Irgendwie schien das Klima bei der Formel 1 in Mexiko am Freitag gereizt. Zu den zahlreichen Zwischenfällen gesellte sich am Abend eine bizarre Szene rund um Red-Bull-Pilot Isack Hadjar und einem Fan, die erst auf Social Media die Runde machte und dann sogar eine Ermittlung der FIA-Stewards nach sich zog.

Hadjar war vor dem 1. Training auf dem Weg zur Red-Bull-Garage mehrmals von Fans aufgehalten worden. Er war schon spät dran, wie er bei der Ermittlung gegenüber den Stewards zu Protokoll gab, und hatte gerade ein Foto mit einem jungen Fan gemacht. Dann kam ein weiterer erwachsener Fan auf ihn zu. Ein Video des Zwischenfalls gibt es unterhalb:

Der Mann versuchte sich neben Hadjar für ein Selfie in Position zu bringen, was der gestresste Hadjar mit einem sanften Beiseiteschieben zu unterbinden versuchte. Das beeindruckte den Mann nur nicht, der immer noch nah an Hadjar blieb, was den schließlich dazu verleitete, ihn diesmal heftiger beiseite zu schubsen.

Dieser Schubser rief schließlich die Stewards auf den Plan. Er selbst ist unweigerlich ein Bruch des Internationalen Sport-Kodex der FIA, hier handelt es sich um ein Fehlverhalten innerhalb des Fahrerlagers, das genauso wie die Rennstrecke zum Aufgabenbereich der FIA gehört. Jegliches Fehlverhalten innerhalb dieses Bereichs ist von den Stewards zu beurteilen.

FIA-Stewards sehen mildernde Umstände bei Isack Hadjars Schubser

Diese sehen allerdings mildernde Umstände vorliegen. Der Mann war für sie ohne Zweifel ohne Erlaubnis in Hadjars persönlichen Raum eingedrungen. "Unaufgefordert und ziemlich aggressiv" beschreiben es die Stewards. Hadjar wurde nur von einem Security-Mann begleitet, und der war hinter ihm und konnte daher nicht rechtzeitig angemessen eingreifen.

Das Paddock von Mexiko ist in der Formel 1 auch generell seit Jahren ein kritisches Thema. Nirgendwo sonst wirkt es so überfüllt wie hier, Fahrer und Teams haben sich diesbezüglich schon mehrmals beklagt. Top-Piloten leisten sich hier oft sogar mehrere Security-Leute, um sich einen Weg zu den Garagen und Team-Hospitality-Einheiten zu bahnen.

Im Angesicht dieser Tatsachen reicht es den Stewards, Hadjar mit einer "Förmlichen Warnung" zu belegen. Das ist nichts anderes als ein Klaps auf die Finger, der weder sportliche noch andersartige Folgen für Hadjar hat, zugleich aber für alle klarstellen soll: Unter keinen Umständen sollten Handgreiflichkeiten im F1-Fahrerlager passieren.

Hadjars Teamkollege Max Verstappen kam am Freitag nicht so leicht davon, denn er legte sich draußen auf der Rennstrecke mit Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson an. Die Folge: Beide wurden mit einer Grid-Strafe belegt.