Lando Norris ist trotz eines schlechten Starts beim Formel-1-Rennen in Brasilien in einer eigenen Liga unterwegs und holt sich im Regen überlegen den Sieg vor Max Verstappen, der eine weitere spektakuläre Aufholjagd im Nassen abliefert. Mercedes verpasst nach Drehern von Kimi Antonelli und George Russell die Chance auf den Sieg, kann aber trotzdem den Titel in der Konstrukteurs-WM einfahren, da beide Ferrari-Fahrer nicht auf Touren kommen.
Das Ergebnis: Lando Norris fiel zwar am Start auf die dritte Position zurück, aber er profitierte von einem guten Boxenstopp-Timing und Drehern von beiden Mercedes-Fahrern in der Übergangsphase auf trocknere Bedingungen. Das brachte ihm eine große Führung ein, die er im restlichen Rennen nicht nur verwaltete, sondern sogar auf einen Vorsprung von 14 Sekunden ausbaute.
Max Verstappen legte im ersten Stint unter nassen Bedingungen eine weitere sensationelle Aufholjagd hin und lag schon bei der Rennhalbzeit auf der zweiten Position, auf der er schließlich auch ins Ziel fuhr. Isack Hadjar komplettierte mit dem dritten Platz ein Doppelpodium für Red Bull. George Russell landete nach einem Dreher am Boxenausgang noch auf der vierten Position, weil Mercedes zu Recht auf einen zweiten Regenschauer gambelte.
Kimi Antonelli landete nur auf P5, nachdem er die am Start eroberte Führung durch einen Dreher wegwarf. Oscar Piastri wurde Sechster, Charles Leclerc landete auf P7. Liam Lawson führte auf P8 das Mittelfeld an und überquerte die Ziellinie damit noch vor Lewis Hamilton, der im Regen ausrutschte und genauso wie sein Ferrari-Teamkollege keine starke Pace zeigen konnte. Nico Hülkenberg sicherte Audi den letzten Punkt, nachdem ihn auch eine Strafe nicht stoppen konnte. Sein Teamkollege Gabriel holte sich P16.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Brasilien
- Regenschauer prägen Sao-Paulo-GP
- Lando Norris gewinnt überlegen
- Verstappen landet nach Aufholjagd auf P2
- Russell wird Vierter nach Dreher am Boxenausgang
- Antonelli verliert Führung nach Dreher
- Mercedes gewinnt Konstrukteurs-WM
- Ferraris bei Mischbedingungen chancenlos
- Nico Hülkenberg erkämpft sich letzten Punkte
Formel 1 WM-Stand 2026: Mercedes gewinnt die Konstrukteurs-WM
Die WM-Tabelle: Obwohl kein Mercedes-Fahrer auf dem Podium landete, reichten die Plätze 4 und 5 locker für den Gewinn der Konstrukteurs-WM, da Ferrari im Rennen nie zu den anderen Spitzenteams aufschließen konnte. In der Fahrer-WM baute Verstappen seinen Vorsprung im Rennen um den zweiten Platz gegenüber Hamilton, Russell und Leclerc weiter aus.
Formel 1 Tabelle: F1 WM Stand 2026
Traumstart von Kimi Antonelli und Lewis Hamilton
Vor dem Start: Regenschauer im Vorlauf zum Rennen machten die Strecke auf den ersten Sichtungsrunden zu einer Rutschpartie. Kimi Antonelli wurde diese zum Verhängnis, er schlitterte in Kurve 12 ins Gras, konnte einen Einschlag aber vermeiden. Valtteri Bottas musste nach einem technischen Problem auf dem Grid zurück in die Box geschoben werden. Er konnte den Rennstart nicht in Angriff nehmen. Alle anderen Fahrer fuhren auf Intermediates los.
Der Start: Kimi Antonelli kam am besten weg und konnte schon vor Kurve 1 an Lando Norris vorbeigehen. Zwischen Kurve 1 und 2 wurde der Brite auch noch von Liam Lawson überholt. Hadjar und Russell reihten sich dahinter auf P4 und P5 ein. Einen fantastischen Start erwischte Lewis Hamilton, der innerhalb einer Runde von P19 auf P9 kam. Verstappen folgte ihm, er kletterte bis auf die elfte Position.
Verstappen-Show im ersten Stint
Nachdem Lawson eine Runde lang sehr gut mit Antonelli mithalten konnte, schüttelte der Weltmeister den Racing-Bull-Piloten schnell ab, nachdem er seine Reifen ins Fenster gebracht hatte. Die Verstappen-Aufholjagd ging unterdessen ununterbrochen weiter. In Runde 4 schnappte er sich Hamilton nach einem Fehler des Ferrari-Fahrers, einen Umlauf später waren auch Oscar Piastri und Alex Albon fällig. Bis Runde 11 hatte Verstappen auch Hülkenberg und Lawson überholt, womit er Fünfter war.
Norris benötigte bis Runde 6, ehe er P2 wieder von Lawson zurückerobern konnte, nachdem dieser einen Fehler im Mittelsektor beging. Antonelli führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit über vier Sekunden Vorsprung. Lawson bekam anschließend Probleme mit seinen Reifen und wurde in kurzem Abstand zunächst von Hadjar und dann von George Russell überholt. Der Brite schnappte sich in der zehnten Runde den Red-Bull-Piloten.
Doppeltes Mercedes-Drama nach den Boxenstopps
Lewis Hamilton war ab Runde 10 der erste Fahrer, der zunehmend einen Wechsel auf Trockenreifen forderte. Dem Ferrari-Piloten gingen in dieser Rennphase offensichtlich auch seine Intermediates aus, weshalb nicht nur seine Aufholjagd schon früh ins Stocken geriet, sondern er in der Folge auch Plätze verlor. Bis Runde 11 wurde er innerhalb von kurzer Zeit von P10 auf P14 zurückgereicht.
In der 14. Runde wurde sein Wunsch erfüllt und Ferrari beorderte Hamilton an die Box, um Trockenreifen aufzustecken. Die richtige Entscheidung, wie sich schnell zeigte. Denn er fuhr umgehend schnellste Sektorzeiten. Eine Runde später zog ein Großteil des Feldes nach. Darunter auch Lando Norris, George Russell, Isack Hadjar, Liam Lawson und Oscar Piastri. Kimi Antonelli und Max Verstappen hingegen warteten einen weiteren Umlauf zu, ehe sie auf Softs umsteckten.
Russell beging nach seinem Stopp einen schweren Fehler und drehte sich am Boxenausgang, was ihn weit zurückwarf. Antonelli geriet nach seinem Stopp mit noch kalten Reifen schnell unter Druck von Norris. Als der McLaren an ihm dran war, drehte sich Antonelli in der 19. Runde in Kurve. Der Italiener beschwerte sich über ein potenzielles Problem mit seiner Aufhängung, das ihn beim Beschleunigen auf eine Seite zog.
In den folgenden Runden fiel er schnell zurück und wurde auch von Hadjar und Verstappen überholt. Die beiden Red Bulls lagen damit als erste Verfolger von Norris schon auf den Plätzen 2 und 3. Wenig überraschend gab es in der Folge auch einen Platztausch, der Verstappen auf P2 beförderte. Mit den Trockenreifen kam auch Piastri bald an Lawson vorbei und lag somit auf der fünften Position.
Lewis Hamilton hatte sein früher Reifenwechsel wieder in den Kampf um die Punkte gebracht, auch wenn er aufgrund einiger Rutschpartien auf seinen ersten Slick-Runden nicht den kompletten Vorteil aus seinen Trockenreifen genießen konnte. Ferrari sah allgemein unter Mischbedingungen nicht schnell aus. Erst als die Strecke auftrocknete, konnten Hamilton und Leclerc Plätze gutmachen.
Auch Regenschauer kann Norris nicht stoppen
Lando Norris baute unterdessen seinen Vorsprung bis auf 13 Sekunden aus. In dieser Rennphase kamen Berichte von möglichen weiteren Regenschauern auf, doch in dieser Rennphase verfehlte ein Großteil der Niederschläge zunächst die Strecke. Dadurch wurde ein Reifenwechsel auf seinen neuen Soft-Reifen notwendig.
Slick-Stopps verhindern Red-Bull-Drama: Obwohl bei einigen Teams debattiert wurde, die Pneus bis ins Ziel zu managen, zeigte sich schnell, dass das keine gangbare Option war. Hamilton war erneut der erste nennenswerte Fahrer, der umsteckte. Verstappen war anschließend der erste aus der Spitzengruppe, nachdem seine Performance nachgelassen hatte und er Isack Hadjar aufhielt. Der Franzose forderte bereits eine Teamorder.
Die Zeiten des vierfachen Champions waren so gut, dass alle anderen Podiumsanwärter in den folgenden Runden nachzogen. Norris behielt die Führung, Verstappen kam aber deutlich vor Hadjar wieder raus. Auch Antonelli und Piastri stoppten, während George Russell mit der Aussicht auf weitere Regenschauer draußen blieb.
Regenschauer im Endspurt: Dieser Poker zahlte sich schließlich auch aus, denn etwa ab Runde 57 wurde aus leichtem Nieseln ein ausgewachsener Regenschauer, der in Runde 61 nochmal deutlich stärker wurde. Russell erwischte das Timing ideal und brachte sich damit wieder ins Spiel, während die anderen Fahrer fast alle eine Runde später nachzogen. Diesmal war es Lewis Hamilton, bei dem man das Timing etwas verpasste. Er steuerte erst in Runde 63 die Box an und drehte sich dabei auch noch in Kurve 14, wobei er sogar einen minimalen Mauerkontakt zu verzeichnen hatte.
Norris behielt nach diesen Boxenstopps seine deutliche Führung vor Verstappen und Hadjar. Antonelli kam aber knapp hinter Russell auf die Strecke, der mit warmen Reifen schnell aufschloss. Mercedes ordnete einen Positionswechsel an, dem er Folge leistete. Das lag wohl auch daran, dass Antonelli aufgrund eines möglichen Unsafe Release beim Boxenstopp eine Strafe drohte. Obwohl der Regen auf den letzten Runden nochmal stärker wurde, änderte sich vorne nichts mehr. Nur Charles Leclerc überholte Liam Lawson im Kampf um P7 und Nico Hülkenberg, der zuvor für ein Überholmanöver neben der Strecke bestraft worden war, holte sich P10 von Arvid Lindblad zurück.



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