Der Donnerstag ist langweilig. Diesen Eindruck könnte man bekommen, wenn man die bisherigen drei Tage dieser Woche zum Maßstab nimmt.

Montag: Testdebüt des neuen McLaren Mercedes MP4-21.
Dienstag: Präsentation des neuen Ferrari 248 F1.
Mittwoch: Präsentation des neuen Honda RA106.

Und was hat der Donnerstag zu bieten? Nichts. Wobei: Ganz so wenig ist heute doch nicht los. Denn in Barcelona gehen die Tests in ihren vierten Tag. Und dieser hat es wahrlich in sich: Schließlich trifft dort der neue Ferrari mit Michael Schumacher am Steuer erstmals auf die Konkurrenz.

Der 248 F1 muss sich also mit dem neuen BMW Sauber F1.06, dem MP4-21, dem RA106, dem Renault R26 und dem Toyota TF106 messen. Ganz zu schweigen von der Testrückkehr des Vizechampions: Heute steigt Kimi Räikkönen zum ersten Mal seit dem WM-Finale in China ins Cockpit. Da soll noch einmal jemand sagen, der Donnerstag sei langweilig....

Die Woche der Neuen bisher

McLaren Mercedes MP4-21 Als am Montag ein oranger McLaren aus der Box rollte, war die erste Reaktion: Der Delphin ist wieder da! Im Gegensatz zur Entenschnabel-Optik des Vorjahres, setzt McLaren in dieser Saison wieder auf eine schmale Fahrzeugnase. Damit folgen die nicht mehr so ganz Silbernen der Konkurrenz von Renault, die ihre schmale Front im letzten Jahr vom MP4-18/19(B) übernahmen. Ansonsten führte sich der 21er gut ein: Abgesehen von einem Öldruckproblem am Shakedown-Tag zeigte sich der orange Blitz sowohl zuverlässig als auch schnell. Allerdings galt dies nur so lange die Rivalen von Ferrari, Renault und Honda noch nicht aktiv waren. Danach rutschte Juan Pablo Montoya in den Zeitenlisten ab. Viel zu bedeuten hat dies aber nicht.

Ferrari 248 F1: Wie die meisten 2006er Boliden stellt auch der 248 F1 eine Weiterentwicklung seines Vorgängers dar. Eine der größten Veränderungen betrifft eines der kleinsten Teile: Die Rückspiegel rückten ganz nach außen. Ansonsten fällt vor allem eines auf: Im Vergleich zum RB2 oder R26 besitzt der 248 F1 kein so kompaktes Heck. Die größte Veränderung ist somit der Name: Dieser entspricht der alten Tradition folgend dem System 2,4 Liter Hubraum, 8 Zylinder: 248. Wie sich das neue Arbeitsgerät von Michael Schumacher im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, erfahren wir im Laufe des heutigen Testtages.

Honda RA106: Zwei Sternschnuppenartige Winglets prangen auf Cockpithöhe an den Seitenkästen des in Honda Racing White gehaltenen RA106. Davon abgesehen präsentiert sich der erste reinrassige Honda-Bolide seit Ende der 60er Jahre als Evolution seiner B•A•R-Vorgänger. Das Besondere am Launch des RA106 war nicht die neue Zurückhaltung, die mittlerweile fast alle Teams bei ihren Präsentationen an den Tag legen, sondern die Anzahl der verfügbaren Autos: Schon beim ersten Test stellte Honda beiden Stammfahrern je einen RA106 zur Verfügung. Und damit kamen sie auf Anhieb gut zurecht. Jenson Button und Rubens Barrichello setzten sich sofort im oberen Drittel der Zeitentabelle fest.

Einen haben wir noch: Nach der kurzen Verschnaufpause am Donnerstag, heißt es am Freitag noch einmal aufgepasst. Dann erblickt in Grove der neue Williams Cosworth FW28 das Licht der Welt. Mark Webber und Nico Rosberg freuen sich schon jetzt auf ihre erste Ausfahrt im FW28 am Samstag in Valencia.