die Möglichkeit zu geben, unser Auto zu fahren und seine Chancen zu maximieren."

Heinrich, der bislang drei Rennen gewann und in Watkins Glen sowie auf der Road America aufs Podest fuhr, bedankte sich bei Porsche und Markenkollege Vanthoor: "Ich weiß, dass diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist, und ich habe großen Respekt vor Laurens Vanthoor dafür, dass er seinen Platz freimacht, um mir die bestmöglichen Chancen auf unser großes Ziel zu ermöglichen." Vanthoor soll zum Saisonfinale auf der Road Atlanta wieder ins Geschehen eingreifen.

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