Der abgelöste Formel-1-Weltmeister Lando Norris schlägt im 1. Freien Training zum Sao Paulo GP 2026 in Brasilien zurück. Der Brite fuhr im runderneuerten McLaren in 1:11,717 Minuten Bestzeit auf dem 4,309 Kilometer langen Autodromo Jose Carlos Pace und ließ damit seinen Titelnachfolger Kimi Antonelli knapp hinter sich.

Schlechte Nachrichten gab es für George Russell, der einen neuen Motor im Einsatz hatte und deshalb in der Startaufstellung am Sonntag erneut nach hinten muss. Für eine strittige Szene sorgte Max Verstappen nach dem Training (siehe Zwischenfälle).

Wieder kamen im Training zahlreiche Freitagsfahrer zum Einsatz. Nachdem in Mexiko noch zehn Teams einen der vier vorgeschriebenen Rookie-Einsätze absolvierten, waren in Sao Paulo immerhin noch sechs Rookies im Trainingseinsatz: Leo Fornaroli im McLaren von Oscar Piastri, Dino Beganovic im Ferrari des frischgebackenen Vaters Charles Leclerc, Freddie Slater im Audi von Nico Hülkenberg, Gabriele Mini in Pierre Gaslys Alpine, Luke Browning im Williams von Carlos Sainz und Colton Herta, der sich im Cadillac von Sergio Perez endlich den letzten Punkt für seine Superlizenz holte.

Dazu gab Rafael Camara sein Debüt in der Formel 1. Der Lokalmatador, der nächstes Jahr das Cockpit fix übernimmt, bleibt aber nach dem Rausschmiss von Esteban Ocon das gesamte Wochenende im Haas. Wie es nach Brasilien weitergeht, steht noch nicht fest.

Das Ergebnis: 0,082 Sekunden war Lando Norris auf dem Soft-Reifen schneller als Kimi Antonelli. Dahinter klaffte mit guten zwei Zehntelsekunden eine kleine Lücke auf Max Verstappen. Lewis Hamilton stellte den Ferrari auf Rang vier vor George Russell im zweiten Mercedes.

Isack Hadjar kam im Red Bull auf Rang sechs. Eine starke Vorstellung zeigte Alpine-Rookie Gabriele Mini auf Rang sieben vor Audi-Pilot Gabriel Bortoleto. Franco Colapinto und Liam Lawson komplettierten die Top-10.

Die Zwischenfälle: Nach wenigen Minuten krachte Beganovic fast ins Heck eines Haas. Der Ferrari-Junior war noch mit Aero-Rakes unterwegs, fuhr aber offenbar etwas unkonzentriert. Nur mit einem beherzten Ausweichmanöver neben die Strecke konnte er einen Auffahrunfall beim Stau in Kurve 12 verhindern.

Pech hatte erneut Audi-Nachwuchsfahrer Freddie Slater. Nach dem Missgeschick mit dem Gebläse vor einer Woche, streikte die Technik an seinem Boliden diesmal offenbar ohne Fremdeinwirkung. „Ich habe die Gänge verloren, ich bin im Anti-Stall“, funkte er noch, ehe sich das Auto komplett abschaltete. Um den gestrandeten Audi zu bergen, musste die Session kurz unterbrochen werden. Slater kam nur sieben Runden weit.

Ärger gab es nach der Session zwischen Max Verstappen und Lance Stroll. Stroll wollte die Startübung offenbar auf der rechten Seite des Grids absolvieren und überholte kurze davor Verstappen. Der Red-Bull-Pilot wollte sich das nicht gefallen lassen, machte einen Burnout und drängte damit den Aston Martin ab. Die Stewards legten den Fall schnell ad acta.

In Abwesenheit von Charles Leclerc kam es diesmal zu keinem Aufeinandertreffen der beiden Ferrari-Piloten. Ob es spätestens am Sonntag wieder so weit ist? Lewis Hamilton fordert jedenfalls eine Aussprache, wie euch Christian im Video verrät:

Hamilton fordert Ferrari-Aussprache: "Leclerc fährt gegen mich härter!" (15:30 Min.)

Die Technik: Am Ende der Saison werden Updates rarer, erst recht beim letzten Rennen des Tipleheaders. McLaren ist das einzige Team, das an diesem Wochenende neue Teile am Auto hat. Dafür hat es das McLaren-Update in sich. Der Frontflügel wurde komplett überarbeitet, dazu gab es leichte Modifikationen am Unterboden. Auch an Heckflügel und Beamwing legten die Ingenieure Hand an.

Für George Russell gibt es erneut eine technische Hiobsbotschaft. Der Brite kassiert nach Singapur die zweite Motorenstrafe. Diesmal geht es aber nur fünf Plätze nach hinten, lediglich der Verbrennungsmotor wurde gewechselt. Beim neuen Aggregat handelt es sich aber nicht um einen ADUO-Motor. Das Upgrade, das Mercedes noch immer nicht im Einsatz hat, betrifft lediglich den Turbolader.

Das Wetter: Noch warm und trocken. 24 Grad Celsius wurden unter dem bewölktem Himmel Sao Paulos gemessen, der Asphalt erhitzte sich auf 43 Grad. Am Nachmittag könnten schon die ersten Regentropfen kommen, am Samstag steigt das Regenrisiko deutlich. Für das Rennen am Sonntag wird kein Regen mehr erwartet, dafür ein erheblicher Temperatursturz.