Zwar ist die WM-Entscheidung noch nicht gefallen, aber das ist bei der Formel 1 in Austin sicher nicht die Schuld von Kimi Antonelli. Mit einer dominanten Vorstellung lässt er den Rest des Feldes im USA-GP stehen, Ferrari und Red Bull können am Ende nur untereinander um die verbleibenden Podestplätze kämpfen.
Der Sieger: Antonelli zog beim Start sofort davon und ließ sich von aggressiven Zweistopp-Strategien seiner Verfolger nicht beeindrucken. Er blieb bei einem Einstopper und fuhr das kontrolliert herunter. Mit 13,078 Sekunden Vorsprung wurde er als Sieger abgewunken.
Das Ergebnis: Max Verstappen durchlitt ein schwieriges Rennen. Ein weiterer schlechter Start, dann Handling-Probleme ab der Rennmitte ließen ihn von Antonelli abreißen. Ein spätes Duell mit Charles Leclerc verlor er, der Ferrari schnappte sich Platz zwei. Verstappen wurde Dritter vor Lewis Hamilton, während eine mutige Einstopp bei Lando Norris nur einen fünften Platz einbrachte.
Isack Hadjar schwächelte in der zweiten Rennhälfte ebenfalls. Von Platz drei gestartet, fiel er bis auf Platz 6 zurück. Oscar Piastri und ein schon nach der ersten Runde bestrafter George Russell fuhren völlig abgeschlagen auf den Plätzen 7 und 8 ins Ziel, dahinter führten Liam Lawson und Pierre Gasly das Mittelfeld an. Nico Hülkenberg musste nach schwachem Stark eine Comeback-Fahrt liefern, die auf Platz 11 endete.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Austin
- Kein Titel? Einziger Makel für Kimi Antonelli in Austin
- Schwieriges Verstappen-Rennen mit Start und Pace
- Charles Leclerc fährt solides Rennen
- George Russell meilenweit weg
- Nico Hülkenberg von schlechtem Start ruiniert
Formel 1 - WM-Stand 2026: Kimi Antonelli kurz vor dem WM-Titel
Die WM-Tabelle: P4 für Lewis Hamilton und P8 für George Russell waren gerade gut genug, um eine vorzeitige Antonelli-Krönung zu verhindern. Jetzt aber sitzt Antonelli bei maximal noch 125 zu holenden Punkten auf einem Polster von 123 auf Russell und 124 auf Hamilton, die Krönung in Mexiko ist absolut nur mehr Formsache.
Russell und Hamilton laufen eher Gefahr, von Verstappen und Leclerc eingeholt zu werden. Verstappen liegt nur 6 Punkte hinter Russell, Leclerc nur 9 Punkte. In der Team-Wertung geht Red Bull vorbei an McLaren auf den dritten Platz.
Formel 1 2026: Gesamtwertung Fahrer und Teams
Red Bull mit den gewohnten Start-Problemen
Vor dem Start: Die Mehrheit des Feldes setzte bei 27 Grad Luft- und 36 Grad Streckentemperatur und leichter Bewölkung auf den Soft als Startreifen. Aus der Reihe tanzten vor allem zwei der Top-Teams: Mercedes und McLaren schickten ihre Fahrer auf Medium ins Rennen. Lance Stroll startete nach einem Motorwechsel aus der Box.
Der Start: Einmal mehr waren die Red-Bull-Starts hässlich. Antonelli fuhr einfach davon, und die Ferrari attackierten sofort. Leclerc zwängte sich in den S-Kurven sogar vorbei an Verstappen, doch Verstappen konterte in Kurve 15 und holte sich den zweiten Platz zurück. Leclerc und Hamilton stabilisierten sich dahinter vor Hadjar.
Russell hatte es nicht mehr an Hadjar vorbeigeschafft, dann unnötig in Kurve 12 die Strecke verlassen und in Kurve 13 auch noch den ihn außen angreifenden Oscar Piastri von der Strecke gedrängt. Für die zu weite Linie in Kurve 12 kassierte er fünf Strafsekunden, obwohl er damit keine Position gewonnen hatte.
Verstappen & Leclerc machen Druck mit Alternativ-Strategien
Aggressive Verstappen-Strategie: 13 Runden lang fuhren die Top-8 aufgereiht hintereinander her, Antonelli konnte sich nicht absetzen. Dann entschied Red Bull auf Risiko und rief Verstappen zum Stopp auf Soft. Die Konkurrenz reagierte. Hamilton, Leclerc, Piastri und Norris stoppten in den nächsten drei Runden. Ferrari setzte auf Medium. McLaren wählte Hard. Dort hatte man davor schon in Runde 8 per Teamorder Norris an einem schwachen Piastri vorbeigelotst.
Verstappen sauer bei Teamorder: Verstappen und Ferrari erhöhten nun das Tempo, um einen zweiten Stopp auf der Strecke rauszufahren, während Antonelli, Hadjar und Russell sich nicht beirren ließen und draußenblieben. Verstappen kassierte Russell in Runde 18, in Runde 23 holte er Hadjar ein. Der ignorierte eine prompte Teamorder, Verstappen in Kurve 12 vorbeizulassen, und wartete vier weitere Kurven. Verstappen hatte davon keine hohe Meinung: "Danke, Jungs, tolle Strategie, in verwirbelter Luft zu stecken."
Verstappen-Probleme nehmen zu: Antonelli kam in Runde 25 zu seinem einzigen Stopp, wodurch er temporär hinter die Zweistopper Verstappen und Leclerc zurückfiel. Trotz freier Fahrt schwächelte Verstappen nun aber. Am Funk meldete er ein unfahrbares Auto, und hatte keinen Plan für eine Lösung. Leclerc und Antonelli schlossen auf. Das trieb Verstappen schon in Runde 32 zum zweiten Stopp für Medium.
Antonelli unantastbar, Norris pokert gegen Verstappen & Leclerc
Antonelli zu schnell für den Rest: Der letztendliche Sieger Antonelli festigte nun seinen Griff um das Rennen. Auf neuen Hard-Reifen überholte er schnell Leclerc, der in Runde 40 zum zweiten Stopp kam. Damit war Antonelli allein an der Spitze und konnte seine Führung dank eines Puffers von über 10 Sekunden konsolidieren. Unerwartete Schützenhilfe erhielt er dabei nämlich von Lando Norris.
McLaren pokert mit Einstopp: Obwohl er schon in Runde 17 gestoppt hatte, pokerte Norris und wollte eine Einstopp durchziehen. Mit herausragenden Zeiten vermochte er tatsächlich die Aufholjagd von Verstappen erst einmal stoppen. Die beiden wurden in Runde 46 von Leclerc eingeholt, der die frischesten Reifen hatte. Bei steigendem Druck bremste sich Verstappen aggressiv in Runde 47 in der ersten Kurve an Norris vorbei, der nun erledigt war. Eine halbe Runde später verlor er Platz 3 an Leclerc.
Leclerc bezwingt Verstappen: Damit war der Kampf um Platz zwei nur noch ein Duell zwischen Verstappen und Leclerc, und die Entscheidung folgte in Runde 49. Verstappen kam schlecht raus auf die lange Gerade und ging in der Bremszone locker am Red Bull vorbei. Dahinter wurde Norris in Runde 51 noch von Hamilton auf Platz fünf verdrängt. Hadjar, Piastri und Russell folgten abgeschlagen - letzterer war wegen seiner Strafe hinter Piastri gelandet und 30 Runden lang nicht vorbeigekommen.
Schwieriges Audi-Rennen nach schlechtem Hülkenberg-Start
Wilder Start im Mittelfeld: Einiges passierte im Mittelfeld. Schon auf den ersten Metern. Carlos Sainz wurde von Arvid Lindblad in die Boxenmauer gedrängt, Nico Hülkenberg blieb kleben und verlor fünf Plätze, und beide Haas sprinteten bis auf die Plätze 11 und 12, ehe Oliver Bearman beim Angriff auf Platz 10 Pierre Gasly in den Seitenkasten fuhr. Sein Haas schleppte nun einen Schaden mit, er wurde durchgereicht und obendrauf mit 10 Sekunden bestraft.
Keine Punkte für Audi: Liam Lawson ignorierte das alles und blieb an der Spitze des Mittelfeldes. Er und Gasly setzten sich langsam von einer von Esteban Ocon, Lindblad und Hülkenberg angeführten Gruppe ab. Hülkenberg konnte mit einer Einstopp und guter Pace Ocon und Lindblad auf der Strecke überholen, Lawson und Gasly blieben aber außer Reichweite. Lindblad, Ocon, Lance Stroll, Fernando Alonso, Alex Albon, Carlos Sainz und Sergio Perez komplettierten das Ergebnis. Valtteri Bottas sorgte mit Defekt für ein kurzes Virtuelles Safety Car vor Schluss, Franco Colapinto und Bearman gaben mit Schäden auf.



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