Mit dem Silverstone Circuit steht in der Formel 1 2026 am kommenden Wochenende einer der bedeutendsten Klassiker auf dem Programm. Die Highspeed-Strecke im Motorsport Valley ist einer der Fixpunkte im Kalender, der in einer gewöhnlichen Saison allein aufgrund seines unfassbaren schnellen, flüssigen und trotzdem für gutes Racing bekannten Layouts die Fahrer mit der Zunge schnalzen lässt.

Doch 2026 könnte alles anders sein. Schnelle Kurven und lange Geraden sind nicht unbedingt das beste Rezept für die aktuelle Generation an energiearmen Formel-1-Motoren. Max Verstappen befürchtet schon das Schlimmste für das kommende Rennen, wie er in der Pressekonferenz nach dem Österreich-GP sagte.

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Silverstone im Simulator: "Fühlt sich wie eine andere Strecke an"

Als er sich im Red-Bull-Simulator in Milton Keynes ein Gefühl für die Strecke verschaffte, wurden seine Befürchtungen bestätigt. "Silverstone. Ich liebe diese Strecke, aber ich bin ein paar Runden auf dem Simulator gefahren und ich begann einfach zu lachen", so der vierfache Weltmeister, der als einer der größten Kritiker der aktuellen elektrolastigen Motor-Generation auftritt.

"Es fühlte sich wie eine andere Strecke an, um ehrlich zu sein. Man hat kaum Batterie rund um die Strecke. Es ist einfach die ganze Zeit Vollgas", beschrieb der Red-Bull-Fahrer seine Erfahrungen und stellte den Vergleich an, was das Streckenlayout etwa von Spielberg unterscheidet. Der Kurs in der Steiermark zählt ebenfalls zu den Power-Strecken im Kalender, unterscheidet sich allerdings in einem bestimmten Merkmal von Silverstone.

"Hier [in Spielberg, d. Red] hat man lange Geraden und große Bremszonen, deshalb kann man die Batterie laden. Dort hat man lange Geraden aber dann zum Beispiel eine schnelle Kurve. Man kann also nicht wirklich die Batterien laden, und auf der nächsten Geraden hast du nicht mehr viel zu verbrauchen", verglich Verstappen.

Wird in Silverstone zu wenig gebremst? Das sagen die Daten

Der Silverstone Circuit kommt gemessen an der Pole-Zeit der Vorsaison auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 249,8 km/h, was ihn hinter Monza, Melbourne und Spa-Francorchamps zur viertschnellste Strecke im aktuellen F1-Kalender macht. Nur zum Vergleich: Der Red Bull Ring belegt mit 243,4 km/h die sechste Position in dieser Statistik.

Aber die Durchschnittsgeschwindigkeit ist eben nicht der ausschlaggebende Faktor, wie Max Verstappen betonte, sondern die Art und Weise, wie diese Rundenzeit generiert wird. In Silverstone werden die Fahrer laut Brembo nur dreimal pro Runde überhaupt die Bremse betätigen. Oder in anderen Worten: Etwa acht Prozent einer Runde verbringen sie auf der Bremse, was der niedrigste Wert aller Strecken in der bisherigen Saison ist. Im Schnitt liegt dieser Wert zwischen 15 und 16 Prozent. Sogar in Australien und Japan wird mit etwa zehn Prozent signifikant mehr gebremst.

Vale ist in Silverstone die Kurve mit der härtesten Bremszone mit einer unegefähren Distanz von 125 Metern und einer Bremszeit von 2,45 Sekunden, in denen um etwa 152 km/h verlangsamt wird. Die dabei errechnete Bremskraft beträgt 1081 Kilowatt. Zum Vergleich: Österreich hatte mit Kurve 1, Kurve 3 und Kurve 4 gleich drei Bremszonen mit einer deutlich höheren Belastung von circa 1500 Kilowatt und einer stärkeren Verlangsamung. Auch alle weiteren Strecken, auf denen die Formel 1 2026 bisher Station gemacht hat, verfügen über mindestens eine Bremszone (meist sogar über mehrere), in denen die Fahrer härter in die Eisen steigen.

Die Besonderheit an Silverstone ist, dass im Gegensatz zu einigen Formel-1-Strecken, an denen den Fahrern am Ende der Gerade die Energie ausging, vor allem die schnellen Kurven betroffen sind. Passagen wie Copse und Maggotts-Becketts - einer der beliebtesten und herausforderndsten Abschnitte im Formel-1-Rennkalender - könnten aufgrund der Energiearmut zu Vollgaspassagen werden, da wenig bis keine Elektro-Power eingespeist oder sogar rekuperiert wird.

In Australien und Japan zeigte die Energiearmut ihre bisher wildesten Auswüchse in Form von bewusstem Verlangsamen auf der Qualifying-Runde, unabsichtlichen Überholmanövern oder massiven Speed-Unterschieden. So schlimm wird Silverstone nicht werden, dafür sorgen eine Reihe von Regeländerungen aus dem April: