Im Sprint-Qualifying der Formel 1 in Silverstone blieb Kimi Antonelli für Lewis Hamilton der einzige ernstzunehmende Gegner. Beinahe hätte er die Pole-Sensation durch den Rekordweltmeister bei dessen Heimspiel verhindert. Am Ende musste er sich dem Briten hauchdünn geschlagen geben. Nach einem schwachem Start war Platz zwei für ihn dennoch ein positiver Ausgang. Mit der Ferrari-Konkurrenz kann sich der WM-Leader außerdem anfreunden. Auf die Distanz sieht er gegen die Roten alle Chancen für eine Revanche.

"Ferrari hat einen unglaublichen Schritt nach vorne gemacht. Es wird sehr hart und Lewis ist in toller Form. Aber das ist gut so. Uns gefällt diese Herausforderung", so Antonelli, der im SQ3 nur 0,011 Sekunden langsamer als Lewis Hamilton war. Der neunfache Silverstone-Sieger hatte auch in den ersten beiden Teilen auf dem Medium-Reifen (C2) jeweils die Bestzeit markiert, während zu Beginn Mercedes nicht richtig auf Touren kam.

Kimi Antonelli gelingt Mercedes-Turnaround im Sprint-Qualifying

Im SQ1 war Antonelli nur Siebter, eine knappe halbe Sekunde über der Zeit von Hamilton. Eine kurzfristige Setup-Änderung machte den Unterschied. "Das SQ1 fühlte sich etwas schlecht an. Ich habe mich im Auto nicht so gut gefühlt und wir haben für das SQ2 die Balance etwas angepasst, das war ein Unterschied wie Tag und Nacht", erklärt der 19-jährige Italiener. Den zweiten Teil, der ebenfalls auf Medium gefahren wurde, beendete er auf P2, nur 0,099 Sekunden hinter Hamilton.

Mit dem Soft-Reifen (C3) war im SQ3 nur ein Schuss möglich. Drei Minuten vor Schluss machten sich die Top-10 auf die Strecke, Antonelli war dabei das fünfte Auto auf der Strecke, Hamilton das siebte. Das Mercedes-Talent legte mit 1:28.387 Minuten vor, doch es reichte nicht: "Im SQ3 habe ich ein bisschen Zeit liegen gelassen. Die Runde war okay, aber es war leider sehr eng mit Lewis."

Mercedes im Sprint mit Chancen gegen Ferrari

Bereits vor einer Woche machte Ferrari auf eine Runde eine gute Figur, ging in Österreich von den Startplätzen zwei und drei in den Grand Prix. Die Rennpace war dort allerdings nicht im Ansatz konkurrenzfähig. In Großbritannien ist es mit 25 Grad Celsius Luft- und rund 40 Grad Celsius Asphalttemperatur jeweils rund zehn Grad kühler als am Red Bull Ring. Kimi Antonelli sieht sich für den Sprint über 17 Runden am Samstag in einer guten Position, erwartet aber kein leichtes Spiel mit Ferrari.

"Wir werden natürlich voll angreifen und unser Bestes versuchen. Es wird nicht leicht, aber wir haben alle Chancen, einen guten Job zu machen. Also werden wir dafür sorgen, dass wir einen guten Job machen", gibt sich der WM-Führende kämpferisch. In der Meisterschaft liegt er vor dem vierten Sprint des Jahres mit 40 Punkten auf George Russell und 46 auf Lewis Hamilton an der Spitze.