BMW hat seinen ersten Sieg in der Top-Klasse der IMSA-Meisterschaft 2026 errungen. Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor triumphierten mit dem #24 BMW M Hybrid V8 beim vorletzten Saisonrennen in Indianapolis. Für den Südafrikaner war es ebenso der erste Gesamtsieg in der US-Sportwagenmeisterschaft wie für das neue Werksteam WRT.

Im Rennen mit einer Dauer von 2:40 Stunden gelang Schlussfahrer van der Linde rund fünf Minuten vor dem Zieleinlauf das entscheidende Überholmanöver. Der ehemalige DTM-Champion schnappte sich Vordermann Earl Bamber und dessen #31 Cadillac auf der Innenbahn und verteidigte die Führung bis zum Schluss. Der Belgier Vanthoor hatte zuvor im Qualifying mit Startplatz drei für eine aussichtsreiche Ausgangslage gesorgt.

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BMW-Motorsportchef nach IMSA-Sieg: "Das wurde höchste Zeit!"

"Das wurde höchste Zeit", atmete BMW-Motorsportchef Andras Roos nach dem Indy-Sieg auf. "Wir waren einige Male nah dran, konnten unser Potenzial aber nicht in einen Sieg ummünzen. Diese Hürde haben wir nun endlich genommen. Die Freude und Erleichterung sind bei uns allen riesig. Dries Vanthoor und Sheldon van der Linde sind ein großartiges Rennen gefahren."

IMSA-Rennen in Indianapolis
Jubelnde Indy-Sieger: Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor, Foto: BMW M Motorsport/Sam Cobb

Für van der Linde und Vanthoor war es der zweite Podesterfolg in der laufenden Saison, die mit dem Finale auf der Road Atlanta - dem 'Petit Le Mans' am 03. Oktober 2026 - ihr Ende nimmt. Das BMW-Schwesterauto um Marco Wittmann und Philipp Eng belegte nach einer Kollision des zweifachen DTM-Champions mit dem Aston Martin samt einer Durchfahrtstrafe nur den zehnten Platz.

IMSA Indianpolis 2026: Ergebnis zum Rennen (GTP-Klasse)

Position Fahrer Team Rückstand
1Dries Vanthoor / Sheldon van der Linde#24 BMW M Team WRT112 Runden
2Jack Aitken / Earl Bamber#31 Cadillac Whelen+2.926
3Laurin Heinrich / Kevin Estre#6 Porsche Penske Motorsport+5.202
4Jordan Taylor / Louis Deletraz#40 Cadillac Wayne Taylor Racing+25.396
5Tom Blomqvist / Colin Braun#60 Acura Meyer Shank Racing +30.135
6Ricky Taylor / Filipe Albuquerque#10 Cadillac Wayne Taylor Racing+38.085
7Renger van der Zande / Nick Yelloly#93 Acura Meyer Shank Racing +39.043
8Ross Gunn / Roman De Angelis#23 Aston Martin+44.135
9Tijmen van der Helm / Nico Müller#5 Porsche JDC-Miller MotorSports+48.243
10Philipp Eng / Marco Wittmann#25 BMW M Team WRT+1 Runde
11Felipe Nasr / Julien Andlauer#7 Porsche Penske Motorsport+22 Runden

Laurin Heinrich wahrt Titelchancen mit Podest

Hinter dem siegreichen BMW-Prototypen belegten Bamber und Cadillac-Teamkollege Jack Aitken nach 112 Runden den zweiten Platz mit 2,9 Sekunden Rückstand. Der Brite Aitken konnte somit seine Führung in der Fahrer-Meisterschaft zu Verfolger Laurin Heinrich auf 147 Punkte ausbauen. Porsche-Werksfahrer Heinrich belegte den dritten Platz und stand zum sechsten Mal innerhalb von acht Rennen auf dem Podium.

Der 24-Jährige wechselte vor Indianapolis aus dem JDC-Kunden-Porsche ins #6 Penske-Werksauto an die Seite von Kevin Estre, um seine Titelchancen aus Sicht von Porsche zu erhöhen. "Erstmals habe ich mir mit Kevin Estre ein Auto geteilt - und prompt landen wir auf dem Podest", sagte Heinrich. "Das ist gemessen an unseren aktuellen Möglichkeiten ein Traumergebnis. Ich habe immer noch Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft. Das war das Ziel für dieses Wochenende. Dies haben wir erreicht."

IMSA-Rennen in Indianapolis
Platz drei für Laurin Heinrich und Kevin Estre im Werks-Porsche 963, Foto: Porsche AG

Porsche-Boss: "Hoffnungen leider nur noch theoretischer Natur"

In der Herstellermeisterschaft hat Porsche noch rechnerische Chancen auf den erneuten Gewinn des Titels. Der Rückstand zu Cadillac beträgt 136 Punkte. Sollten alle Fahrzeuge in das Rennen auf der Road Atlanta starten, lassen sich bis zu 165 Zähler aufholen.

"Die Aufholjagd bis auf das Podest war stark und das Ergebnis einer perfekten Teamleistung", so Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach. "Leider sind unsere Hoffnungen auf den erneuten Gewinn der Meisterschaft trotz dieses Resultats nur noch theoretischer Natur. Dennoch werden wir beim Finale auf der Road Atlanta alles versuchen."

#6 Startfahrer Estre hatte eine Portion Glück, dass er einer Start-Kollision mehrerer Fahrzeuge glimpflich entging. Das galt nicht für die beiden weiteren Porsche 963 im Starterfeld der elf GTP-Prototypen: Julien Andlauer im #7 Porsche musste nach einem Dreher mitansehen, wie ihn gleich mehrere LMP2-Boliden trafen. Der stark beschädigte Porsche verlor mehr als 20 Runden infolge einer Reparatur. Auch der #5 Kunden-Porsche von JDC-Miller Motorsports (Tijmen van der Helm/Nico Müller) erhielt einen Treffer und musste einen ungeplanten Reparatur-Stopp einlegen.

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