Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) ist in DTM-Rekordzeit zur Pole Position auf dem Norisring gestürmt! Der Däne setzte sich im zweigeteilten Qualifying auf dem berühmten Stadtkurs in Nürnberg durch und nimmt das Samstagsrennen (heute um 13:30 Uhr live auf ProSieben) vom ersten Startplatz in Angriff.
Thiim und Norisring - das passt! 2024 hatte der Rennfahrersohn entlang des Dutzendteichs seine erste Pole und anschließend den ersten Sieg erzielt, damals noch im Lamborghini. Seit dieser Saison sitzt der 37-Jährige erstmals im ihm bestens vertrauten Aston Martin Vantage GT3 und liefert konstant ab. Thiim errang bereits seine zweite Pole in diesem Jahr.
Nicki Thiim stürmt zur Pole Position am Norisring
Im heutigen Qualifying startete Thiim in der Gruppe 2 mit zehn Autos. Sechs Minuten vor dem Ende der 20-minütigen Session übernahm er erstmals die Führung und legte in der Folge beeindruckend nach: Thiim unterbot seine persönliche Bestzeit zwei weitere Male und verteidigte die Spitze souverän. In 48.522 Sekunden stellte der Aston-Martin-Werksfahrer zudem einen neuen GT3-Qualifying-Rekord auf.
"Ich liebe es, hier auf dem Norisring loszuballern", sagte Thiim in seiner typischen Art. "Zwei, drei Mal hab' ich die Wand berührt, aber das gibt ein bisschen den Kick! Das muss schon Schläge geben, immer am Limit! Auf dem Papier sieht die Strecke einfach aus, aber das ist schon eine Challenge." Thiim kann sich nun gute Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg ausrechnen, nachdem er zuletzt am Lausitzring den sichergeglaubten Triumph wegen einer unglücklichen Full-Course-Yellow-Phase verloren hatte.
Thiim besiegt Engel im Qualifying-Fernduell
Weil Thiim in Gruppe 2 die schnellste Zeit des gesamten Qualifyings erzielte, darf er von der Pole Position starten. Seine Bestzeit (48.449 Sekunden) war zwei Hundertstelsekunden schneller als die beste Runde von Maro Engel (Winward-Mercedes), der sich zuvor in der Quali-Gruppe 1 durchgesetzt hatte. Der Mercedes-Pilot startet deshalb vom zweiten Startplatz aus der ersten Reihe.
Engel und AMG-Markenkollege Jules Gounon hatten in Gruppe 1 eine ungewöhnliche Strategie gewählt und schon früh erste Runden abgespult, während die anderen Fahrer in der Box auf bessere Streckenbedingungen warteten. Dabei gelang jedoch keinem der beiden Mercedes-Piloten eine konkurrenzfähige Zeit.
Engel kehrte später mit dem gleichen Reifensatz noch einmal ins Geschehen zurück und brannte in der Schlussminute seine persönliche Bestzeit in den Asphalt. "Für alle ist es schwierig, die Reifen richtig reinzubringen, weil der Asphalt sehr glatt ist", sagte der amtierende 24h-Nürburgring-Sieger. "Wir haben die Strategie gewählt, die für uns am besten ist."
Trend fortgesetzt: Ford und McLaren in Startreihe zwei
Arjun Maini (HRT-Ford) und Ben Dörr (Dörr-McLaren) konnten ihre zuletzt starke Form auf den Norisring übertragen und belegten die Positionen drei und vier. Lausitzring-Polesetter Maini war in Gruppe 2 nur eine Hundertstelsekunde langsamer als Thiim und nimmt demnach den dritten Platz in der Startaufstellung ein, in der die Fahrer abwechselnd nach ihren Gruppen-Ergebnissen aufgereiht werden.
Dörr, der in der Lausitz seinen ersten DTM-Sieg feierte, war Engel in Gruppe 1 ebenfalls um eine Hundertstel unterlegen. "Ein bisschen ärgere ich mich, es war so knapp", sagte er. "Aber Maro hat das gut zusammengebracht. Eigentlich ist das die schlechteste Strecke für uns im Kalender. Wir brauchen eher flüssige Strecken mit sauberem Asphalt und wenigen Bodenwellen. Deshalb bin ich happy, dass wir Fortschritte gemacht haben."
Der amtierende Vizemeister Lucas Auer (Landgraf-Mercedes, Drittschnellster in Gruppe 2) und Jules Gounon (Winward-Mercedes, Drittschnellster in Gruppe 1) folgten auf den Plätzen fünf und sechs. Dahinter lagen die Youngster Tom Kalender (Landgraf-Mercedes, Viertschnellster in Gruppe 2) und Finn Wiebelhaus (HRT-Ford, Viertschnellster in Gruppe 1) auf den Positionen sieben und acht. Damit fuhren alle vier Mercedes-AMG GT3 sowie beide Ford Mustang GT3 Evo in die Top-8 der Startaufstellung.
Porsche-Trio geht nach Spa-Sieg am Dutzendteich baden
Maximilian Paul (GRT-Lamborghini) und Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) komplettierten die Top-10. Ihre Teamkollegen Mirko Bortolotti und Matteo Cairoli folgten auf P11 und P12, womit die Machtverhältnisse zwischen den Herstellern ziemlich klar verteilt waren. P13 ging an Timo Glock im zweiten Dörr-McLaren 720 S GT3. Der frühere Formel-1-Fahrer erhält an diesem Wochenende moralische Unterstützung von DTM-Ikone und Freund Timo Scheider.
Nichts zu holen gab es unterdessen für Porsche, was sich in den Freien Trainings bereits angedeutet hatte. Thomas Preining führte den Manthey-Grello als bestplatzierter Porsche-Fahrer nur zu Platz 15. Teamkollege Ricardo Feller, der gemeinsam mit Preining und Bastian Buus (Land-Porsche, P19) am vergangenen Wochenende die 24 Stunden von Spa gewann, folgte dahinter auf P16. "Gestern fehlte uns schon die Pace, deshalb haben wir mit dem Kampf um die Pole wenig zu tun", hatte Ex-Champion Preining schon vor dem Qualifying geunkt.
Horror-Qualifying für Marco Wittmann
Einen bitteren Rückschlag erlebte ausgerechnet Lokalmatador Marco Wittmann (Schubert-BMW): Der zweifache DTM-Champion kam in der Gruppe 1 nicht über den zehnten Platz hinaus und muss das Rennen vor heimischer Kulisse demnach vom 20. Startplatz aufnehmen. Der BMW-Star hatte sich schon in den Freien Trainings am Freitag schwergetan und in beiden Sessions den letzten Platz belegt.
Im Qualifying fehlten Wittmann mehr als sieben Zehntelsekunden zum Gruppen-Schnellsten Engel. "Das ist das Bild, das wir derzeit abgeben müssen: An den Freitagen und Samstagen haben wir nicht viele Chancen", ärgerte er sich am ProSieben-Mikro. "Das hat sich in den vergangenen Wochen gezeigt und jetzt wieder bestätigt. Für uns ist das schwer, so können wir nicht um die Meisterschaft kämpfen." Schubert-Teamkollege Kelvin van der Linde musste sich mit Startplatz 17 begnügen.
Erklärt: So funktioniert das Gruppen-Qualifying am Norisring
Das Qualifying auf dem kürzesten Kurs im Rennkalender wird wie in den Vorjahren in zwei Gruppen mit je 20 Minuten Fahrzeit ausgetragen, um den Fahrern möglichst freie Runden ohne Verkehr auf der Strecke zu ermöglichen.
Der schnellste Fahrer aus der zweigeteilten Gruppenphase sichert sich den ersten Startplatz. Der bestplatzierte Fahrer der anderen Gruppe nimmt den zweiten Platz in der Startaufstellung ein. Der zweitschnellste Pilot aus der Gruppe des Pole-Setters belegt P3, der zweitschnellste Fahrer aus der anderen Gruppe P4, und so weiter.
Auf Basis der Zeiten aus den Trainings-Sessions gehen die Fahrer auf den geraden Plätzen in der Ergebnisliste als Erste auf Zeitenjagd. Die Fahrer auf den ungeraden Trainings-Positionen folgen im Anschluss. Im Qualifying am Sonntag starten die Gruppen in umgekehrter Reihenfolge verglichen mit Samstag. Mit diesem System sollen die unterschiedlichen Streckenbedingungen bei den zeitversetzten Qualifyings neutralisiert werden.
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