Wechselbad der Gefühle bei Lucas Auer auf dem Sachsenring: Am Freitag feierte der Landgraf-Mercedes-Pilot noch seinen 32. Geburtstag zum Auftakt ins vorletzte DTM-Rennwochenende - einen Tag später knallte es gehörig, aber nicht in Form von Sektkorken. Auer verunfallte im morgendlichen Qualifying und löste eine zwischenzeitliche Unterbrechung mit roten Flaggen aus.
Der Österreicher selbst überstand den Crash bei der Anfahrt zu Kurve 7 glücklicherweise ohne Folgen, für seinen Mercedes-AMG GT3 galt das jedoch nicht. Auer schlug mit der linken Vorderseite in die Streckenbegrenzung ein und musste um den Start im nachfolgenden Rennen bangen. Der Landgraf-Truppe gelang es gerade noch rechtzeitig, den Mercedes zu reparieren. Auer startete aus der Boxengasse und betrieb mit Platz elf zumindest Schadensbegrenzung.
Radnaben-Bruch bei Auer: Erste Hinweise von Mercedes-AMG
Bei Mercedes-AMG ist nun Ursachenanalyse angesagt: Wie die Affalterbacher zügig am Samstag mitteilten, sei die rechte, hintere Radnabe an Auers Mercedes gebrochen, was zum Abflug führte. Auf den TV-Bildern deutlich zu sehen: Das Rad hatte sich plötzlich selbstständig gemacht. Offen bleibt die Frage: Wie konnte es zum Bruch des Teils kommen, obwohl die Kundenteams ihre Autos vor einem Wochenende akribisch vorbereiten und überprüfen?
"Man sieht auf den Bildern, dass es mit einer Bruchstelle angefangen hat", erklärte Mercedes-DTM-Leiter Thomas Jäger gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Und dann reißt es um das komplette Teil drum herum. Dann ist die Radmutter sozusagen lose und das Rad fliegt weg." Die bei Auers Auto verbaute Radnabe habe sich noch innerhalb des von AMG vorgegebenen Laufzeit-Zyklus befunden.

Thema Radnabe: Arbeitsanweisung an Mercedes-Teams
Laut Jäger sei es nicht das erste Mal gewesen, dass an verbauten Radlagern Schwierigkeiten auftraten. Entweder, wenn Kundenteams die vorgegebene Laufzeit überschritten hätten. "Es gab aber auch schon Fälle von Korrosion an diesen Teilen, vor allem, wenn die Autos im Container unterwegs waren. Wir haben dieses Jahr eine Arbeitsanweisung herausgegeben, genau zu schauen, ob da etwas korrodiert. Und dass die Teile entweder geprüft oder getauscht werden müssen, wenn dort Ansätze zu sehen sind." Das sei im Falle von Auer am Sachsenring aber nicht der Fall gewesen.
Nach dem Auer-Crash wurden die weiteren Mercedes-AMG GT3 am Sachsenring umgehend überprüft, es schien sich aber um einen Einzelfall gehandelt zu haben. Half dem amtierenden Vize-Meister natürlich nicht, der nach der Engel-Kollision zuletzt am Nürburgring einen weiteren Rückschlag im Titelrennen einstecken musste - in beiden Fällen war Auer komplett schuldfrei.
Auer: Schadensbegrenzung mit Offset-Strategie
"Meine Jungs haben nach dem technischen Defekt im Qualifying einen super Job gemacht, weil das Auto schon ziemlich mitgenommen war", bedankte sich Auer bei seiner Landgraf-Crew. "Mit Platz elf bin ich eigentlich ganz zufrieden. Wir haben eine andere Strategie genutzt und sind damit ganz gut nach vorne gekommen."
Auer absolvierte als letzter aller Fahrer seinen Pflicht-Boxenstopp, was ihm den einen oder anderen Positionsgewinn einbrachte - und für den Sonntag einen leichten Reifenvorteil bringt wegen des kurzen Schluss-Stints. Während seine Titelrivalen Preining (18 Punkte), Engel (11 Punkte) und Rennsieger Wittmann (28 Punkte) aber gute Punkte mitnahmen, musste sich Auer mit 5 Zählern für P11 begnügen. In der Meisterschaft beträgt sein Rückstand auf Spitzenreiter Preining inzwischen 36 Punkte. 84 Zähler werden in dieser Saison noch vergeben.



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