Das Thema Kalender ist für die Formel 1 momentan schwierig. Die nach wie vor unberechenbare Lage rund um den Iran-Krieg sorgt sowohl für die verbleibenden Rennen 2026 als auch für den noch nicht fixierten Kalender 2027 für Unsicherheiten. Abgesehen von den betroffenen Rennen hat die Formel 1 aber einen klaren Plan. Der umfasst mehr Sprints.

Was den Kalender selbst angeht, gibt es auch in der vierteljährlichen Investoren-Konferenz von F1-Eigentümer Liberty Media noch keine Klarheit. Wie F1-CEO Stefano Domenicali schon in der Woche davor angekündigt hat, will man sich mit einer Entscheidung bezüglich der beiden verbleibende Rennen in der Krisenregion - Katar und Abu Dhabi - noch bis in den Herbst Zeit lassen.

So lässt Liberty aktuell lediglich wissen: "Zusätzliche Kalender-Anpassungen könnten nötig sein." Sollte sich die Lage nicht bessern, gelten Imola, Portimao oder Istanbul als kurzfristige Alternativen für ein Saisonfinale, um wenigstens noch auf 23 Rennen zu kommen.

Diese unsichere Lage verkompliziert momentan auch den 2027er-Kalender. Schließlich ist davon auszugehen, dass die bis in die 2030er mit Verträgen ausgestatteten Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien wieder wie in den letzten Jahren üblich einen Frühjahrs-Termin bekommen hätten. Das für 2027 zu fixieren ist bei der anhaltenden Kriegsstimmung, wo man noch nicht einmal um den Status von Abu Dhabi und Katar für 2026 weiß, ein Problem.

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Eigentlich wäre die Formel 1 für 2027 sonst bereit. Bei der Investoren-Konferenz heißt es von den Liberty-Verantwortlichen: "Wir gehen davon aus, nächstes Jahr wieder einen Kalender mit 24 Rennen zu haben." Seit der Bestätigung des Türkei-Comebacks hat man mit 24 Strecken gültige 2027-Verträge. Im Detail kommen Istanbul und Portimao neu hinzu, Zandvoort und Barcelona fliegen raus.

Formel 1 nimmt Sprint-Expansion ins Visier: 2027 garantiert mehr

Klar ist also der grundsätzliche 2027-Fahrplan. Dazu gehört auch das schon lange diskutierte Ausweiten des Sprint-Formates. "Wir gehen davon aus, die Anzahl der Sprints nächstes Jahr zu erhöhen, und weitere Details werden bald kommen", kündigt Domenicali an. Später wird er noch deutlicher: "Die Zahl wächst in Zukunft definitiv. Zu 1.000 Prozent wird das passieren, schon nächstes Jahr."

Schon vor Monaten drängten Domenicali und das F1-Management auf eine erneute Verdoppelung der samstäglichen Kurzrennen. Die hatten 2021 mit drei begonnen, waren 2023 auf sechs aufgestockt worden, und kurz darauf begannen die Diskussionen mit den Teams und der FIA um eine Anhebung auf zwölf.

Die Nachfrage ist schließlich groß. Die Veranstalter wollen alle Sprints, weil es den Zuschauerzahlen hilft, schon am Freitag ein Sprint-Qualifying zu fahren und das unspektakuläre Samstags-Training mit einem Rennen zu ersetzen. Und Liberty Media kann dank mehr Action von den Veranstaltern mehr Hostgebühren verlangen, von TV-Sendern mehr für die Übertragungsrechte, und so weiter.

Wie viele Sprints es denn nun 2027 im Detail werden, verrät Domenicali noch nicht. Sicher ist nur, dass Sprints an jedem Wochenende im MotoGP-Stil keine Option sind. Sie sollen trotzdem bis zu einem gewissen Grad ein knappes Gut bleiben: "Knappheit ist wertvoll. Wenn wir überall fahren würden, dann ist das aus kommerzieller Sicht kein Mehrwert, den wir haben." Anders gesagt: Es ist besser, wenn 24 Veranstalter um 12 Sprints kämpfen und so ihre Hostgebühren hochtreiben.

Finanziell war es nebenbei aufgrund der Absagen ein schwieriges zweites Quartal 2026 für Liberty. Hatte man 2025 noch neun Rennen in diesem, waren es 2026 nur fünf. Das bedeutete einen Umsatzeinbruch von 40 Prozent, und der Operative Gewinn fällt um 75 Prozent - aber das sind immer noch 73 Millionen US-Dollar.

Rückschlüsse auf größere Probleme erlaubt dieser Quartals-Durchhänger nicht, eben wegen der abgesagten Rennen. Wie genau es um den wirtschaftlichen Zustand der Formel 1 steht, lässt sich erst nach dem Jahresabschluss mit einem Vergleich über die kompletten zwölf Monate verlässlich sagen.