Der bereits im Training zu erkennende Aufwärtstrend der Silberpfeile in China setzt sich fort. Im Qualifying überzeugte Nico Rosberg auf ganzer Linie und sicherte sich überraschend den vierten Startplatz, noch vor beiden Ferraris. Für Teamkollege Michael Schumacher reichte es hingegen nicht für den Einzug in den letzten Abschnitt der Qualifikation - der Rekordweltmeister schied in Q2 aus und geht am Sonntag in Shanghai von Startplatz 14 aus ins Rennen.

Nach Nico Rosbergs Bestzeit in Q1 auf weichen Reifen, wurde es in Q2 nach der roten Flagge, bedingt durch Vitaly Petrovs defekten Lotus-Renault, für alle Piloten zeitlich sehr knapp. Für Mercedes hatte dies am Ende ein lachendes und ein weinendes Auge zur Folge. Nico Rosberg schaffte als einziger Pilot nach dem Re-Start des Qualifyings noch eine Verbesserung und zog auf Platz neun in den finalen Qualifyingabschnitt ein. Michael Schumacher verbremste sich jedoch vor der Haarnadelkurve und ließ wertvolle Zeit liegen. Am Ende reichte es daher nur für Rang 14 für den Kerpener.

"Man darf jetzt gerne spekulieren: Hätte, wenn und aber - Fakt ist jedoch, dass es nicht gereicht hat, weil ich meine Runde nicht zusammengebracht habe", gab Schumacher selbstkritisch zu. "Es ist schade, wenn man sieht, wie wir uns verbessert haben. Wir hatten uns vor dem Wochenende die Plätze fünf und sechs als Ziel gesetzt und wenn man Webber, der da hinausgefallen ist, einmal außen vor lässt, war das heute mehr als realistisch", meinte der Deutsche. "Jeder weiß, dass ich dort relativ nah, wenn nicht davor sein kann - wir hätten Rang fünf und sechs heute wirklich einfahren können", glaubte der Mercedes-Pilot.

Kein so gutes Pflaster - für Michael Schumacher war die Qualifikation in Shanghai nach Q2 beendet, Foto: Sutton
Kein so gutes Pflaster - für Michael Schumacher war die Qualifikation in Shanghai nach Q2 beendet, Foto: Sutton

Schumacher gab aber auch zu: "Wenn man sich die Vergangenheit anschaut, sieht man, dass China nicht so ganz mein Pflaster ist." Für das Rennen hoffte der Rekordweltmeister vor allem auf einen spannenden Grand Prix, sowie die Möglichkeit ein paar Plätze gut zu machen. "Ich hoffe auf ein paar interessante Duelle und Überholmöglichkeiten. Dann sehen wir, wie weit es uns gelingt, nach vorne zu fahren", meinte der 42-Jährige. Mehr Freude herrschte hingegen bei Teamkollege Nico Rosberg, der eine gute Leistung ablieferte und mit der zweiten Startreihe belohnt wurde.

"Das ist ein positives Ergebnis und ich bin auf jeden Fall ein bisschen überrascht. Wir haben uns verbessert, es ist ein großer Schritt nach vorne und ich habe das Gefühl, dass wir alles besser verstehen und mehr raus holen. Das Set-Up und der Heckflügel waren auch besser. Wir machen Fortschritte", freute sich Rosberg. "Im Rennen sollte es auch einfacher sein, als noch in Malaysia. Unser Renn-Speed war am Freitag schon ganz gut und ich denke ich kann auf jeden Fall ein gutes Rennen fahren", meinte der Wahl-Monegasse, der aber auch erklärte: "Wir wollen jetzt noch nicht übertreiben. Wir hatten zum Beispiel auch Glück, dass Webber nicht dabei war."

Dritte Kraft

"Wir sind hier heute sehr deutlich dritte Kraft und ohne größere Änderungen am Auto um einiges besser, als vor einer Woche - das ist beeindruckend. An McLaren sind wir zwei Zehntel dran und Ferrari ist hinter uns. Das ist zwar schön zu sehen, aber immer noch weit davon weg, wo wir eigentlich sein wollen", sagte Rosberg. Dass die Modifizierungen am Mercedes sich so positiv auswirken würden, hätte Rosberg vorab nicht gedacht. "Unglaublich wie viel Rundenzeit einem das bringen kann. Ganz einfache, normale Dinge haben uns geholfen", erklärte der 25-Jährige.

"Die Ingenieure haben sich nach dem letzten Rennen zusammengesetzt. Vielleicht haben uns einige neue Dinge in die die falsche Richtung geleitet. Deshalb sind wir mit der Grundbasis ein paar Schritte zurück gegangen und scheinbar hat uns das nun weitergebracht", verriet der Wiesbadener nach dem Qualifying. Zufrieden mit dem Leistungsanstieg bei den Silbernen war auch Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug. "Eine sehr gute Runde von Nico, der nur den einen Versuch hatte und dabei weniger als zweieinhalb Zehntel hinter den McLaren-Mercedes liegt", freute sich der Deutsche.

"Nicos Platz in der zweiten Reihe zeigt, dass es bislang hier besser bei uns lief, als in den beiden Rennen zuvor", meinte der Motorsportdirektor zuversichtlich für den Grand Prix am Sonntag. Mitleid hatte er mit Michael Schumacher. "Schade für Michael, der in seiner entscheidenden Q3-Runde einen Verbremser hatte. Warum, müssen wir noch prüfen", gab der 58-Jährige zu Protokoll. "Zuvor fuhr Michael in Q1 eine Zeit, die in Q2 gut genug für die letzte Qualifying-Sektion war. Ein Top-10 Platz war heute also auch für Michael drin", meinte Haug.