Meilenstein für Jamie Chadwick: Die dreifache W-Series-Meisterin hat auf dem Autódromo Internacional do Algarve einen TPC-Test für Williams absolviert. Chadwick reiht sich damit in die exklusive Liste jener Rennfahrerinnen ein, die einen modernen Formel-1-Boliden steuern durften. "Wenig kann einen darauf vorbereiten, ein Formel-1-Auto bei hoher Geschwindigkeit auf einer Strecke wie Portimão zu fahren. Aber es war alles, was ich mir vorgestellt habe - und noch zehnmal mehr", erzählte Chadwick nach ihren 32 abgespulten Runden.
Die Britin ist seit 2019 Teil von Williams - zunächst als Nachwuchsfahrerin, inzwischen als Marken- und Team-Botschafterin. Chadwick nahm im FW47 Platz, mit dem Williams in der Saison 2025 drei Podestplätze einfuhr und dem Traditionsteam das beste Ergebnis in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft seit 2017 sicherte. Damit gehört die 28-Jährige zu den wenigen Frauen, die in den 2020er-Jahren am Steuer eines F1-Rennwagens saßen - neben F1-Academy-Meisterin Doriane Pin (Mercedes, 2026) und Jessica Hawkins (Aston Martin, 2023).
Zugleich ist sie nach Susie Wolff, die 2014 und 2015 an freien Trainingssitzungen teilnahm, die zweite Frau, die einen F1-Williams pilotierte. "Ich erinnere mich daran, wie ich als Jugendliche Susie dabei zusah, wie sie in ein Williams-F1-Auto stieg, und wie sehr das meinen eigenen Weg inspiriert hat. Ich würde genau das Gleiche zu gerne für die nächste Generation tun", verriet Chadwick. Der F1-Test erweitert Chadwicks vielseitige Erfolgsbilanz, zu der neben ihren drei W-Series-Titeln auch Rennsiege in der IndyCar-Nachwuchsserie Indy NXT sowie in der LMP2-Klasse der European Le Mans Series (ELMS) gehören.
F1-Teamchef über Chadwick: Inspiration für Millionen von Frauen und Mädchen
Aktuell startet sie für IDEC Sport in der ELMS und fungiert als Ersatzfahrerin für Genesis Magma Racing in der WEC. Zudem berät sie die von Williams geförderte Nachwuchsfahrerin Jade Jacquet in der F1 Academy sowie in der französischen Formel 4, wo Jacquet kürzlich ihren ersten Sieg feierte. Williams-Teamchef James Vowles bezeichnete Chadwick als "Inspiration für Millionen von Frauen und Mädchen, die auf jedem Niveau Rekorde gebrochen hat", und betonte, dass sie sich diese Gelegenheit absolut verdient habe.
"Jamie hat wichtige Daten für das Team gesammelt, während sich die Formel 1 auf die Rückkehr nach Portimão im nächsten Jahr vorbereitet. Ihr Feedback und ihre Performance waren beeindruckend. Dies zeigt deutlich, dass es für Frauen einen klaren Weg gibt, auf Spitzenniveau mitzufahren", erklärte Vowles. Der Test fand im Rahmen des offiziellen TPC-Programms (Testing Previous Cars) statt. Dieses erlaubt es den Teams, an bis zu 20 Testtagen im Jahr Rennwagen einzusetzen, die mindestens der vorangegangenen Reglementperiode entstammen.
Dass Williams im vergangenen Jahr ein eigenes TPC-Programm aufbauen konnte, war der entscheidende Schlüssel für Chadwicks Einsatz. Zuvor hatte sie bereits historische Williams-Boliden bei Event-Auftritten wie in Goodwood pilotiert - darunter Nigel Mansells Weltmeisterauto FW14B aus dem Jahr 1992 und Keke Rosbergs Titelwagen FW08 von 1982.
Auch Red-Bull-Nachwuchspilot Nikola Tsolov durfte im August seinen ersten TPC-Test mit den Racing Bulls absolvieren. Mehr dazu in diesem Artikel:



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