La Source, Eau Rouge, Raidillon, Kemmel, Pouhon, Stavelot, Blanchimont: Wer diese Namen hört, muss nicht lange überlegen, wo die Formel 1 an diesem Wochenende fährt. Mit dem Großen Preis von Belgien reist die Königsklasse an eine der ikonischsten Strecken im Kalender, auf der sie bereits 58 Rennen ausgetragen hat. Der Circuit de Spa-Francorchamps ist ein Liebling unter Fahrern wie Fans, auch wenn 2026 wohl eine energiemäßige Horror-Show bevorsteht. Dennoch hat Motorsport-Magazin.com die Traditionsstrecke unter die Lupe genommen und die wichtigsten Statistiken im Überblick.

Die Strecke: Circuit de Spa-Francorchamps

Seit 1985 gastiert die Formel 1 durchgehend auf der sogenannten "Ardennen-Achterbahn". Mit einer Länge von 7,004 Kilometern ist die Strecke im belgischen Waldgebiet die mit Abstand längste im aktuellen Rennkalender. Dank ihres einzigartigen Layouts ist sie aber dennoch eine der schnellsten. Letztes Jahr legten die Fahrer circa 70 Prozent der Rundenzeit unter Vollgas zurück, der Bremsanteil betrug nur 13 Prozent. Das wird 2026 zu einem großen Problem, denn dadurch kann nur wenig Energie rekuperiert werden. In bisherigen Vollgas-Kurven wie Eau Rouge oder Pouhon könnte die fahrerische Herausforderung drastisch minimieren werden.

An Kurven fehlt es dem Circuit de Spa-Francorchamps nicht, obwohl der Topspeed wegen des hohen Vollgasanteils im Fokus steht. Mit zehn Links- und neun Rechtskehren gibt es genügend Richtungswechsel, um für ordentlich Spannung im Qualifying und den 44 Rennrunden zu sorgen. Nach der Haarnadel von La Source müssen die Piloten die Fahrt durch eine der berühmtesten Stellen im Motorsport wagen. Eau Rouge, gefolgt von Raidillon an der Spitze des Hügels, hat fast 18 Prozent Steigung. Die lange Kemmel-Gerade ist daraufhin eine der besten Überholmöglichkeiten des Kurses, der Windschatten-Effekt ist hier sehr hoch.

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Die Ardennen-Achterbahn ist ein Old-School-Kurs mit wenig Auslaufbereich, oft nassem Wetter und keiner Toleranz für Fehler. Kaum hat man eine Highspeed-Kurve geschafft, wartet schon die nächste. Das führte zu vielen teils schweren Unfällen: 2019 verstarb der Formel-2-Fahrer Anthoine Hubert nach einem Zusammenstoß mehrerer Autos in Raidillon, auch 2021 und 2022 gab es viele Crashs. Daraufhin wurden die Auslaufzonen an den gefährlichsten Stellen entschärft, dennoch sind die Reifenstapel in Spa nie weit entfernt.

Was rauffährt, muss auch wieder runterkommen. Nach dem anfänglichen Anstieg geht es die restliche Runde fast nur bergab. Der technische Mittelsektor startet mit der Rechts-Links-Rechts-Kombination von Les Combes, geht weiter durch den Rechtshänder Malmédy, erst vor der Bergab-Rechtskurve Bruxelles wird hart gebremst. Mit Vollgas geht es weiter durch die Doppellinks Pouhon und durch die schnelle Kombination Campus, für die zwei Stavelot-Kurven wird gelupft. Der härteste Bremspunkt – und damit auch die beste Überholmöglichkeit – kommt nach Blanchimont in der Bus-Stop-Schikane.

Belgien GP: Die Formel-1-Statistik in Spa-Francorchamps

Der Große Preis von Belgien ist zwar das zweite Heimrennen von Max Verstappen, doch Lewis Hamilton ist der erfolgreichste aktive Fahrer in Spa-Francorchamps. Mit fünf Siegen fehlt ihm nur einer auf Michael Schumachers Rekord. Dafür ist der Brite der Spitzenreiter bei Pole Positions und Podiun, dazu fuhr er 2024 am schnellsten zum Sieg. Den Streckenrekord in Belgien hält Lando Norris, die schnellste Rennrunde fuhr Sergio Perez. Der erfolgreichste Konstrukteur in Spa-Francorchamps ist eindeutig Ferrari, mit 43 Podien, davon 14 Siege. McLaren ist der Scuderia mit 13 Siegen aber dicht auf den Fersen.

RekordFahrerKonstrukteur
SiegeMichael Schumacher (6)Ferrari (14)
Pole PositionsLewis Hamilton (6)Ferrari (13)
PodienLewis Hamilton (11)Ferrari (43)
absoluter StreckenrekordLando Norris, 1:40.562
Durchschnittgeschwindigkeit: 250,734 km/h
McLaren, 2025
schnellste RennrundeSergio Perez, 1:44.701
Durchschnittgeschwindigkeit: 240,822 km/h
Red Bull Racing, 2024
schnellstes RennenLewis Hamilton, 1:16:57.566
Durchschnittgeschwindigkeit: 231,156 km/h
Mercedes, 2024
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