Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) hatte bei seinem schweren Unfall auf dem Norisring Glück im Unglück: Der BMW-Werksfahrer kam mit Prellungen und Blutergüssen an der linken Körperseite davon, zog sich aber keine Knochenbrüche oder noch Schlimmeres zu. Einhellige Meinung im Fahrerlager: Der Highspeed-Crash im DTM-Samstagsrennen mit Maximilian Paul (GRT-Lamborghini) hätte weitaus bösere Folgen haben können.
Am Sonntag meldete sich van der Linde via Instagram zu Wort und gab selbst noch einmal Entwarnung. "Ich bin heute Morgen mit großer Dankbarkeit aufgewacht - dankbar, am Leben zu sein und den schwersten Unfall meiner Karriere ohne ernsthafte Verletzungen überstanden zu haben", schrieb der 30-Jährige. "Der gestrige Tag war ein Weckruf: Man weiß nie, was hinter der nächsten Kurve auf einen wartet. Er hat mich daran erinnert, für jeden einzelnen Tag dankbar zu sein."
Kelvin van der Linde hofft auf baldige Rückkehr
Der DTM-Rückkehrer musste den Sonntag auf dem Nürnberger Stadtkurs zwar auslassen, kam aber mit überschaubaren Blessuren davon. Seinen Unfallgegner Paul im GRT-Lamborghini hat es hingegen schwerer erwischt: Der 26-jährige Dresdner musste sich noch am Samstag einer Operation in Folge eines gebrochenen Unterschenkels unterziehen. Wann Paul wieder ins Rennauto steigen kann, ist noch nicht klar.
Schubert-Teamchef Torsten Schubert war auf der Gegenseite hoffnungsvoll, dass van der Linde schon in absehbarer Zeit wieder ins Geschehen eingreifen kann. Van der Linde schrieb: "Natürlich werde ich heute nicht an den Start gehen. Das bricht mir das Herz. Diese Saison war ohnehin schon von vielen Herausforderungen geprägt. Jetzt liegt mein voller Fokus aber auf der Genesung. Ich hoffe, dass ich wieder ins Auto steigen kann, sobald die Prellungen und Blutergüsse abgeklungen sind."
Van der Linde dankt BMW: "Hat mein Leben gerettet"
Van der Lindes BMW M4 GT3 Evo wurde von Pauls Lamborghini zwar an der fragilen Fahrertüre getroffen - eine der heikelsten Stellen an einem Rennauto mit Blick auf die Sicherheit - aber offenbar war der Einschlagwinkel günstig genug, sodass schwerere Verletzungen ausblieben.
Meinte auch sein Kumpel Rene Rast, der das DTM-Wochenende auf dem Norisring besuchte und den Crash aus der Schubert-Box erlebte. "Es hätte viel schlimmer ausgehen können, wenn Kelvin noch weiter in der Kurve gefahren wäre", erklärte der dreifache DTM-Champion, der letztes Jahr noch in van der Lindes Schubert-BMW saß. "Er hat viel Glück gehabt. Das ist das Schlimmste, was passiert, wenn man an der Fahrerseite getroffen wird."
Welch hohen Sicherheits-Standards die heutigen GT3-Rennwagen sämtlicher Hersteller entsprechen, stellte der Norisring-Unfall einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Wusste auch van der Linde, der sich bei seinem Arbeitgeber für das Sportgerät bedankte: "Ein riesiges Dankeschön an BMW für den extrem sicheren Rennwagen - ihr habt mir das Leben gerettet. Einen Südafrikaner bekommt man nicht so leicht klein. Wir sehen uns schon sehr bald wieder. "
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