Die erste Testwoche ist vorbei: Jetzt hat das Formel 1 Jahr 2006 endgültig begonnen. Von Dienstag bis Samstag drehten neun der maximal elf F1-Teams ihre Runden in Jerez de la Frontera. Vier Rennställe kehren bereits am Dienstag an Ort und Stelle auf den Asphalt zurück. Die anderen vertreiben sich die Wartezeit bis zum Barcelona-Test in der kommenden Woche mit Teampräsentationen oder Privattests.

Renault: Erfolgreiches Debüt

Renault erlebte einen guten ersten Test., Foto: Sutton
Renault erlebte einen guten ersten Test., Foto: Sutton

Für Renault war die erste Testwoche des neuen Jahres nicht nur wegen der Wiederaufnahme der Testarbeiten von entscheidender Bedeutung: Schließlich debütierte am vergangenen Dienstag der Nachfolger des aktuellen Weltmeisterautos; der R26. An vier Tagen teilten sich die beiden Stammpiloten die ersten Ausfahrten mit ihrem neuen Arbeitsgerät brüderlich auf: Zuerst übernahm Giancarlo Fisichella das äußerst erfolgreiche Roll-Out des neuen Autos, dann setzte Fernando Alonso die ersten viel versprechenden Rundenzeiten mit dem R26. Zudem war der jeweils andere Fahrer mit einem R25 unterwegs. In dieser Woche konzentrieren sich die Franzosen auf die Auswertung der gesammelten Testdaten, um dann ab der nächsten Woche bereits die ersten Neuerungen am R26 in Barcelona zu testen.

McLaren: Oranger Zehnzylinder

Bis zur offiziellen Vorstellung des neuen MP4-21 gelten zwei Regeln: Das geflügelte Wort vom Silberpfeil ist Geschichte und der V8-Motor wird durch einen V10 ersetzt. Somit schlagen bei den anstehenden Tests in Jerez die erprobten V10-Aggregate im Heck der Orange lackierten Übergangsboliden. Notwendig wurde dies, weil Mercedes nur noch Triebwerke für den neuen Wagen herstellt und diese eine andere Aufhängung als der MP4-20B sie verlangt verwenden. Von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche setzt das Team seine Saisonvorbereitung in Südspanien fort.

Ferrari: Der nächste Neue kommt

Marc Gené übernahm die Arbeiten von Schumacher & Badier., Foto: Sutton
Marc Gené übernahm die Arbeiten von Schumacher & Badier., Foto: Sutton

Während Michael Schumacher seinem Tatendrang an zwei Testtagen mit einem F2004-M samt V8-Motor Ausdruck in Spitzenzeiten verlieh, sammelten Luca Badoer und Marc Gené weitere Testerfahrungen mit dem V10-getriebenen F2005. Zeitgleich feierte das gesamte Team in Madonna di Campiglio seine alljährliche Skiwoche. In dieser Woche heißt es hingegen wieder das volle Augenmerk auf die neue Saison zu richten: Schon zu Beginn dieser Woche soll der neue Bolide sein Roll-Out erleben. Danach stehen einige Testtage mit Michael Schumacher in Fiorano auf dem Plan. Erst dann wird der bis dahin komplett in Rot lackierte Wagen am 24. Januar in Mugello präsentiert.

Toyota: Den Weg fortsetzen

Aufgrund der Fahrzeugpräsentation am vergangenen Samstag beendete Toyota seine erste Jerez-Testwoche bereits am Donnerstag. Aber schon am Dienstag geht es weiter: Dann werden Ralf Schumacher und Jarno Trulli für drei Tage mit je einem TF106 in Jerez testen. Mit dem bisherigen Testverlauf sind die Japaner auf jeden Fall zufrieden, weswegen die Zielsetzung für 2006 ganz klar der erste GP-Sieg ist. Ricardo Zonta sieht seine Truppe in dieser Hinsicht auf bestem Wege...

Williams: Immer weiter testen

Auch in der ersten Testwoche des neuen Jahres wurde das Williams-Team vom Fehlerteufel und Kinderkrankheiten geplagt. In Jerez erhalten Nico Rosberg und Alexander Wurz die Gelegenheit an drei Tagen weiter an Verbesserungen und Problemlösungen zu arbeiten. Der Österreicher feierte in der vergangenen Woche ein kurzes, da von Problemen nicht verschontes, Testdebüt für sein neues Team. Vor der Präsentation des neuen FW28 am 27. Januar gibt es also noch einiges zu erledigen.

Honda: Schock für Rubinho

Rubinho erlebte den ersten Schock des Jahres., Foto: Sutton
Rubinho erlebte den ersten Schock des Jahres., Foto: Sutton

Das neue Honda-Werksteam ist das vierte und letzte Team, das in dieser Woche drei Tage lang in Jerez aktiv sein wird. Die Mannschaft rund um Sportdirektor Gil de Ferran wird wie Williams von Mittwoch bis Freitag zugegen sein. Zusammen mit James Rossiter und Anthony Davidson gab in der letzten Woche Rubens Barrichello seinen Testeinstand für die Truppe aus Brackley. Während der Brasilianer mit dem V10-getriebenen 007 exakt die gleiche Zeit wie McLaren-Tester Pedro de la Rosa erzielte, waren seine ersten Runden im V8 Concept Car wie ein riesiger Schock für ihn. Erst im Laufe der Testwoche gewöhnte sich der Ex-Ferrari-Mann an das neue Fahrgefühl mit den Achtzylindern.

Red Bull Racing: Sexy, aber zickig

Formel 1 Autos sind wie Menschen: Beim Roll-Out in Silverstone lobte David Coulthard den RB2 noch als "sexy", beim ersten richtigen Test in Jerez zeigte sich der neue Red Bull Renner allerdings mehr als nur ein bisschen zickig. Neben den üblichen Kinderkrankheiten eines neuen Boliden, bereitete den roten Bullen vor allem die Kühlung des neuen Ferrari-V8 großes Kopfzerbrechen. Bis zum nächsten Test soll nun eine Lösung gefunden werden. Nicht besonders hilfreich war deshalb Christian Kliens Kiesbettausrutscher am Freitag, welcher den zweiten Testtag des Österreichers mit seinem neuen Arbeitsgerät stark einschränkte. Insgesamt fand sich der RB2 in Jerez hauptsächlich an zwei Orten wieder: Dem Ende der Zeitenliste und auf dem Abschleppwagen...

BMW Sauber: Ready to launch

Nick Heidfeld hatte in Jerez eine weiße Weste., Foto: Sutton
Nick Heidfeld hatte in Jerez eine weiße Weste., Foto: Sutton

Am Montagabend stellt BMW seine neue Kollektion vor. Am Dienstagmorgen erblickt in Valencia der neue Rennwagen für die anstehende Saison das Licht der F1-Welt. Zuvor testete Nick Heidfeld an drei Tagen in Jerez. Im Vordergrund des Testprogramms standen vor allem Reifentests, Systemchecks und Arbeiten an den Bremsen. Besonders auffällig war die Interimslackierung des C24B, der Sauber-untypisch in Schneeweiß daher fuhr.

MF1 Racing: Das Jahr kann beginnen

Fehlte das Ex-Jordan-Team in der letzten Woche noch, beginnt nun auch für Midland das Testjahr 2006. Im heimischen Silverstone direkt vor den Toren der alten Jordan-Fabrik absolviert MF1 Racing einen viertägigen Test. Die Fahrerfrage ist derweil noch immer nicht geklärt: Weder der dritte Mann noch Tiago Monteiro als zweiter Stammpilot wurden bisher offiziell bestätigt. Das neue Auto wird erst Anfang Februar präsentiert.

Scuderia Toro Rosso: Mach's noch einmal RB1

Im Gegensatz zum Schwesterteam RBR erlebte die Scuderia Toro Rosso mit dem Vorjahres-Red Bull zwei weitestgehend erfolgreiche Testtage. Im Einsatz waren sowohl Tonio Liuzzi als auch Scott Speed. Der erste Test des neuen Autos, dessen spektakuläre Lackierung erst im Rahmen der Präsentation in Bahrain enthüllt werden soll, ist für Ende Januar geplant.