Nico Hülkenberg hat sich beim letzten Formel-1-Rennen vor der Sommerpause am Sonntag um eine Sorge erleichtert. Beim Grand Prix von Ungarn holte der Routinier im elften Anlauf dieses Jahr endlich die ersten WM-Punkte in den Farben von Audi. Die Ingolstädter haben zur Saisonmitte damit einen regelrechten Lauf hingelegt. Dreimal in Folge Punkte, zweimal hintereinander Q3. Im Mittelfeld sieht sich der Hersteller jetzt in einer guten Position.
"Das mal eingetütet zu haben, das war lange überfällig und das nehmen wir jetzt gerne in die Sommerpause mit", gibt sich Nico Hülkenberg gegenüber Motorsport-Magazin.com. nach Platz neun auf dem Hungaroring erleichtert. In einer schwierigen Saison hatte er zuvor nur sechs Zielankünfte erlebt, mit jeweils zwei elften, zwölften und 13. Plätzen. "Das war zum ersten Mal dieses Jahr ein sauberes Wochenende am Samstag und am Sonntag. Es ist gut, die Sache mit den Punkten mal abgehakt zu haben."
Gabriel Bortoleto hatte beim Auftakt in Australien mit Platz neun gleich die ersten Punkte für Audi eingefahren, doch darauf folgte eine Durststrecke von sieben Wochenenden. Zuletzt punktete der Brasilianer in Silverstone und Spa aber sogar zweimal in Folge mit Platz acht. "Dort lief es für Gabriel, aber heute war Nico's Tag", freut sich Audi-Renndirektor Allan McNish. "In diesem Hülkenberg hat heute richtig das Feuer gebrannt. Der Hulk war zurück!"
Audi und Nico Hülkenberg in Ungarn mit aggressiver Strategie erfolgreich
Zurück war Nico Hülkenberg schon im Qualifying mit Startplatz zehn. Der Einzug ins Q3 war ihm diese Saison zuvor lediglich in Miami einmal gelungen. Beim Rennstart litt er heute allerdings erneut unter Audis großer Schwäche, dem Start. "Die rechte Seite war hier verglichen mit der linken diesmal noch schlimmer als sonst. Ich glaube, ich bin an einem Punkt sogar hinter beide Alpine zurückgefallen, aber irgendwie habe ich die auf der Startrunde zurückgeholt. Ich denke, das war für unser Rennen ziemlich wichtig", erklärt der 38-Jährige, der wie der Großteil des Feldes auf dem Medium-Reifen (C4) von Pirelli gestartet war.
Auf diesem absolvierte er 19 Runden vor dem ersten Wechsel auf Hard (C3), wobei er zu diesem Zeitpunkt auf Platz elf hinter Arvid Lindblad lag. Dort befand er sich auch in Runde 39, als er ein zweites Mal rein kam. Diesmal verfolgten er und sein Team jedoch eine extreme Strategie. Für die 31 Runden bis zum Finish gab es Soft (C5). Dass der Reifen hält, hatte Bortoleto in seinem ersten Stint für ihn getestet. Er war auf Soft gestartet und hatte erst nach 29 Runden gewechselt. "Das hat uns gute Informationen und viel Vertrauen in den Soft gegeben", so Hülkenberg.
Im letzten Stint hatte er gegenüber Lindblad auf alten Hard alle Trümpfe in der Hand. In der 64. Runde übernahm er Platz neun vom britischen Rookie. Ohne Aussicht auf Punkte hatte Bortoleto auf alten Reifen zuvor mit ihm die Plätze getauscht, denn mit seiner Einstopp-Strategie hatte er gegen den Fahrer im Racing Bull in der Schlussphase keinen entscheidenden Vorteil. "Er hat mich vorbeigelassen, weil seine Reifen nicht mehr konnten. Ich habe Arvid dann überholt und die Verfolgung von Liam [Lawson] aufgenommen, aber da ging dann nichts mehr", so Hülkenberg, der im Ziel zwei Sekunden hinter dem Neusseländer lag.
Audi-Renndirektor sieht Momentum auf der Seite von Nico Hülkenberg
Für Hülkenberg war es das erste Punkteresultat seit seinem neunten Platz beim Saisonfinale 2025 in Abu Dhabi. Im Vorjahr hatte er mit Sauber noch eine sensationelle Saison hingelegt und mit 51 WM-Punkten den elften Platz in der Gesamtwertung eingefahren. In Silverstone gelang ihm das langersehnte erste Podium seiner F1-Karriere. Mit Audi wollte es 2026 beim Punktegaranten der vergangenen Jahre aber nicht so recht klappen. "Wir wollen alle erfolgreich sein und nach vorne kommen, und wenn das aus irgendeinem Grund nicht klappt, kann sich das aufstauen", erklärt McNish, seinerseits dreifacher Le-Mans-Sieger und 16-facher Formel-1-Teilnehmer. "Er war nicht frustriert, aber es nagt an einem."
Eigentlich hatte Hülkenberg dieses Jahr die Zielflagge schon einmal als Neunter gesehen, in Monaco. Doch eine nachträgliche Strafe warf ihn aus den Punkten. "Wir haben ihn als Team unterstützt, als er in Barcelona oder in Monaco schwierige Rennen hatte, wo er eigentlich Punkte hätte holen müssen. Für mich ist das heute also einfach das richtige Ergebnis für Nico. Denn er hat es sich in den Rennen zuvor definitiv verdient. Es hat einfach nicht geklappt, aber jetzt hat er die Punkte auf dem Konto", so McNish.


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