Während sich die Formel 1 in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet, hat Pirelli die Reifenwahl für die nächsten drei Grands Prix (Niederlande, Italien, Spanien) bekanntgegeben.
Für den Dünenkurs von Zandvoort setzt Pirelli wie bereits im Vorjahr auf die mittleren Reifenmischungen C2, C3 und C4. Die niederländische Traditionsstrecke stellt mit ihren mittelschnellen und langsamen Passagen sowie den beiden prägnanten Steilkurven enorme Anforderungen an das Material. Sowohl die vertikalen als auch die seitlichen Kräfte, die auf die Reifen einwirken, zählen zu den höchsten im gesamten Rennkalender.
Das Kontrastprogramm folgt im Autodromo Nazionale di Monza. Beim Italien GP schickt Pirelli das weichste Trio der Produktpalette an den Start - C3, C4 und C5. Auf dem Highspeed-Kurs mit extrem geringem Setup-Abtrieb ist Reifenmanagement der Schlüssel zum Erfolg. Da der Zeitverlust bei einem Boxenstopp in Monza zu den höchsten der gesamten F1-Saison gehört, liegt das Hauptaugenmerk der Strategen darauf, die Stints maximal zu verlängern und ein Ein-Stopp-Rennen zu realisieren.
Madrid-Premiere: Herausforderung wie in Silverstone & Spa
Da der semipermanente Stadtkurs in Madrid 2026 seine Premiere feiert, beruht Pirellis Nominierung der mittleren Mischungen (C2, C3, C4) auf Computersimulationen. Die Daten zeigen, dass die Reifenbelastungen auf einem Niveau mit legendären Hochgeschwindigkeitsstrecken wie Silverstone oder Spa-Francorchamps liegen. Die Wahl der mittleren Reifenpalette zielt bewusst darauf ab, eine dynamische Zwei-Stopp-Strategie zu begünstigen und gleichzeitig Überhitzungsproblemen (Thermal Degradation) vorzubeugen.
Welche Reifen, wo zum Einsatz kommen, muss Pirelli laut Reglement frühestens zwei Wochen vor dem jeweiligen Rennwochenende bekanntgeben. Ein Limit, das die Italiener nur sehr selten ausreizen, meist erfolgt die Bekanntgabe bereits deutlich früher. In unserer Übersicht findet ihr alle bisher bekanntgegebenen Reifensätze für die Formel-1-Saison 2026.
Formel 1 2026: Die Reifen-Auswahl
| Rennen | C1 | C2 | C3 | C4 | C5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Australien | Hard | Medium | Soft | ||
| China | Hard | Medium | Soft | ||
| Japan | Hard | Medium | Soft | ||
| Miami | Hard | Medium | Soft | ||
| Kanada | Hard | Medium | Soft | ||
| Monaco | Hard | Medium | Soft | ||
| Barcelona | Hard | Medium | Soft | ||
| Österreich | Hard | Medium | Soft | ||
| Großbritannien | Hard | Medium | Soft | ||
| Belgien | Hard | Medium | Soft | ||
| Ungarn | Hard | Medium | Soft | ||
| Niederlande | Hard | Medium | Soft | ||
| Italien | Hard | Medium | Soft | ||
| Spanien | Hard | Medium | Soft |
Neue Reifenmischungen für F1-Saison 2026
Aufgrund der neuen Fahrzeuggeneration wurden 2026 auch neu konstruierte Pneus eingeführt. Zusätzlich verringerte sich das Angebot von sechs auf fünf verschiedene Mischungen, da die C6-Pneus aus dem Sortiment entfernt wurden.
Im Grundschema bleiben die Reifenregeln 2026 aber unverändert. Pro Wochenende liefert Pirelli jeweils drei der fünf Mischungen von Trockenreifen an die Strecke, wobei C1 die härteste Mischung ist und C5 die weichste. Je nach Streckencharakteristik bleibt damit also Spielraum für weichere und härtere Varianten.
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Formel 1 2026: Wie viele Reifen hat ein Fahrer pro Wochenende?
Die Reifenverteilung unterscheidet sich in der Formel 1 je nach Rennwochenende-Format. Sprich: An Sprint-Wochenenden gibt es jeweils einen Satz weniger als bei Grands Prix mit normalem Format. Unabhängig vom Format gilt bei den Trockenreifen nur, dass immer zwei Mischungen an harten Reifen geliefert werden.
An Wochenenden mit einem 'normalen' Format gibt es drei Sätze an Mediums und acht an Softs. Bei Sprint-Wochenenden erhält jeder Fahrer vier gelb markierte Medium-Sätze und sechs rot markierte weiche Reifensätze. Logisch, denn im Sprint-Qualifiying ist in SQ1 und SQ2 ja auch die Verwendung von Mediums vorgeschrieben.
Auf der anderen Seite stehen bei Sprints für den Fall der Fälle mehr Regenreifen zur Verfügung: sechs Mischungen an Intermediates und zweimal Full-Wets. Bei einem gewöhnlichen GP-Format sind es fünf Intermediate-Sätze und zwei Regenreifen. Für Wochenenden, an denen Pirelli zusätzliche Neuentwicklungen austestet, gilt nochmal ein anderer Verteilschlüssel. Hier die Übersicht:
| Reifen | Standard | Sprint | ICTT* |
|---|---|---|---|
| Hard | 2 | 2 | 2 |
| Medium | 3 | 4 | 3 |
| Soft | 8 | 6 | 7 |
| Intermediates | 5 | 6 | 5 |
| Regenreifen | 2 | 2 | 2 |
*ICTT: In Competition Tyre Testing = Reifentest im Rahmen eines GP-Wochenendes.
Die aktuell gültigen Reifenregeln der Formel 1 könnt ihr hier nachlesen:



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