Ein erneutes Desaster-Wochenende erlebte Aston Martin in Aserbaidschan. In Runde 20 schied mit Fernando Alonso der letzte Aston Martin aus. Dabei hatte das Team schon wegen mehrerer Komponentenwechsel vor dem Rennen mehr als 50 Startplätze Strafe aufgebrummt bekommen.
"Es gibt im Moment nicht viel Positives. Wahrscheinlich gar nichts", resümierte Lance Stroll. Ist das Projekt damit am Ende, bevor es richtig angefangen hat? "Lawrence Stroll hat unglaublich viel Geld investiert. Das ist ein sehr intelligenter, sehr durchsetzungsfähiger Mann, der auch schwierige Zeiten erlebt hat und der jetzt mit dem Formel-1-Team nicht die Flinte ins Korn wirft", widerspricht Formel-1-Experte Christian Danner.
Bisher investierte Stroll Milliarden in das Projekt. Das Formel-1-Team aus Silverstone bekam einen neuen, hochmodernen Campus, einen Windkanal und deutlich mehr Personal, darunter auch prominente Neuzugänge wie Technik-Guru Adrian Newey. Auch Fernando Alonso gab jüngst seine Vertragsverlängerung beim Team bekannt. Einen Verkauf schließt Danner aus. "Es wäre ein Leichtes, das Team an Investmentgesellschaften aller Art zu verkaufen. Ich glaube aber nicht, dass es verkauft wird. Kurzfristig sicher nicht, nein."
Kehrt Aston Martin zu Mercedes-Motoren zurück?
Doch das Team ist nicht gleichbedeutend mit dem Motorenhersteller. Als Honda-Werksteam hat Aston Martin massive Zuverlässigkeits- und Performance-Probleme. Erst drei Punkte holte das Team 2026. Ein Motoren-Update in Zandvoort half ebenfalls kaum. Zu Beginn der Saison 2027 plant das Team erst eine neue Power-Unit. Bis dahin bleiben die Probleme.
"Ich weiß, dass er [Lawrence Stroll, Anm. d. Red.] schon bei Mercedes still und heimlich nachgefragt hat, ob man wieder Kunde werden könnte. Das ist eine ganz heiße Nummer", so Danner. "Das wird denen in Japan nicht gut gefallen. Auf der anderen Seite ist es eklatant, was da alles nicht funktioniert."
Bis 2021 war Aston Martin langjähriger Mercedes-Kunde, schon als Force India. Vor allem im Vergleich mit Mercedes-betriebenen Teams hängt Aston Martin aktuell weit hinterher. "Selbst ein Williams, der offensichtlich 50 Kilo zu schwer war und alle möglichen Probleme hatte, ist ins Ziel gefahren. Und das ist genau das, was der Aston Martin nicht macht."
F1-Experte Christian Danner: Honda-Motor hat mehrere Schwächen
Denn der Honda-Motor liegt im Vergleich zu Klassenprimus Mercedes und allen anderen Herstellern in mehreren Aspekten zurück. "Mercedes hat sicherlich einen Verbrennungsmotor, der wesentlich besser ist als das, was Honda hat", sagt Danner.
"Aber dazu kommt, dass man auch das Wechselspiel zwischen Elektromotor und Verbrennungsmotor besser managt als die meisten anderen. Und ich glaube, in diesem Zusammenspiel hat Honda einen irrsinnigen Aufholbedarf."
Dazu gesellen sich die Zuverlässigkeitsprobleme. Der Doppelausfall in Baku war bei Weitem nicht der erste der Saison. Auch in Australien, China und Barcelona beendeten beide Aston Martins das Rennen nicht.
"Zu den Problemen gehören auch die ganzen Komponenten, die abfackeln. Das hat nichts damit zu tun, dass man den Verbrennungsmotor überfordert", erklärt Danner. "Ich glaube schon, dass Honda da die Hauptlast zu tragen hat. Das ganze System funktioniert nicht richtig. Und natürlich gibt es da auch Kleinigkeiten wie Kühlprobleme."
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