Manche Beobachter staunten nicht schlecht, als beim DTM-Rennen auf dem Nürburgring ein ehemaliger Formel-1-Vizeweltmeister durchs Fahrerlager und die Startaufstellung schlenderte: Heinz-Harald Frentzen stattete der deutschen Traditionsserie respektive seinem früheren Arbeitsplatz einen Besuch ab. Tochter Lea hatte eine VIP-Einladung von der DTM erhalten und brachte prompt ihren prominenten Vater mit.

Long time, no see, HHF: Frentzen sei zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder bei der DTM zu Gast gewesen, sagte er vor dem Sonntagsrennen bei ProSieben. Demnach erstmals seit 2006, als er seine letzte Saison in der DTM für Audi bestritt. Der heute 59-Jährige blickt auf 32 Starts und vier Podestplätze mit dem früheren Opel-Team Holzer (2004-2005) sowie Ex-Audi-Werksteam Abt Sportsline (2006) zurück, nachdem er seine erfolgreiche Formel-1-Karriere beendet hatte.

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Heinz-Harald Frentzen: "Vielfalt in DTM finde ich super"

Zu Frentzens aktiven Zeiten mit den Silhouetten-Prototypen hatten die Werke und die ITR das Sagen, inzwischen läuft die DTM auf Kundensport-Basis mit Werksunterstützung. Die heutigen GT3-Rennwagen kennt Frentzen, der 2011, 2012 sowie 2014 im ADAC GT Masters für Callaway-Corvette und HTP-Mercedes antrat. Zur Mitte der Saison 2014 zog er sich in Folge einer Knie-Operation zurück und bestritt danach keine Rennen mehr unter Wettbewerbsbedingungen.

"Ich finde es schön, dass hier so viele Marken unterwegs sind", sagte Frentzen, der die DTM-Rennen "nicht detailliert, aber ab und zu" verfolge. "Zu meiner Zeit hatten wir ja leider nur zwei, maximal drei Hersteller. Diese Vielfalt finde ich super in der DTM."

Heinz-Harald Frentzen und Tochter Lea bei der DTM am Nürburgring
Frentzen vor dem Lambo seines früheren DTM-Teams Abt Sportsline, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography

Frentzens Ende bei Audi: Für die DTM-Geschichtsbücher

Frentzen traf in der Startaufstellung unter anderem seine alten Weggefährten von Abt Sportsline, die nach dem Abschied von Audi inzwischen auf Lamborghini umgesattelt haben. Vor 20 Jahren hatten sich der gebürtige Mönchengladbacher und Audi Sport unter der damaligen Leitung von Dr. Wolfgang Ullrich nicht im allerbesten Verhältnis getrennt. Frentzen fühlte sich bei Audi benachteiligt, machte seinem Ärger mehrfach öffentlich Luft und schwänzte die Abschlussgala nach einer Kollision mit Mattias Ekström beim Finale in Hockenheim.

Schnee von gestern und eine weitere Anekdote in den Geschichtsbüchern der DTM. Jetzt freute sich vor allem Tochter Lea, mit ihrem Vater gemeinsam ein Rennen besuchen zu können. Die 26-Jährige engagiert sich seit drei Jahren als Content Creatorin im Motorsport und berichtet ihren 126.000 Instagram-Followern von Erlebnissen im Formel-1-Paddock.

"Zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Vater die DTM zu besuchen, ist ein besonderes Gefühl", sagte sie am Nürburgring. "Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele Fans mein Vater heute noch hat. Das Coolste ist für mich bei der DTM definitiv der Start, wenn alle Fahrzeuge zusammen in die erste Kurve fahren."

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