Obwohl Kimi Antonelli den USA GP in Austin in beeindruckender Manier gewann, reichte es noch nicht für den vorzeitigen Titelgewinn in der Formel-1-Saison 2026. Beim Mexiko GP an diesem Wochenende dürfte es mit dem historischen WM-Titel aber so weit sein. Damit würde der Mercedes-Youngster, der am 25. August 20 Jahre alt geworden ist, Sebastian Vettel (23 Jahre, 4 Monate, 11 Tage) als jüngsten Champion ablösen. Motorsport-Magazin.com weiß, was in Mexiko passieren muss.
Die Ausgangslage im WM-Kampf vor dem Mexiko GP
Antonelli führt vor dem Mexiko GP die Wertung mit 365 Punkten an. Sein Vorsprung auf Teamkollege George Russell (242) beträgt 123 Zähler, auf Lewis Hamilton (241) 124 Punkte. "Er hat in diesem Jahr – und auch schon im letzten Jahr, aber besonders in diesem – sein Talent und sein Können, seine Gelassenheit und seine Herangehensweise unter Beweis gestellt", lobte Hamilton seinen Mercedes-Nachfolger in Austin.
Bei seinem ersten Titelgewinn 2008 war Hamilton 23 Jahre, 9 Monate und 26 Tage alt. Max Verstappen hat nach seinem dritten Platz in Austin 129 Punkte Rückstand und damit keine Titelchance mehr. Antonelli reichen in Mexiko-Stadt zwei Punkte, also ein neunter Platz, für den großen Triumph.
Kimi Antonelli ist Weltmeister, wenn ...
- er mindestens Platz neun belegt.
- er Zehnter wird und Russell nicht gewinnt.
- er außerhalb der Punkte landet und weder Russell noch Hamilton gewinnen.
F1-Titel im zweiten Jahr: Der vierte im Bunde?
Gewinnt Antonelli in Mexiko den WM-Titel, wäre er erst der vierte Pilot, dem dieses Kunststück in der zweiten Saison gelingt. In der F1-Geschichte gelang das bisher nur Juan Manuel Fangio (1951), Jacques Villeneuve (1997) und Hamilton (2008). Während Fangio, Villeneuve und Hamilton allesamt ihre Rookie-Saison als Vizeweltmeister beendeten, erlebte Antonelli eine durchwachsene Debütsaison.
Zum einen passte die von Mercedes eingeführte Hinterradaufhängung überhaupt nicht zu seinem aggressiven Fahrstil, was sein Vertrauen in das Auto und in seine eigenen Fähigkeiten schwächte. Zum anderen unterliefen ihm vermeidbare Fehler, etwa in Spielberg, als er mit Verstappen kollidierte, oder in Monza, als er mit seinem W16 im Kiesbett landete.
"Es gab viele Leute, die letztes Jahr nach neun Rennen in Folge, in denen Kimi keine Punkte geholt hat, gesagt haben, er hätte nicht bei Mercedes sein sollen. Leute aus anderen Teams, die sagten, er hätte nicht einmal in der Formel 1 sein sollen. Es war nicht leicht für ihn: In Spa hat er nach einem weiteren schwierigen Rennen geweint, und seine Tränen waren der Spiegel dieses schwierigen Moments", erinnert sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
F1-Teamchef: Antonellis Erfolg beruht auf Jahren der Entbehrungen
Im weiteren Saisonverlauf konnte Antonelli wieder mit starken Ergebnissen überzeugen. Dennoch rechneten viele Beobachter 2026 eher mit George Russell als mit Antonelli im Kampf um die Weltmeisterschaft. Diese Einschätzung teilte auch Emerson Fittipaldi, der seine Meinung inzwischen revidiert hat: "Kimi hat Fakten sprechen lassen." Wolff stellte am Rande des USA-GP allerdings klar, dass Antonellis Erfolg nicht von heute auf morgen kam, sondern das Ergebnis einer neunjährigen Entwicklung ist
. "Ich habe ein Interview mit Piero Ferrari gelesen, in dem er sagte, dass ihn sein Talent an Niki Lauda erinnert. Die Leute sollten sich bewusst machen, dass dieses Talent das Ergebnis vieler Jahre der Entwicklung ist, der Zusammenarbeit mit den Ingenieuren und von zehn oder mehr Millionen Euro, die in seine Karriere geflossen sind. Dazu kommen sein eigener Einsatz und die enorme Arbeit seiner Eltern. Das ist nicht einfach so aus dem Nichts passiert", betonte Wolff.



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