Der Sepang International Circuit war in der Vergangenheit Schauplatz einer ganzen Reihe unvergesslicher Momente – angesichts der ersten beiden Trainingssessions am Freitag scheint sich trotz der neunjährigen Formel 1-Abwesenheit nichts verändert zu haben. Auch am Sonntag erwarten die Teams ein spannungsgeladenes Rennen.

Dementsprechend fielen die Trainingsprogramme am Freitag aus: Anstatt zunächst auf schnelle Quali-Runden auszurücken und erst in den letzten Minuten Longruns zu fahren, konzentrierten sich die meisten Teams direkt auf die Rennsimulationen. "Die Hitze war zu erwarten, aber der Asphalt ist alt und extrem rau – und den Effekt, den das auf das Fahrgefühl und das Grip-Niveau hat, zu sehen, ist wirklich beeindruckend gewesen", erklärte Nico Hülkenberg und fügte scherzend an: "Es ist der Bahrain-GP in Malaysia, und Bahrain ist ja bekannt für seinen rauen Asphalt."

Aufgrund des Nahost-Konflikts musste der Bahrain GP im Frühjahr abgesagt werden und wird an diesem Wochenende ersatzweise in Malaysia ausgetragen. Alle Infos gibt es in diesem Artikel:

Audi mit alter und neuer Spezifikation im F1-Training

Nachdem es in Baku den Anschein hatte, als sei Audi mit dem neuen Update-Paket kein Glücksgriff gelungen - was seitens des Teams dementiert wurde -, nutzte man die erste Session am Freitag für einen Vergleichstest. Hülkenberg war mit der neuen Spezifikation und Aero-Rakes am R26 unterwegs, Gabriel Bortoleto mit der alten Spezifikation. Im FP2 setzten schließlich beide Piloten auf die neue Version.

Nico Hülkenberg mit Aero-Rakes unterwegs
Nico Hülkenberg mit Aero-Rakes im FP1, Foto: IMAGO/Action Plus

"Es gibt immer noch ein paar Bereiche, in denen wir uns verbessern können, deshalb werden wir heute Nacht die Daten durchgehen und versuchen, für morgen ein paar Schritte nach vorne zu machen. Aber alles in allem war es ein guter Tag", bilanzierte Bortoleto. Wie die Daten zeigen, hatte Hülkenberg im Vergleich zu Bortoleto im FP1 mehr Probleme. Er war auf nahezu jeder Geraden langsamer.

Im FP2 fiel der Vergleich deutlich harmonischer aus. Hülkenberg war zwar allgemein etwas langsamer auf den Geraden als sein Teamkollege, das Gesamtbild über eine Runde zeigte jedoch das typische Bild zweier Fahrer mit unterschiedlichen Setups. "Wir haben auf den Geraden ein kleines Defizit. Das scheint ein Trend zu sein", meinte Hülkenberg.

Gemessen an den Platzierungen sah Audi in Sepang wieder konkurrenzfähiger aus, wobei Hülkenberg die Chancen im Kampf gegen Alpine und die Racing Bulls als realistisch, aber schwierig einschätzt: "Wenn wir perfekt sind - perfekte Runde, perfekte Umsetzung -, dann können wir vielleicht nah dran sein." Bortoleto erlebte bei seinem Streckendebüt - Teamkollege Hülkenberg war in Sepang zuletzt 2017 unterwegs - ein recht ereignisreiches Training.

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F1-Training in Sepang: Getriebeproblem bei Bortoleto

Im Verlauf der Session geriet er neben die Strecke und setzte stark auf, was sofort Sorgen um seinen Unterboden auslöste. "Prüft meinen Unterboden. Bin aufgesessen", funkte Bortoleto an die Box. Nach dem FP2 gab Renndirektor Alan McNish jedoch Entwarnung: "Gabi hatte durch Kurve 3 eine viel bessere Beschleunigung, kam dabei weit raus und traf den äußeren Kerb. Mit dem Unterboden gab es aber keine Probleme."

Trotzdem musste der Audi-Pilot kurz vor Ende der Session seinen Wagen zwischen Kurve 8 und 9 abstellen. Sein Renningenieur José Manuel Lopez erkundigte sich besorgt nach der Ursache. Der Brasilianer meldete, dass es sich um kein "normales" Problem handle. McNish bestätigte nach der Session ein "kleines Getriebeproblem" am R26. Bortoleto zeichnete sich jedoch nicht nur für die einzige VSC-Phase des Trainings verantwortlich, sondern auch für die besten Szenen des Tages, als er auf seinem Medium-Longrun versuchte, einen Weg an F1-Rookie Arvid Lindblad vorbei zu finden.

Gerade mit Blick auf das Rennen am Sonntag und die Frage, wie das Energiemanagement optimal genutzt wird, sind die gesammelten Daten für Audi von entscheidender Bedeutung. "Es war hilfreich zu sehen, wie die anderen vorgehen. Aber die Konkurrenz passt sich über Nacht eben auch an – insofern ist das ein dynamisches Ziel", betonte McNish. "Ich glaube zwar nicht, dass wir das bei jedem Rennen tun sollten, aber hier ist ein guter Ort, um zu versuchen, diese Informationen zu sammeln."

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