Kimi Antonelli hatte seine Revanche für den Formel-1-Sprint in Silverstone bereits nach dem Qualfiying vollmundig angekündigt - und ließ am Samstag Taten folgen. Lewis Hamilton hatte im Rennen mit dem Mercedes-Start letztendlich nur einen Gegner, und am Ende klar das Nachsehen. Der WM-Leader spielte die Überlegenheit seines Silberpfeils bis zur Zielflagge auf ganzer Linie aus.
"Kimi, gut gemacht. Macht dich die schnellste Runde am Ende glücklich?", funkte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinem Wunderkind nach dem Finish ins Auto. In der 17. und letzten Runde hatte Antonelli mit 1:31.607 Minuten noch die Fastest Lap hingelegt, und im Ziel mit fast drei Sekunden Vorsprung auf Lewis Hamilton nichts mehr anbrennen lassen. Das hatte der Italiener aber auch schon am Start nicht.
Kimi Antonelli muss am Start zurückstecken
Von Startplatz zwei gestartet, hielt er Pole-Sitter Lewis Hamilton nach dem Start in Kurve eins konsequent das Auto rein, musste aber zurückstecken. "Ich konnte das Momentum in die erste Kurve nicht ganz halten, ich war nicht weit genug daneben", erklärt der 19-Jährige, der dem Ferrari daraufhin wie ein Schatten folgte. Im Verfolgerfeld ging es zwischen fünf Fahrern zur Sache, womit er sich voll und ganz auf seine Attacke nach vorne konzentrieren konnte.
Auf dem sehr Power-sensitiven Kurs von Silverstone konnte Antonelli früh erkennen, dass der Ferrari auf die Runde gesehen Schwachstellen hat. "Es gibt viele Unterschiede, je nachdem, wie die Teams ihre Energie einteilen und sie nutzen", erklärt er. "Ich glaube, Lewis hat vor mir mehr Energie in den Highspeed-Sektionen eingesetzt als ich, während ich meine Energie eher zu Beginn der Runde genutzt habe. Es hängt also wirklich sehr stark davon ab, aber das schafft auch Chancen."
Lewis Hamilton gegen Antonelli-Attacke machtlos
In Runde acht war er dann in Schlagdistanz. "Als ich einmal in den Overtake-Bereich gelangte, kam ich näher und näher. Da wusste ich, dass meine Chance kommt", sagt er. Den ersten Angriff wehrte Hamilton nach einem Fehler in Kurve vier allerdings noch ab. "Nach Kurve vier war ich ganz nah dran, also fuhr ich neben ihn in Richtung Brooklyns, aber er setzte den Boost ein. Da entschied ich, noch zu warten."
Das Warten lohnte sich, denn auf der Hangar Straight hatte Lewis Hamilton ihm nichts mehr entgegenzusetzen, nachdem er kurz zuvor zum Verteidigen seine Batterie genutzt hatte. "Auf dem Weg zur Stowe habe ich alles abgerufen, was ging, und konnte so überholen. Das Auto war sehr stark", so der WM-Leader, der sich den ersten Sprint-Sieg seiner Formel-1-Karriere danach nicht mehr nehmen ließ. "Danach versuchte ich, meinen Rhythmus zu finden, ihm den Overtake-Modus zu nehmen und das Rennen dann nach Hause zu bringen."
Mercedes für Qualifying und Rennen in Silverstone optimal aufgestellt
Für das Qualifying und den Grand Prix sieht sich Kimi Antonelli nach dem nächsten Erfolg in einer optimalen Position, den Vorsprung in der WM weiter auszubauen: "Das Auto hat sich während des Rennens auch beim Reifenverschleiß gut angefühlt. Daher würde ich nicht viel ändern wollen. Im Qualifying geht es eher darum, noch mehr aus mir herauszuholen. Aber ich denke, wir sind auf einem ziemlich guten Weg."


diese Formel 1 Nachricht