Italien könnte in dieser Formel-1-Saison noch zum Handkuss kommen und ein zweites Rennen austragen. Imola steht bereit, falls die Situation im Nahen Osten die Austragung der beiden finalen Grands Prix in Katar und Abu Dhabi nicht zulässt. Die Königsklasse spielt auf Zeit und will alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die lukrativen Nahost-Rennen doch noch durchzubringen. Nachdem man diese Deadline schon einmal verschoben hat, soll eine Entscheidung nun Mitte Oktober fallen.

Lewis Hamilton: "Ich liebe den Nahen Osten"

Ein zweites Heimrennen wäre wohl ganz nach dem Geschmack der Ferrari-Fans und -Fahrer. Noch dazu eines nur einen Katzensprung von Maranello entfernt. Möchte man jedenfalls meinen. Bei Lewis Hamilton sieht das anders aus. Der Rekordweltmeister erklärte rund um das Grand-Prix-Wochenende in Baku, dass er lieber die Saison nach Plan im Nahen Osten beenden würde.

"Ich persönlich würde gerne dorthin gehen. Ich liebe den Nahen Osten", sagte Hamilton. Der fünffache Abu-Dhabi-Sieger denkt, dass das durchaus ein realistisches Szenario ist, ohne aber der Entscheidung der Formel 1 vorweggreifen zu wollen: "Von dem, was ich gelesen habe, sind die Dinge dort in Ordnung. Aber ich habe nicht alle Informationen, deshalb weiß ich nicht, wie das Risikolevel ist. Aber ich vertraue auf Stefano, dass er die richtige Entscheidung für den Sport trifft."

Nach den Angriffen von Israel und den USA auf den Iran sowie den Konterschlägen der Islamischen Republik auf mehrere umliegende Staaten im Frühjahr wurden bereits die Großen Preise in Saudi-Arabien und Bahrain verschoben bzw. abgesagt. Dasselbe Schicksal droht nun auch Katar und Abu Dhabi aufgrund der Lage rund um den Persischen Golf, deren weitere Entwicklung trotz einiger Entspannungssignale in den letzten Tagen angespannt bleibt.

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Hamilton würde nicht nur gerne aufgrund seiner persönlichen Einstellung zu dieser Weltregion im Nahen Osten fahren, sondern auch weil die Alternative ihm nicht sehr zusagt. In Bezug auf das Autodromo Enzo e Dino Ferrari hegt der Ferrari-Pilot Zweifel: "Die Saison im Winter in Imola zu beenden, ist womöglich nicht das Beste in Bezug auf das Wetter", vermutet Hamilton.

Bei den F1-Verantwortlichen scheint das weniger Bedenken zu verursachen. Oft wird der Vergleich mit Las Vegas herangezogen. Rund um den Formel-1-GP in der Wüstenstadt, der im November über die Bühne geht, werden im Schnitt geringere Temperaturen erreicht als in der ersten Dezember-Woche in Imola. Im Paddock äußern viele Sorgen über die hohe Nebelwahrscheinlichkeit in jener Jahreszeit.

Jemand, der nicht nur das Wetter sondern auch die Strecke in der Emilia-Romagna gut kennt, brennt hingegen auf einen weiteren Italien-GP. Die Rede ist natürlich von WM-Leader und Lokalmatador Andrea Kimi Antonelli, der in Bologna geboren und aufgewachsen ist, und inzwischen in San Marino lebt. Er meinte vor Baku: "Ich denke, es wäre sehr cool, die Saison zu Hause zu beenden."

Lewis Hamilton über Imola: "Wir werden nicht überholen"

Gleichzeitig erinnert sich Hamilton auch abgesehen vom Wetter gut an die letzten Rennen in Imola, die selten von viel Action geprägt waren. "Es ist eine schöne Strecke, aber es ist keine Strecke, auf der wir überholen werden", weiß der Ferrari-Fahrer. Und ein sehr simples Argument fällt ihm noch ein, das für ein Formel-1-Saisonfinale nach Plan spricht: "Je mehr Rennen, desto besser."

Während wir immer noch zum Warten verdammt sind, wo die Formel 1 2026 ihr Finale austragen wird, gibt es bereits jetzt einen Rennkalender für die Saison 2027. Dieser wird geprägt von zwei Comeback-Rennen, keinen einzigen Überschneidungen mit den größten Langstrecken-Klassikern und einer ebenso latenten Ungewissheit rund um die Nahost-GPs im Frühjahr. In diesem Artikel findet ihr alle Informationen und Daten für die F1-Saison 2027.