Die WEC nimmt einen Monat nach den 24 Stunden von Le Mans das nächste Rennen der Saison 2026 in Angriff: Mit den 6 Stunden von Sao Paulo steigt der vierte Lauf des Jahres auf dem brasilianischen Formel-1-Kurs. Toyota reist nach dem Sieg in Le Mans als WM-Spitzenreiter nach Interlagos und will die Führung in der Hersteller-Wertung vor BMW und Ferrari etablieren.

Im 1. Freien Training am Freitag hatte jedoch Aston Martin die Nase vorn: Harry Tincknell führte den #007 Valkyrie zum ersten Platz in der Zeitenliste. Der Brite benötigte 1:25.457 Minuten für die schnellste Runde auf dem mit 4,309 Kilometer kürzesten Kurs im WEC-Kalender.

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WEC-Training: Aston Martin erbt Führung wegen Kubica-Strafe

Tincknell übernahm die Spitze im Klassement nach rund einer Stunde der 90-minütigen Session - tatsächlich hatte er den ersten Platz jedoch geerbt: Die eigentliche Bestzeit betrug 1:25.184 Minuten und ging auf das Konto von Robert Kubica im #83 AF-Corse-Ferrari. Weil der Pole später im Training jedoch zu schnell in der Boxengasse fuhr, wurde ihm diese Rundenzeit aberkannt. Teamkollege Phil Hanson wurde später ebenfalls und sogar zweimal geblitzt - insgesamt 4.100 Euro Strafe!

Dadurch rückte der #007 Aston Martin automatisch vom zweiten auf den ersten Platz nach vorne. Hinter dem britischen Prototypen folgte das versammelte Ferrari-Trio: Antonio Fuoco in der #50, gefolgt von Markenkollege Antonio Giovinazzi im #51 Weltmeister-Ferrari sowie Kubica, der den 'privaten' Ferrari 499P zu Platz vier im Klassement führte. Fuoco hatte nur 0,024 Sekunden Rückstand, die weiteren Ferrari folgten im Abstand von gut einer Zehntelsekunde.

Dabei gilt Interlagos mit seinen langesamen Kurven und technischen Passagen als Angststrecke für den Autobauer aus Italien: Noch nie schaffte es ein Ferrari hier aufs Podium. "Das ist eine schwierige Strecke für uns, wenn man sich die Ergebnisse der vergangenen beiden Jahre anschaut", sagte Fuoco im Vorfeld. "Dennoch wollen wir alles geben und die maximal möglichen Punkte mitnehmen."

Sao Paulo: Ein BMW in den Top-6

Die Aussagekraft der Trainingszeiten ist wie üblich mit Vorsicht zu genießen, da die Teams unterschiedliche Programme absolvieren und die BoP von der WEC geheim gehalten wird. Im Fokus stehen sicherlich die neuen Michelin-Reifen - Medium und Hard sind in Sao Paulo verfügbar - und deren Verhalten auf der im vergangenen Jahr neuasphaltierten Strecke. 2025 nutzten fast alle Teams ausschließlich die Medium-Mischungen und konzentrierten sich im Rennen auf Wechsel an der rechten Hinterseite. Für das 6-Stunden-Rennen stehen jedem Auto 18 neue Reifen zur Verfügung.

Hinter dem Aston und den drei Ferrari folgte der #36 Alpine A424 auf dem fünften Platz. Der Franzose Jules Gounon benötigte 1:25.700 Minuten für seine beste Runde. Sheldon van der Linde, zuletzt Gesamt-Zweiter in Le Mans mit seinen Teamkollegen Rene Rast und Robin Frijns, belegte P6 im BMW mit der Startnummer #20. Das Schwesterauto kam auf P15 an. Der #19 Genesis GMR-001 (Jaminet, Chatin, Juncadella) und der #94 Peugeot (Duval, Jakobsen, Pourchaire ) komplettierten die Top-8.

Toyota abgeschlagen im 1. Brasilien Training

Auf den Positionen neun und zehn folgten mit sechs Zehntelsekunden Rückstand der zweite Genesis-LMDh um Andre Lotterer und der #12 Cadillac V-Series.R. Will Stevens und Norman Nato bilden im Caddy das einzige Zwei-Fahrer-Gespann im Feld der 17 Hypercars, während Louis Deletraz (zuletzt Ersatzmann für Alex Lynn) fehlt. Cadillac feierte 2025 in Interlagos seinen ersten WEC-Sieg und schaffte sogar einen Doppelsieg.

Toyota - 2024 noch siegreich und 2025 chancenlos in Brasilien - begnügte sich mit den Plätzen zwölf durch die amtierenden Le-Mans-Sieger Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck De Vries sowie 17 (Buemi, Hartley, Hirakawa). Das 2. Freie Training steigt am heutigen Freitag ab 20:50 Uhr deutscher Zeit. Die Session wird wie üblich nicht per Livestream übertragen und das Live-Timing ist kostenpflichtig.

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