Wenige Tage vor dem Großen Preis von Bahrain, der dieses Wochenende in Malaysia ausgetragen wird, hat Ferrari den Spekulationen über die Zukunft von Teamchef Fred Vasseur den Wind aus den Segeln genommen und ihm öffentlich das volle Vertrauen ausgesprochen. Für die Scuderia ist der Schritt eines kurzfristig anberaumten Media Calls ungewöhnlich, doch angesichts der wachsenden Gerüchte im Netz sah man sich in Maranello zum Handeln gezwungen.
Angestoßen wurde die Unruhe unter anderem durch ein Interview von Christian Horner in der Times, das im Rahmen seiner Buch-Promotion erschien. Ex-Formel 1-Pilot Ralf Schumacher zeigt für die jüngsten Aussagen des ehemaligen Red-Bull-Teamchefs keinerlei Verständnis: "Sich so anzubiedern, das ist schon peinlich", stellte er im Sky-Podcast Backstage Boxengasse. In seinem Buch soll Horner behaupten, dass der langjährige Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko ursprünglich gegen eine Verpflichtung von Max Verstappen für das Juniorprogramm gewesen sei.
Ralf Schumacher stellt Marko-Verstappen-Story klar
Eine Darstellung, die Ralf Schumacher vehement als Unwahrheit zurückweist. Laut dem sechsfachen Grand-Prix-Sieger verlief die Geschichte völlig anders: "Marko hat Max im zarten Alter von elfeinhalb Jahren angesprochen. Damals sagte Jos [Verstappen, Anm. d. Red.], dass es ihm noch zu früh sei. Daraufhin war der Doktor, wie man ihn kennt, ein bisschen eingeschnappt und meinte: Okay, wenn du nicht willst, dann eben nicht", erzählte Schumacher. Erst Jahre später, als Verstappen in der Formel 3 fuhr, näherten sich Marko und Jos Verstappen wieder an.
"Die Geschichte hat wenig mit Christian Horner zu tun. Nicht umsonst stand die gesamte Verstappen-Familie hinter Marko, als Horner versuchte, die Macht im Team zu übernehmen", so Schumacher weiter. Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher zeigte sich schockiert darüber, wie der Brite in seinen Memoiren gegen Red Bull und vor allem gegen den verstorbenen Firmengründer Dietrich Mateschitz nachtritt. Mateschitz hatte 2005 das Jaguar-Team gekauft und den damals erst 31-jährigen Horner als jüngsten Teamchef der F1-Geschichte eingesetzt.
F1-Experte empört über Horners Abrechnung mit Red Bull
"Man darf nicht vergessen, was Red Bull für ihn getan hat und welche Chance er von Mateschitz bekommen hat. Dass er jetzt alles mit Füßen tritt, nur um ein paar Bücher und Tickets für seine Tour zu verkaufen - das ist für mich ein absolutes No-Go", stellte Schumacher klar. Überrascht ist der Ex-F1-Pilot von Horners Verhalten allerdings nicht: "Wenn man von Stil spricht, fällt einem der Name Christian Horner nicht als Erstes ein."
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Er selbst sei im Fahrerlager schon mit ihm aneinandergeraten. "Wir kennen ja alle sein Benehmen im Paddock. Ich erinnere mich an eine Situation, als er mich im Fahrerlager angeschrien und mir durch die Blume gedroht hat, dass ich ja auch Geheimnisse in meinem Privatleben hätte. Das ist halt Christian Horner, wie er leibt und lebt – ein kleiner Straßenkämpfer."
Unter Horner holte Red Bull in 20 Jahren insgesamt acht Fahrerweltmeisterschaften. Viermal konnte Sebastian Vettel die WM gewinnen, viermal Max Verstappen. Dazu errang der Rennstall sechs Konstrukteurs-Titel. Der heute 51-jährige Horner hält noch immer den Titel des jüngsten Formel-1-Teamchefs. "Ich finde es extrem schade, denn er hat unglaublich viel erreicht. Er war und ist einer der erfolgreichsten Teamchefs der Formel 1", resümierte Schumacher. "Aber noch einmal: Man kartet nicht so nach. Ich verstehe nicht, warum er das Gefühl hat, das jetzt tun zu müssen."



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