McLaren tritt bei seinem Heim-Grand-Prix an diesem Wochenende in Silverstone mit einer einmaligen Sonderlackierung an, die gemeinsam mit dem Technologiepartner Google Gemini entwickelt wurde. Das Design ist eine direkte Hommage an den historischen McLaren M2B – dem ersten Formel-1-Boliden des Teams, der 1966 beim Großen Preis von Monaco sein Debüt feierte. Die damalige Farbgebung war das Resultat einer kuriosen Geschichte.

Ursprünglich sollte das Team in den traditionellen Nationalfarben von Bruce McLarens Heimat Neuseeland - Grün, Schwarz und Silber - antreten. Doch der Teamgründer hatte mit Regisseur John Frankenheimer vereinbart, für dessen legendären Hollywood-Film Grand Prix als fiktives Team "Yamura" aufzutreten. Statt des neuseeländischen Designs erschien der M2B auf der Leinwand und der Strecke daher in Weiß mit einem grünen Mittelstreifen. Genau diese Optik greift McLaren wieder auf.

Livery-Vergleich 1966 mit 2026
Designvergleich 1966 vs. 2026, Foto: McLaren F1 / Motorsport-Magazin.com
Neue McLaren-Livery von der Front
Der grüne Mittelstreifen sticht sofort in Ausge, Foto: McLaren Formula 1 Team

Der aktuelle MCL40 zollt seinem berühmten Vorgänger mit einer schimmernd weißen Karosserie Tribut, die von einem dunkelgrünen Streifen durchzogen wird. Eine passende Hommage für eine der legendärsten Rennstrecken des Motorsports, wenn auch nicht mehr auf exakt jener Streckenkonfiguration, auf der McLaren im Juli 1966 seinen allerersten WM-Punkt erzielte. Stolze 8.267,5 Weltmeisterschaftspunkte später erinnert sich das Team an den M2B als jenen Funken, der das papaya-rote Feuer einst entfachte.

McLaren rechnet erneut mit engem Vierkampf

Nach den Plätzen vier und sieben im schwierigen Grand Prix von Österreich will McLaren vor heimischem Publikum wieder ganz vorne mitmischen. "Wir erwarten, dass sich dieser enge Vierkampf zwischen Mercedes, Ferrari, Red Bull und uns fortsetzt. Deshalb wird es entscheidend sein, jeden Aspekt unseres Pakets optimal auszuschöpfen", erklärt Randy Singh, Senior Director Racing bei McLaren.

Die Streckencharakteristik unterscheidet sich grundlegend vom Stop-and-Go-Kurs in Spielberg. Silverstone wird von extrem langen Geraden und brutalen Highspeed-Kurven geprägt, aber auch die langsamen, technischen Abschnitte sind entscheidend. Effizienz ist hier Trumpf, vor allem wegen der enormen Anforderungen an das elektrische Energiemanagement während des anstehenden Sprint-Wochenendes.

Max Verstappen fürchtet, dass Silverstone nicht mehr dasselbe sein wird. Im Simulator habe er nur noch darüber lachen können.

"Die Fahrer müssen dem Auto voll vertrauen können, um in den Hochgeschwindigkeitsabschnitten das Maximum herauszuholen, denn kleinste Unterschiede wirken sich deutlich auf die Rundenzeit aus", analysiert Singh. Auch die Reifen werden dieses Wochenende wieder zum entscheidenden Faktor. "Wir rechnen mit einem trockenen und heißen Wochenende, wodurch das Reifenmanagement eine große Herausforderung wird. Da es ein Sprint-Wochenende ist und die Trainingszeit begrenzt ist, müssen wir von Beginn an voll da sein. Wer die Erkenntnisse aus den Sprint-Sessions am schnellsten umsetzt, wird sich im Qualifying und im Rennen einen entscheidenden Vorteil verschaffen."

Red Bull glänzt, Ferrari verzweifelt! Österreich: Tops & Flops (54:59 Min.)

McLaren Statistik – Großbritannien GP:

  • Siege: 14
  • Pole Positions: 7
  • Podestplätze: 37
  • Schnellste Rennrunden: 8
  • Jüngster Sieg: Lando Norris im MCL39, 2025
  • Besonderes Rennen: Peter Revson holt im M23 McLarens ersten Sieg beim Großen Preis von Großbritannien1973
  • Legendäres Rennen: John Watson gewinnt im MP4/1 1981

Besonderes Highlight für Formel-1-Fans

Eben jener John Watson kehrt an diesem Wochenende nach Silverstone zurück. Der viermalige McLaren-Rennsieger wird am Samstagvormittag den legendären MP4/1 bei einer Demofahrt pilotieren. Watsons Triumph von 1981 war aus technischer Sicht ein Meilenstein für die gesamte Formel 1: Er bescherte nicht nur der britischen Fan-Gemeinde einen viel umjubelten Heimerfolg, sondern war zugleich der allererste Sieg eines Fahrzeugs mit einem vollständigen Chassis aus Kohlefaser. Dieser Durchbruch bestätigte einen mutigen technischen Kurs und machte Carbon zum bis heute unumstößlichen Grundpfeiler moderner F1-Konstruktionen.