Beim letzten DTM-Test der Saison 2026 in Hockenheim hat sich Ben Dörr (Dörr-McLaren) die Bestzeit gesichert. Der zweifache Rennsieger erzielte seine schnellste Runde wie ein Großteil des Feldes in der Vormittags-Session bei trockenen, aber kühlen Bedingungen um die 14 Grad. Dörr benötigte 1:37.118 Minuten für seinen besten Umlauf im Motodrom, wo die DTM in zwei Wochen (09.-11. Oktober) ihr Saisonfinale bestreitet.
Dörr fuhr die Zeit mit seinem McLaren 720 S GT3 spät am Vormittag im Zuge einer Qualifying-Simulation, blieb aber deutlich hinter dem DTM-GT3-Qualifyingrekord (1:36.259 Minuten, Gilles Magnus im Aston Martin 2025) zurück. Da der DTM-Veranstalter ADAC für den Test am Hockenheimring eine eigens erstellte Balance of Performance nutzte und sich die Programme der einzelnen Fahrer unterschieden, hält sich die Aussagekraft der Rundenzeiten wie üblich in Grenzen.
Teile-Tausch bei Mercedes: Maro Engel verliert Streckenzeit
Aus dem Reigen der Titelanwärter gelang Marco Wittmann (Schubert-BMW) mit Platz drei im Gesamtklassement das beste Resultat. Der BMW-Werksfahrer legte seine beste Runde in 1:37.268 Minuten zurück - 0,150 Sekunden langsamer als Dörr. Zwischen den beiden sortierte sich Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) an zweiter Stelle ein. 16 der 18 Fahrer im Einsatz lagen innerhalb von sechs Zehntelsekunden.
Der Meisterschafts-Zweite Maro Engel (Winward-Mercedes) belegte Platz acht mit rund drei Zehntelsekunden Rückstand zur Spitze. Beim AMG-Piloten lief zunächst nicht alles rund: An seinem #80 Mercedes-AMG GT3 wurde am Vormittag ein Teil getauscht, das aber erst einmal vom Teamsitz in Altendiez an die Strecke gebracht werden musste. Engel wechselte zwischenzeitlich in den #48 Winward-Mercedes, den Fabian Schiller anstelle von Stammfahrer Jules Gounon (reiste zeitgleich zur WEC nach Fuji) pilotierte.
Am Nachmittag drehten Engel und Schiller dann weitere Runden in 'ihren' Fahrzeugen und spulten reichlich Kilometer ab, um die verlorene Streckenzeit wettzumachen. "Es war nicht ganz ideal mit dem kleinen Problem am Morgen", sagte Engel. "Wir konnten das am Nachmittag kompensieren und unser Programm einigermaßen durchziehen. Natürlich hat uns etwas Fahrzeit gefehlt. Trotzdem konnten wir viele Erkenntnisse gewinnen, die wir jetzt analysieren werden, um das bestmögliche Programm nach Hockenheim zu bringen."
DTM-Test Hockenheim 2026: Ergebnis kombinierte Zeitentabelle
| Position | Fahrer | Team | Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1 | Ben Dörr | Dörr Motorsport | 1:37.118 |
| 2 | Matteo Cairoli | Emil-Frey-Ferrari | +0.127 |
| 3 | Marco Wittmann | Schubert-BMW | +0.150 |
| 4 | Thierry Vermeulen | Emil-Frey-Ferrari | +0.161 |
| 5 | Arjun Maini | HRT-Ford | +0.202 |
| 6 | Fabian Schiller | Winward-Mercedes | +0.245 |
| 7 | Kelvin van der Linde | Schubert-BMW | +0.340 |
| 8 | Maro Engel | Winward-Mercedes | +0.364 |
| 9 | Finn Wiebelhaus | HRT-Ford | +0.406 |
| 10 | Luca Engstler | Abt-Lamborghini | +0.437 |
| 11 | Mirko Bortolotti | GRT-Lamborghini | +0.444 |
| 12 | Thomas Preining | Manthey-Porsche | +0.476 |
| 13 | Maximilian Paul | GRT-Lamborghini | +0.483 |
| 14 | Ricardo Feller | Manthey-Porsche | +0.508 |
| 15 | Lucas Auer | Landgraf-Mercedes | +0.570 |
| 16 | Tom Kalender | Landgraf-Mercedes | +0.646 |
| 17 | Bastian Buus | Land-Porsche | +1.018 |
| 18 | Jak Crawford | Comtoyou-Aston-Martin | +1.413 |
Hockenheim-Test: Fabian Schiller schnellster Mercedes-Pilot
Engel war der zweitschnellste der vier AMG-Piloten in Hockenheim - die beste Rundenzeit ging auf das Konto von 24h-Nürburgring-Sieger und 'Aushilfsfahrer' Schiller (1:37.363 Minuten, Platz 6), der den Mercedes-AMG GT3 seit vielen Jahren in- und auswendig kennt. Lucas Auer und Tom Kalender belegten die Plätze 15 und 16 in ihren Landgraf-Mercedes.
Der DTM-Meisterschaftsführende Thomas Preining (Manthey-Porsche) reihte sich an zwölfter Stelle ein und war damit der bestplatzierte der drei Porsche-Fahrer im Feld. Dem Österreicher, der die Gesamtwertung mit 23 Punkten vor Engel anführt, fehlten 0,476 Sekunden. Preining reist dennoch als Favorit zum Saisonfinale: Der Champion von 2023 blickt auf drei Siege in Hockenheim zurück, während Manthey vier der sechs vergangenen Rennen auf der badischen Traditionsstrecke gewann.
So schlug sich Formel-1-Testfahrer Crawford beim DTM-Debüt
Im Feld der 18 Autos fehlten neben Winward-Mercedes-Pilot Gounon auch Timo Glock (Dörr-McLaren, für Sky bei der Formel 1 in Baku im Einsatz), Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) sowie die beiden Aston-Martin-Stammpiloten Nicki Thiim und Nicolas Baert. Das Kundenteam Comtoyou Racing ließ stattdessen Aston-Martin-Formel-1-Testfahrer Jak Crawford ans Steuer, der seine ersten Runden in einem GT3-Auto drehte.
Der 21-jährige US-Amerikaner belegte den 18. respektive letzten Platz in der Zeitentabelle. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:38.531 Sekunden war er 1,4 Sekunden langsamer als Spitzenreiter Dörr. Crawford legte am Vormittag 51 Runden zurück und spulte in der Nachmittags-Session weitere 73 Umläufe ab. Der amtierende Formel-2-Vizemeister war einer von sechs Fahrern, die ihre Rundenzeiten am Nachmittag bei wärmeren Temperaturen verbessern konnten.
Ob wir Crawford noch einmal in der DTM sehen werden? Ausgeschlossen ist das zumindest nicht, wie Comtoyou-Teammanager Mario Schuhbauer am Mittwoch gegenüber Motorsport-Magazin.com mitteilte: "Wir nutzen den Test, um Jak Crawford im Hinblick auf unsere DTM-Planungen für 2027 näher kennenzulernen. Als Aston Martin Formel-1-Ersatzfahrer bringt er einen interessanten Hintergrund mit, und wir freuen uns darauf, ihm die Möglichkeit zu geben, unser DTM-Fahrzeug zu testen."
Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:



diese DTM Nachricht