Die Bestzeit im 1. Freien Training zum Mexiko GP geht an Charles Leclerc. Der Ferrari-Pilot ließ die Formel-1-Konkurrenz auf dem 4,304 Kilometer kurzen Autodromo Hermanos Rodriguez deutlich hinter sich. Allerdings hat die Bestzeit noch wenig Aussagekraft. Einerseits waren die Bedingungen auf der Strecke wie jedes Jahr zu Beginn des Wochenendes noch recht wenig repräsentativ.

Auf der anderen Seite war Ferrari das einzige Team, das mit zwei Stammfahrern auf die Strecke ging. Alle anderen Teams nutzten die Gelegenheit, eine der vier verpflichtenden Rookie-Sessions zu absolvieren. Deshalb setzten unter anderem George Russell, Max Verstappen und Weltmeister Lando Norris aus.

Das Ergebnis: Charles Leclerc benötigte für seine schnellste Runde auf den Soft-Reifen 1:18,128 Minuten. Damit war er fast sieben Zehntelsekunden schneller als der gesundheitlich angeschlagene Kimi Antonelli, der seine Zeit ebenfalls auf Soft fuhr. Nur knapp eine Zehntel dahinter reihte sich Mercedes-Rookie Frederik Vesti unmittelbar vor Lewis Hamilton ein.

Eine starke Rookie-Vorstellung zeigte auch Ayumu Iwasa im Red Bull. Auf den Medium-Reifen fehlte ihm zwar eine Sekunde auf die Bestzeit, das reichte aber immerhin noch für Rang fünf. Dahinter reihten sich Pierre Gasly und Fernando Alonso ein. Oscar Piastri, Ollie Bearman und Arvid Lindblad komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg landete im Audi auf Rang 13.

Die eingesetzten Rookies in der Übersicht:

TeamFahrerstatt
Mercedes Fred Vesti George Russell
McLaren Leonardo Fornaroli Lando Norris
Red Bull Ayumu Iwasa Max Verstappen
Alpine Gabriele Mini Franco Colapinto
Haas Ryo Hirakawa Esteban Ocon
Williams Luke Browning Alex Albon
Aston Martin Jake Crawford Lance Stroll
Audi Freddie Slater Gabriel Bortoleto
Cadillac Colton Herta Valtteri Bottas
Racing Bulls Nikola Tsolov Liam Lawson

Die Zwischenfälle: Wie üblich hatten die Piloten mit der Höhenluft zu kämpfen – nicht körperlich, dafür aber mit dem niedrigeren Abtriebsniveau auf 2.300 Meter über dem Meeresspiegel. Verbremser und Quersteher gab es deshalb reichlich.

Den Audi-Mechanikern unterlief zur Halbzeit ein Missgeschick: Als Freddie Slater die Garage verließ, stecke noch ein Gebläse in seinem rechten Seitenkasten. Das Team bemerkte den Fehler nach einer Runde und holte den Briten zurück an die Box. Nach der anschließenden Outlap ohne Gebläse musste er eine längere Pause einlegen, ehe er wieder auf die Strecke gehen konnte. Das Team muss wegen des Zwischenfalls nach dem Training zu den Stewards.

Slater war nicht der einzige Rookie mit Technik-Pech. Jak Crawford musste den Aston Martin von Lance Stroll nach immerhin 15 Ruden auf Anweisung von Renningenieur Gary Gannon am Ende der Start- und Zielgeraden abstellen. Das Team hatte Probleme am Energierückgewinnungssystem gesehen.

Probleme gab es auch am Auto von Isack Hadjar, der zu Beginn der Session ohne Motorleistung langsam zurück an die Box schleichen musste. Nach einer kurzen Reparaturpause konnte der Red-Bull-Pilot wieder zurück auf die Strecke.

Die Technik: Um trotz der dünnen Luft Motor, Getriebe und Co. ausreichend zu kühlen, fahren alle Teams mit besonders großen Öffnungen in ihren Karbonkleidern. Performance-relevante Updates hatten nur Red Bull (Übergang von Unterboden zu Seitenkasten) und Audi (Deflektor an der hinteren Bremsbelüftung) im Gepäck.

Warum die Höhenluft auch für die Motoren eine so große Herausforderung ist, erklärt euch Christian im Video:

Turbo-Angst in Mexiko! Steht Bottas vor dem Formel-1-Aus? (10:24 Min.)

Gute und schlechte Nachrichten von der Technik-Front gab es für Valtteri Bottas. Der Cadillac-Pilot bekam eine neue Power Unit eingebaut und muss deshalb vom Ende des Feldes starten. Das dürfte ohnehin nicht an seiner Ausgangslage für den GP ändern, nur dass er mit frischer Ferrari-Power unterwegs ist.

Das Wetter: Nach starker Bewölkung am Morgen kam im Verlaufe des Vormittags die Sonne immer stärker durch. Zum Trainingsauftakt stieg das Quecksilber auf 23 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden 41 Grad gemessen. Das restliche Wochenende werden noch ein paar Grad mehr erwartet.