Beim Formel-1-Rennen in Ungarn schien alles für Oscar Piastri zu laufen. Der McLaren-Fahrer übernahm in Kurve 2 die Führung von seinem Teamkollegen und kontrollierte den Grand Prix bis Runde 38. Doch dann kam der große Aufreger des Rennens, als er beim Überrundungsversuch von Carlos Sainz angefahren wurde. Das kostete ihm wertvolle Sekunden und brachte McLaren-Teamkollege Lando Norris die Rennführung ein, die der Weltmeister in einen dominanten Sieg umzumünzen wusste.
Konkret hatte sich Piastri bei dem Zwischenfalls ausgangs von Kurve 2 auf der linken Fahrbahnseite platziert, doch Carlos Sainz übersah ihn offenbar und steuerte in den McLaren-Fahrer. Piastri - ansonsten eher für sein ruhiges Gemüt bekannt - war am Funk nach dem Zwischenfall außer sich vor Wut und schimpfte: "Ist er dumm, oder was?" Als Sainz auch weiterhin im ersten Sektor nicht aus dem Weg ging, legte der Australier nach: "Geh aus dem verdammten Weg, Idiot! Oh, mein Gott." Nach dem Rennen beschrieb er den Vorfall als "eine der dümmsten Sachen, die ich je auf einer Rennstrecke gesehen habe."
Warum ignorierte Carlos Sainz die blauen Flaggen?
Das Problem: Während des Formel-1-Rennens auf dem Hungaroring gab es offenbar ein Problem mit dem automatisierten System, das zu überrundenden Fahrern die blauen Flaggen ausspielt. Die blauen Flaggen auf den elektronischen Tafeln mussten also manuell ausgelöst werden. Sainz, der sich zu diesem Zeitpunkt in einem Zweikampf mit Fernando Alonso befand, bekam also sehr wohl blaue Flaggen angezeigt, achtete aber offenkundig nicht auf diese.
Sainz' eigentliche Informationsquelle für Überrundungen blieb hingegen dunkel. "Wir hatten keine blauen Lichter auf dem Lenkrad. Normalerweise, wenn wir uns in einem Zweikampf befinden, hilft uns das zu verstehen, ob wir überrundet werden oder nicht. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt also keine Ahnung, dass ich überrundet werden würde", entschuldigte sich der Übeltäter, der von den Stewards dafür eine 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam.
Williams-Fahrer ist sich keiner Schuld bewusst: "Unmöglich, das zu vermeiden"
Trotz dieser Bestrafung bleibt Sainz bei der Überzeugung, dass ihm aufgrund der Umstände kein Vorwurf gemacht werden könne. "Ich hatte nicht erwartet, dass Oscar dort wäre und selbst wenn ich es erwartet hätte, war er in meinem toten Winkel. Es war also für mich unmöglich, es zu vermeiden", so der vierfache Formel-1-Rennsieger.
"Es tut mir sehr leid für Oscar, aber dieses Mal habe ich eine ziemlich gute Entschuldigung dafür", so Sainz weiter, der in der Folge sogar überlegte, ob nicht doch seinem Unfallgegner auch eine Teilschuld eingeräumt werden könne: "Ich weiß nicht, ob er ein bisschen vorsichtiger hätte sein können, wenn man bedenkt, dass er um das Podium kämpfte, und er sich etwas vorsichtiger positionieren hätte können."
Die Strafe blieb für Sainz ohnehin beinahe wirkungslos. Denn der Spanier befand sich im desolaten Williams zu keinem Zeitpunkt auch nur entfernt im Kampf um die Punkte, wurde zweimal überrundet und überquerte die Ziellinie auf der letzten Position. Erst nach dem Rennen gab er die rote Laterne an Oliver Bearman ab, da dieser ebenfalls eine Strafe ausgefasst hatte.



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