Der Fluch ist gebrochen. Nach 623 Tagen ohne einen Formel-1-Sieg steht Charles Leclerc wieder auf einem Podium ganz oben. In Silverstone sichert sich der Ferrari-Pilot den neunten Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere. Ausschlaggebend dafür ist ein Drama rund um Kimi Antonelli, bei dem auf der Jagd nach dem Sieg ein Carbonteil bricht, was ihn gemeinsam mit einer umstrittenen Strafe aus den Punkten wirft.
Das Ergebnis: Charles Leclerc sicherte sich den Sieg, nachdem er am Start die Führung übernommen hatte und nach dem Aus von Kimi Antonelli praktisch keine Gegner mehr im Kampf um den ersten Platz hatte. George Russell landete trotz eines Reifenschadens auf der zweiten Position, weil er bei einem späten Safety Car auf einen Stopp verzichtete. Im Gegensatz zu Lewis Hamilton, der durch diesen Stopp die zweite Position verlor, da das Rennen nicht mehr neu gestartet wurde. Hamilton wurde Dritter, aber gegen ihn läuft noch eine Untersuchung.
Lando Norris und Isack Hadjar landeten auf P4 und P5, während die Racing Bulls auf P6 und P7 zu Big Points kamen. Gabriel Bortoleto holte auf P8 das beste Audi-Ergebnis in der Formel 1 vor Franco Colapinto und Pierre Gasly. Kimi Antonelli sah auf dem letzten Stint wie der größte Sieganwärter aus, bis am Mercedes ein Carbonteil brach, das sich auch noch am Auto verklemmte. Mit mehreren Boxenstopps und einer Strafe warf ihn das auf P16 zurück. Max Verstappen flog kurz vor Schluss ab und kam nicht ins Ziel. Nico Hülkenberg schied nach einem Defekt ebenfalls aus.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Silverstone
- Charles Leclerc feiert ersten Sieg seit 2024
- George Russell wird trotz Reifenschaden Zweiter
- Ferrari verschenkt Hamiltons P2 mit Boxenstopp
- Antonelli fällt nach Problem aus den Punkten
- Max Verstappen fliegt kurz vor Schluss ab
- Hülkenberg mit Dreher und Defekt
- Big Points für Racing Bulls
- Bortoleto holt bestes Formel-1-Ergebnis von Audi
- Verwirrendes Ende unter dem Safety Car
Formel 1 2026: WM-Stand: Für Antonelli wird die Luft dünner
Die WM-Tabelle: Mit seinem Nuller in Silverstone verliert Andrea Kimi Antonelli erneut wichtige Punkte im WM-Kampf. George Russell liegt nach dem zweiten Platz nur noch 25 Punkte hinter seinem Mercedes-Teamkollegen. Charles Leclerc übernimmt mit dem Sieg den vierten Rang in der Fahrer-WM von Lando Norris. In der Konstrukteurs-WM verkürzt Ferrari den Rückstand auf Mercedes massiv.
Formel 1 Tabelle: F1 WM Stand 2026
Formel 1: Strafe für Hamilton nach vermeintlichem Ferrari-Traumstart
Auf den ersten Metern kamen die beiden Ferraris deutlich besser weg als Antonelli und schnappten sich beide den Polesetter. Leclerc übernahm die Führung vor Hamilton, während Antonelli P3 vor seinem Teamkollegen behaupten konnte. Hadjar reihte sich dahinter auf P5 vor Verstappen und Norris ein.
Piastri fuhr sich in der Startphase einen Schaden an seinem Frontflügel ein, fiel zurück und musste deshalb schon auf der zweiten Runde die Box ansteuern. Im hinteren Feld krachte es auf der ersten Runde in Brooklands zwischen Albon und Bearman, was dem Thailänder eine 5-Sekunden-Strafe einbrachte. Auf der zweiten Runde überholte Verstappen Hadjar mit einem Überraschungsangriff in Kurve 4 und übernahm dadurch den fünften Rang. Nico Hülkenberg sorgte auf derselben Runde mit einem Dreher in Luffield für eine kurze Gelbphase, er fiel damit weit zurück.
Strafe für Hamilton: Doch der Ferrari-Traumstart hatte einen Haken, denn nach einer kurzen Untersuchung wurde festgestellt, dass Hamilton sich vor dem Start bewegt hatte und er erhielt deshalb eine 5-Sekunden-Strafe. In der Folge lief es für den Silverstone-Rekordsieger nicht besser, denn Graining setzte an seinen Reifen ein und in Runde 12 ging Antonelli an ihm vorbei.
Russell konnte mit der Pace seines Teamkollegen und auch mit jener der Ferraris nicht mithalten. In Runde 17 verlor er Platz 4 an Max Verstappen, der in derselben Runde die Box ansteuerte und auf Hards wechselte. Im 19. Umlauf stoppte anschließend auch Isack Hadjar, der zuvor unter Druck von Norris geraten war.
Hamilton stoppte in Runde 23 gemeinsam mit George Russell. Da der Ferrari-Fahrer seine Strafe absitzen musste, verlor er dabei die Position gegen den Briten und fiel auch deutlich hinter Verstappen zurück, der sich damit netto auf Platz 3 verbesserte. An der Spitze holte in dieser Phase des Rennens Antonelli langsam zu Leclerc auf und hatte den Rückstand kurz vor der Rennhalbzeit schon auf unter drei Sekunden gedrückt. Ferrari reagierte deshalb zuerst und holte Leclerc in der 25. Runde an die Box, um einen potenziellen Undercut präventiv zu verhindern. Antonelli verlängerte seinen ersten Stint lange.
Lando Norris bog in Runde 28 an die Box ab und kam dadurch knapp hinter Hadjar auf P6 wieder auf die Strecke. Er benötigte nur wenige Runden, um den Red-Bull-Piloten einzukassieren.
Dreikampf um P3: Im zweiten Stint spitzte sich der Kampf um das Podium zu. Russell und Hamilton schlossen zu Verstappen auf, der auf älteren Reifen war. Zuvor gerieten sie aber in einen Zweikampf untereinander. Der Formel-1-Rekordweltmeister überholte seinen ehemaligen Teamkollegen in Runde 30, wurde aber anschließend von ihm wieder ausgekontert. Dasselbe Spiel nochmal eine Runde später. Russell setzte sich erneut durch.
In Runde 33 attackierte Russell erstmals Verstappen, der sich verteidigen konnte. Gleichzeitig wurde der Brite informiert, dass er laut einem Sensor einen schleichenden Reifenschaden habe. Einen Umlauf später musste er an die Box abbiegen und fiel damit auf die siebte Position zurück, aber nicht, bevor er nochmal Verstappen attackiert hatte.
Antonelli-Defekt zerstört Kampf um den Sieg
Kimi Antonelli stoppt nach langem ersten Stint: In Runde 35 bog schließlich auch Antonelli an die Box ab, der bis dahin pro Runde nur wenige Zehntel auf den frischer bereiften Ferrari von Leclerc verloren hatte. Er kam 7,5 Sekunden hinter dem Monegassen wieder auf die Strecke, holte aber schnell auf.
Ohne den Störfaktor Russell duellierten sich Hamilton und Verstappen um die Podiumsposition. Nach einem gescheiterten Angriff in Runde 37 überholte der Brite einen Umlauf später seinen Titelrivalen von 2021 und sicherte sich damit P3. Wenige Sekunden später gab es ein virtuelles Safety Car, da Nico Hülkenberg nach Copse abgestellt hatte. Schon zuvor hatte er bei einem Boxenstopp ein potenzielles Getriebeproblem gehabt. Die Hydraulik ist der wahrscheinlichste Grund für das Aus des Audi-Fahrers. Unter dem VSC stoppten Verstappen, Norris und Hadjar. Die einzige Positionsverschiebung dabei: Norris fiel hinter Russell auf die sechste Position zurück.
Antonelli mit Problem: Der Kampf um den Sieg schien auf eine schnelle Entscheidung hinzulaufen, da Kimi Antonelli mit einem sehr deutlichem Pacevorteil zu Leclerc aufschloss. Doch in Runde 42 endete plötzlich diese Aufholjagd, nachdem sich am Mercedes ein das Wheel Shield, ein Carbonteil vor dem linken Vorderreifen, gelöst hatte, das sich an seinem Frontflügel verkeilte. Antonelli fiel zurück, ehe er stoppte.
Ein erster Boxenstopp löste das Problem nicht, anschließend musste Antonelli noch einmal rein und fiel auf P10 zurück. In dieser Zeit erhielt der Italiener auch eine 5-Sekunden-Strafe für mehrere Track-Limit-Vergehen. In Runde 48 kam es zum nächsten Paukenschlag: Max Verstappen flog unvermittelt in Kurve 15 ab und blieb im Kies stehen.
Ein Safety Car war die Folge. Während fast alle diese Phase für einen Reifenwechsel nutzten, blieb Russell auf der Strecke, was ihm P2 gegen Hamilton einbrachte. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob das Rennen nochmal neu gestartet wird. Auf der vorletzten Runde teilte die Rennleitung mit, dass das Safety Car reinkommt, anschließend revidierte sie diese Mitteilung allerdings, und das Rennen endete hinter dem Safety Car.



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