Obwohl der Renault R25 im Vorjahr mit einer grandiosen Siegesserie einen Blitzstart hingelegt hat, wurde er gegen Saisonende nicht mehr als das schnellste Auto angesehen. Dieses Privileg erfuhr sich der MP4-20 aus dem Hause McLaren Mercedes. Die beiden WM-Titel gingen dennoch nach Enstone und Viry-Châtillon.
Für RenaultF1-Präsident Patrick Faure kann es deshalb in dieser Saison "nur das Ziel" sein "diesen Performance-Level zu halten und am Ende, bei den letzten Rennen der Saison, um den Titel zu kämpfen."
Der doppelte Titelgewinn scheint das Selbstvertrauen der Gelb-Blauen in ungeahnte Höhen getrieben zu haben. Denn neben Faure sprechen auch alle anderen Verantwortlichen über Siege und die Titelverteidigung.

"Wir haben uns hohe Ziele gesetzt und möchten gewinnen", kündigte Technikdirektor Bob Bell an. "Unsere Herangehensweise bei Renault ist pragmatisch. Wir sind aggressiv, aber auch realistisch. Wir müssen in eine Position gelangen um zu gewinnen und dafür benötigt man ein gutes Paket: Einen starken, zuverlässigen Motor und ein schnelles, einfach zu fahrendes Auto."
Dabei ist sich Bell sicher: "Ein Auto das 2005 schnell war, wird auch 2006 schnell sein." Dafür soll erneut eine kontinuierliche Weiterentwicklung des neuen R26 sorgen. "Wir haben einige viel versprechende mittel- und langfristige Entwicklungen in der Pipeline. Zudem werden wir vor dem ersten Rennen noch ein Aerodynamik-Update einführen." Der Wagen der in Bahrain fahren wird, soll also "ganz anders" als der heute präsentierte und seit Anfang Januar getestete R26 aussehen.
Aber nicht nur Bob Bell möchte "2006 an der Spitze" bleiben. "Ich möchte den WM-Titel gewinnen", lautet die klare Zielsetzung von Giancarlo Fisichella. "Ich möchte Punkte holen, Rennen gewinnen und im Titelkampf bis zum letzten Rennen eine Rolle spielen."
Da natürlich auch der amtierende Champion Fernando Alonso ähnliche Gelüste hegt, erwartet Fisico einen harten Kampf gegen seinen Teamkollegen. "Wir sind auf dem gleichen Level und ich hoffe auf einen guten Zweikampf mit ihm."

"Zu diesem Zeitpunkt des Jahres bedeutet es nicht viel zu sagen, dass man den Titel gewinnen könne", gibt sich Alonso etwas zurückhaltender als sein Teampartner, "aber ich möchte auf jeden Fall wieder darum kämpfen. Mein Ziel ist es die Nummer 1 auf der Nase meines Autos zu verteidigen."
Als Hauptgegner sieht Fernando Ferrari und McLaren an. "Zudem erleben wir in jedem Jahr eine Überraschung. 2004 war es Honda, 2005 Toyota. Deshalb erwarte ich zumindest eines dieser beiden Teams sehr stark."
Sein Boss Patrick Faure schätzt die Konkurrenzsituation ähnlich ein. "Wir können einen intensiven Kampf zwischen Renault, McLaren, Ferrari und vielleicht noch weiteren Konkurrenten erwarten", so Faure, der hinzufügt: "Unser Fokus liegt bei der Wiederholung unseres Erfolgs."
Der bevorstehende Wechsel von Alonso zu McLaren Mercedes wird laut dem Spanier keinen Einfluss auf seine Leistungen haben. "Ich gebe immer 100% und bis zum Montag nach dem letzten Rennen werde ich an nichts anderes denken. Egal gegen welche Autos ich kämpfen muss, ich werde immer mein Bestes geben." Für Renault zählt 2006 eben nur der Titel.



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