Die neue Automarke Freelander will nach Europa expandieren. Hinter dem Projekt stehen der chinesische Automobilhersteller Chery und Jaguar Land Rover (JLR). Als erstes Modell ist der Freelander 8 vorgesehen, ein großes SUV mit Plug-in-Hybrid-Antrieb und elektrischem Allradantrieb. Die Markteinführung erfolgt in mehreren Etappen und überrascht: Kontinentaleuropa soll vor Großbritannien und Irland an die Reihe kommen.
Markteinführung in drei Phasen
Freelander plant den internationalen Vertrieb schrittweise. Zunächst soll die Marke in den Vereinigten Arabischen Emiraten starten und anschließend weitere Märkte im Nahen Osten und in Nordafrika erschließen. Auch zusätzliche Länder mit Linkslenkung sind für diese erste Phase vorgesehen.

Danach folgen Märkte mit Rechtslenkung. Dabei stehen zunächst Australien und Neuseeland im Mittelpunkt. In der dritten Phase ist die Einführung in Kontinentaleuropa geplant, unter anderem in Deutschland, Italien, Belgien, der Schweiz, den Niederlanden und Spanien. Großbritannien und Irland sollen anschließend folgen.
Für die einzelnen europäischen Länder gibt es noch keine konkreten Starttermine. Auch Preise, Vertriebswege und die endgültigen technischen Daten der jeweiligen Marktversionen stehen noch aus. Der Auftakt der internationalen Expansion ist für die Vereinigten Arabischen Emirate im ersten Quartal 2027 vorgesehen.

Freelander 8: Über 600 PS aus einem Plug-in-Hybrid
Das erste Modell der neuen Marke ist ein SUV mit mehr als fünf Metern Länge. Für internationale Märkte wurde der Freelander 8 mit fünf und sechs Sitzplätzen vorgestellt. Der Antrieb kombiniert einen 2,0-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren und einer Batterie mit 34,12 kWh Kapazität.
Die Systemleistung beträgt laut Hersteller bis zu 460 kW (625 PS), das maximale Drehmoment 662 Nm. Der elektrische Allradantrieb soll eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,8 Sekunden ermöglichen. Rein elektrisch sind im kombinierten Fahrzyklus bis zu 110 Kilometer vorgesehen. Die Gesamtreichweite mit vollem Tank und geladener Batterie gibt der Hersteller mit bis zu 886 Kilometern an.

Die Batterie lässt sich laut Hersteller mit Gleichstrom innerhalb von rund 20 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden. An Wechselstrom sind bis zu 11 kW möglich.
Auch für den Geländeeinsatz ausgelegt
Neben dem Antrieb soll die Fahrwerkstechnik den Einsatz abseits befestigter Straßen ermöglichen. Der Freelander 8 verfügt über eine Luftfederung mit zwei Kammern und eine elektronisch geregelte Dämpfung. Die maximale Bodenfreiheit beträgt nach Herstellerangaben 266 Millimeter. Ein System zur Steuerung der Traktion und neun Fahrprogramme sollen die Anpassung an unterschiedliche Untergründe erleichtern. Dazu zählt ein Sandmodus.
Chery und JLR teilen sich die Aufgaben
Der Name Freelander ist nicht neu. Von 1997 bis 2015 bot Land Rover unter dieser Bezeichnung ein SUV an. Das neue Projekt ist jedoch kein direkter Nachfolger des damaligen Modells, sondern eine eigenständige Automarke.

Jaguar Land Rover stellt den Namen bereit und verantwortet die gestalterische Ausrichtung. Chery übernimmt die technische Entwicklung und die Produktion in China. Die neue Marke soll eigenständig auftreten und sich preislich von den höher positionierten Modellen von Land Rover unterscheiden.
Für JLR bedeutet das, den Namen Freelander außerhalb der bisherigen Modellpalette weiterzuverwenden. Chery kann wiederum auf die Bekanntheit des Namens und die britischen Designwurzeln zurückgreifen. Wie die Marke in Europa positioniert wird, dürfte sich allerdings erst mit der Bekanntgabe von Preisen und Vertriebsstrukturen genauer beurteilen lassen.



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