Vorgestellt wurde der GMC Hummer X zur Eröffnung des neuen Advanced Design Studios von General Motors in Pasadena, Kalifornien. Das Fahrzeug erscheint gleich in zwei Varianten – als Pickup und als SUV – und ist ausdrücklich nicht für die Serienproduktion vorgesehen. Genau darin liegt sein Reiz: Der Hummer X dient als Testfeld für Technologien, Fertigungsmethoden und Nutzungsideen, die weit über dieses einzelne Fahrzeug hinausweisen. Laut General Motors soll das Konzept vor allem vier Leitideen zusammenführen: Rekonfigurierbarkeit, Geländetauglichkeit, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit.
Flex Fab ist der eigentliche Star dieses Konzepts
Technisch kreist vieles um ein Verfahren namens Flex Fab. General Motors beschreibt es als flexible Metallfertigung für kleine Stückzahlen ohne klassische Presswerkzeuge – ein Ansatz, der in seiner Logik an 3D-Druck erinnert, aber auf Karosseriebau zielt. Verschiedene Aufbauten sollen auf denselben Anlagen entstehen können, schneller und in kleineren Losgrößen als bisher.

Sichtbar wird das auch im Design: flächige Formen, gerundete Kanten, lasergeschweißte Nähte und offen gezeigte Präzisionsschrauben machen keinen Hehl daraus, dass hier die Konstruktion Teil der Erzählung ist. Nach Unternehmensangaben bestehen 57 Prozent der Komponenten beider Varianten aus Flex-Fab-gefertigten Teilen.
Ernstfall Gelände: Die Technik ist mehr als nur Kulisse
Dass der Hummer X kein bloßes Showcar sein will, zeigt die Offroad-Konfiguration. Je nach Variante kommen 35- oder 37-Zoll-Reifen von Goodyear, Beadlock-Felgen, Multimatic-Stoßdämpfer und abnehmbare Kotflügelverbreiterungen zum Einsatz. Die SUV-Version erreicht 334 Millimeter Bodenfreiheit sowie Böschungswinkel von 44 Grad vorne und 46 Grad hinten.
Der Pickup liegt bei 317 Millimetern Bodenfreiheit, 41,5 Grad Böschungswinkel vorne und 29,7 Grad hinten, bringt dafür aber den längeren Radstand mit.
Zusammen mit dem tiefen Schwerpunkt deutet das auf ein Konzept, das extreme Verschränkung, Kletterpassagen und schnelle Lastwechsel zumindest mitdenkt – auch wenn GM bislang keine Angaben zu Batteriekapazität, Reichweite oder Leistung macht.
Ein Cockpit, das sich dem Einsatz anpassen soll
Auch der Innenraum folgt nicht der Logik eines fertigen Serienautos. Statt eines fest definierten Cockpits setzt das Konzept auf stapelbare Displays, die sich je nach Einsatz neu anordnen lassen – für Trailbetrieb, Geländefahrt oder längere Straßenetappen.

Dazu kommt mit dem Hummer HUB ein digitales Ökosystem, das Fahrerinnen und Fahrer vor, während und nach Ausfahrten vernetzen soll. Besonders futuristisch wirkt die gedachte Drohnenanbindung: Sie soll das Gelände voraus erkunden, Daten in Echtzeit an das Fahrzeug senden und sich anschließend selbstständig wieder andocken. General Motors versteht den Innenraum damit eher als anpassbare Arbeitsfläche denn als starres Interieur.
Nachhaltigkeit heißt hier vor allem: zerlegen statt verkleben
Bemerkenswert ist, dass Nachhaltigkeit beim Hummer X nicht über Schlagworte, sondern über Konstruktionsdetails verhandelt wird. Wo immer möglich, verzichtet das Konzept auf Klebstoffe und setzt stattdessen auf Schnappverbindungen sowie mechanische Befestiger. Das erleichtert Demontage, Reparatur und Wiederverwertung.
Teile des Innenraums, etwa Rücksitzlehnen, Kopfstützenrückseiten und Endstücke des Armaturenbretts, bestehen laut General Motors aus recycelten Fahrzeugverkleidungen. Bauteile sollen sich austauschen, weiterverwenden und in eine Kreislaufwirtschaft zurückführen lassen. Das passt zu einem Fahrzeug, das seine Nutzer eher als Umbauer und Mitgestalter denkt als als klassische Käufer.

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