Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) hat das Samstagsrennen auf dem Norisring von der Pole Position gewonnen und Aston Martin den ersten Sieg in der DTM beschert. Der erste von zwei Läufen auf dem Nürnberger Stadtkurs wurde durch einen schweren Unfall überschattet, der zwischenzeitlich eine knapp einstündige Unterbrechung mit roten Flaggen auslöste. Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) und Maximilian Paul (GRT-Lamborghini) kollidierten 20 Minuten vor dem Schluss mit hoher Geschwindigkeit in der ersten Kurve.

Paul wurde mit einem Verdacht auf Unterschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert und bleibt dort über Nacht, während van der Linde nach einem Check im Medical Center erste Entwarnung geben konnte. Alle Infos und Stimmen zum Horror-Crash lest ihr in diesem Artikel:

Nicki Thiim beschert Aston Martin ersten DTM-Sieg

Nach der 55-minütigen Reparaturphase behielt Thiim im Schlussspurt die Nerven und führte seinen grünen Aston Martin Vantage GT3 als Erster über die Ziellinie. Für den deutschsprachigen Dänen war es der zweite DTM-Sieg - den ersten hatte er 2024 errungen, ebenfalls auf dem Norisring.

Dahinter holte Maro Engel als Zweiter seinen dritten Podestplatz in der laufenden Saison und hat wieder die Führung in der Tabelle übernommen. Der Winward-Mercedes-Pilot überquerte die Ziellinie mit 0,5 Sekunden Rückstand zu Sieger Thiim, konnte aber zu keinem Zeitpunkt einen aussichtsreichen Überholversuch starten. Arjun Maini (HRT-Ford) komplettierte das Podium als Dritter und stand erstmals seit Spielberg 2024 wieder auf dem Treppchen. Der Inder hatte das Rennen von P3 aufgenommen.

Preining schimpft über fehlende Porsche-Pace

DTM-Vizemeister Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) belegte den vierten Platz und führte damit einen weiteren Mercedes-AMG GT3 in die Top-4 des Klassements. Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) und Rookie Finn Wiebelhaus (HRT-Ford) folgten auf den Plätzen fünf und sechs. Jules Gounon (Winward-Mercedes) und Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) komplettierten die Top-8.

Thomas Preining (Manthey-Porsche) war auf P9 der bestplatzierte der drei Porsche-Vertreter im Starterfeld. Der Österreicher lag wegen eines gut getimten Boxenstopps nach dem Re-Start in den Top-5, wurde dann aber durchgereicht. Preining regte sich deutlich hörbar am Teamfunk über die mangelnde Pace seines Porsche 911 GT3 R auf, der auf dem Norisring sportlich noch überhaupt keine Rolle spielt. Ben Dörr (Dörr-McLaren), der das Rennen wegen einer Disqualifikation vom 21. statt vom vierten Platz aufgenommen hatte, kämpfte sich bis auf P10 nach vorne.

Marco Wittmann bei Heimrennen vorzeitig raus

Marco Wittmann (Schubert-BMW) sah bei seinem Heimspiel nicht die Zielflagge. Der BMW-Pilot zog sich in der Startphase einen Reifenschaden zu und stellte sein Fahrzeug wenig später ab. Kein guter Start ins Wochenende für Wittmann, der das Rennen nur vom 18. Startplatz aufgenommen hatte. Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) sorgte nach einem Mauerkontakt für eine Safety-Car-Phase und markierte den zweiten Ausfall des Rennens.

Mit van der Linde fiel auch der zweite Schubert-BMW aus, ebenso Paul mit seinem GRT-Lamborghini. Timo Glock (Dörr-McLaren) sorgte wegen eines technischen Problems für den vierten vorzeitigen Ausfall im turbulenten Samstagsrennen.

DTM Norisring: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Nick Thiim eroberte seine zweite Saison-Pole mit einem neuen GT3-Qualifying-Rekord. Im zweigeteilten Zeittraining setzte sich der Aston-Martin-Fahrer per Fernduell gegen Maro Engel durch. Hinter dem Drittplatzierten Arjun Maini verlor Ben Dörr seinen vierten Startplatz im Nachgang wegen einer Disqualifikation. Jules Gounon erbte P4 vor Lucas Auer, Finn Wiebelhaus, Tom Kalender und Thierry Vermeulen. Lokalmatador Marco Wittmann kam nicht über Startplatz 18 hinaus, auch für Porsche gab es nichts zu holen.

Der Start: Nicki Thiim verteidigte die Pole durch die engen ersten Kurven vor Maro Engel. Der Start verlief insgesamt sauber für Norisring-Verhältnisse, nur Marco Wittmann (von P18) zog sich nach einem Kontakt einen Reifenschaden zu, musste die Boxengasse ansteuern und wenige Runden später seinen Schubert-BMW abstellen. Maximilian Paul (von P9) kassierte eine Penalty Lap wegen eines Frühstarts. Zu den Gewinnern der Startphase zählte Ben Dörr, der sich von Startplatz 21 früh bis auf P13 verbesserte.

Die erste Rennhälfte: In der Folge sortierte sich das Feld, bis Tom Kalender in Runde 19 eine Safety-Car-Phase auslöste. Der Mercedes-Junior hatte sich mittels selbstverschuldetem Mauerkontakt einen kapitalen Aufhängungs- und Reifenschaden hinten rechts zugezogen. Wegen der Gelbphase verzögerte sich das Pflicht-Boxenstopp-Fenster.

Beim Re-Start zur 22. Runde änderte sich nichts an den Positionen: Thiim vor Engel, Maini, Gounon und Auer an der Spitze. Wenig später öffnete sich das Boxenstopp-Fenster. Engel von P2, Dörr, van der Linde und Baert bogen in Runde 23 umgehend zum Pflicht-Reifenwechsel ab und tuckerten mit den vorgeschriebenen 40 km/h durch die Boxengasse. Bortolotti folgte einen Umlauf später.

Der weitere Rennverlauf: Maini von P3 und Engstler ließen in Runde 25 einen frischen Reifensatz aufschnallen. Bei Maini dauerte der Boxenstopp mit 10 Sekunden deutlich länger als üblich, was den Ford-Piloten den virtuellen dritten Platz kostete. HRT-Teamkollege Wiebelhaus (Stopp in 8,5 Sekunden), Vermeulen und Buus reagierten eine Runde später mit ihren Pflicht-Stopps.

Auer, Feller und Cairoli folgten im 27. Umlauf - Mercedes-Ass Auer kehrte vor Maini wieder auf die Strecke zurück. Der Inder holte sich den Platz nach einem harten Duell allerdings zurück. In Runde 30 bog schließlich auch Spitzenreiter Thiim ab und wahrte seinen knappen Vorsprung nach einem Top-Stopp in 5,8 Sekunden. Nur Preining und Paul waren zu diesem Zeitpunkt noch auf ihren Startreifen unterwegs.

In Runde 33 kam es zu einem schweren Unfall zwischen Maximilian Paul und Kelvin van der Linde in der ersten Kurve, der eine Full-Course-Yellow-Phase auslöste. Wenig später, 20:03 Minuten vor dem Rennende, unterbrach Rennleiter Sven Stoppe mit roten Flaggen. Nach einer knapp einstündigen Reparaturphase wurde das Rennen hinter dem Safety Car wieder aufgenommen. Timo Glock hatte seinen McLaren in der Zwischenzeit abgestellt.

In Runde 42 überholte Preining seinen Landsmann Auer und übernahm den vierten Platz. Der Porsche-Pilot konnte sich aber nicht absetzen und hielt den Rest des Feldes für eine ganze Weile auf. Auer schlug wenig später zurück, eroberte P4 zurück und distanzierte den Manthey-Porsche umgehend.

Preining regte sich daraufhin fürchterlich am Teamfunk über seine mangelnde Pace auf. Für Preining kam es noch dicker: Als nächste schlüpften Vermeulen, Wiebelhaus, Gounon und Bortolotti am Grello-Neunelfer vorbei. Nach diesem turbulenten Geplänkel im vorderen Mittelfeld tat sich nichts mehr auf der Strecke. Auer kam beim Kampf ums Podest nicht mehr an Maini voran, weiter vorne konnte auch Engel den Sieger Thiim nicht angreifen.

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