Als erstes Team überhaupt nutzte Audi den ADUO-Joker, um in Barcelona eine erste Ausbaustufe der Power Unit an die Strecke zu bringen. Da Audi in der ersten von vier Beobachtungsperioden 2026 vier Prozent hinter Klassenprimus Red Bull Racing lag, stünde dem Formel-1-Team sogar ein zweites Update in dieser Saison zu. Doch darauf verzichtet Audi aus einem einfachen Grund: der Budgetobergrenze.
"Ich denke, jeder hat diesen Zielkonflikt: Wann bringt man Chassis-Updates, wann eine neue Power Unit, und wofür gibt man sein Geld aus? Man kann nicht alles auf einmal investieren, weil man sonst später nichts mehr hat, womit man kämpfen kann. Es muss eine gesteuerte Erwartungshaltung sein – und das nicht nur über eine Saison, sondern über mehrere Jahre hinweg", erklärt Audi-Renndirektor Allan McNish.
Das Motoren-Update in Barcelona beinhaltete, wie Motorsport-Magazin.com berichtete, einen kleineren Turbolader, der die Fahrbarkeit des R26 spürbar verbesserte - ein Schwachpunkt des Audi-Antriebs in den ersten Saisonrennen. "Aus unserer Sicht hat die kleine Anpassung gut funktioniert und uns auf unserem Weg geholfen", betont McNish. Weitere größere Upgrades am F1-Motor sind daher erst für die kommende Saison geplant: "Beim Antriebsstrang geht es vor allem um Hardware, und solche Änderungen lassen sich nun einmal nicht kurzfristig umsetzen."
Reglement-Anpassungen für 2027
Zusätzlich wurde das Motorenreglement für 2027 nachjustiert. Um Probleme wie das sogenannte Superclipping einzudämmen, ohne einen großen technischen Umbruch zu erzwingen, wird der Benzin-Durchfluss um 5 Prozent und der Verbrenner-Anteil auf 420 kW erhöht. Gleichzeitig sinkt die Maximalleistung der MGU-K von 350 auf 300 kW, während die maximale Ladeleistung auf 375 kW steigt. Ein weiterer, größerer Schritt folgt 2028.
| 2026 | 2027 | 2028 | |
|---|---|---|---|
| Verbrennungsmotor | |||
| Max. Leistung | 400 kW | 420 kW | 450 kW |
| Benzin-Durchfluss erhöht um | 5 % | 13 % | |
| MGU-K | |||
| Max. Leistung | 350 kW | 300 kW | 300 kW |
| Max. Leistung bei Overtake | 350 kW | 350 kW | 350 kW |
| Max. Aufladen | 350 kW | 375 kW | 400 kW |
| Split Verbrenner/Elektro | 53/47 | 58/42 | 60/40 |
Darauf angesprochen, welche Entwicklungssprünge sich Audi vom nächsten Motor-Update verspricht, reagiert McNish gewohnt pragmatisch: "Mach mal halblang. Wir haben gerade erst die Hälfte von 2026 rum." Letztlich werde der eigene Fortschritt sowieso an der Konkurrenz gemessen. "Wir haben uns in unserer Leistung dieses Jahr bisher gesteigert, was definitiv auch mit der Power Unit zu tun hatte. In der zweiten Jahreshälfte werden wir nachlegen, aber was den Motor angeht, ist das ein Thema für 2027."
F1-Kalender hat keinen Einfluss auf die Entwicklung
Zudem befindet sich die Formel 1 in einer kniffligen Lage: Durch den Nahost-Konflikt ist weiterhin unklar, ob die Rennen in Katar und Abu Dhabi wie geplant stattfinden können oder – wie im Fall des Bahrain GP – anderorts ausgetragen werden. Auf den Entwicklungsplan der Teams hat dies jedoch kaum Einfluss.
"Das ändert gar nichts am Entwicklungszyklus, denn man entwickelt nicht einfach nur für ein spezifisches Rennen. Es dauert lange, etwas vorzubereiten, zu produzieren und an die Strecke zu bringen. Diese Abläufe stehen also von vornherein fest", stellt McNish klar. "Als die Rennen in Bahrain und Dschidda abgesagt wurden, haben die Teams ihre Updates eben nach Miami mitgebracht. Genau so wäre es auch in diesem Fall."
Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen spricht im Exklusiv-Interview über Audi in der Formel 1. Das ganze Interview liest du hier:



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