Zum Ende der Sommerpause gibt es einen neuen Investor im Formel-1-Team von Aston Martin. Die vom kanadischen Milliardär angeführte Truppe von Lawrence Stroll zieht dabei einen dicken Fisch an Land. Der US-amerikanische Pharma-Erbe, Sportinvestor und NFL-Teambesitzer Robert Wood "Woody" Johnson kauft sich Anteile von Aston Martins F1-Mannschaft.

Dabei handelt es sich um einen strategischen Minderheitsanteil. Johnson wird ab sofort dadurch auch einer der stellvertretenden Vorsitzenden im Vorstand. Sein Fokus soll auf einer kommerziellen Erweiterung des Teams in den Vereinigten Staaten liegen, lässt Aston Martin am Donnerstag vor dem Niederlande-GP wissen.

Über diese kommerziellen Aspekte hinaus wird Johnson aber keinen Einfluss haben, stellt Aston Martin klar. Das operative F1-Tagesgeschäft wird fest in der Hand von Lawrence Stroll bleiben, der das Team 2018 erworben hatte und seither als Leitender Vorsitzender und Hauptanteilseigner über sein "Yew Tree"-Konsortium hier fest die Zügel in der Hand hält.

Johnsons Wissen über die kommerzielle Sportvermarktung in den USA ist aber für Stroll eine willkommene Ergänzung: "Seine Erfahrung, Leidenschaft und sein Investment stärken unsere Position weiter, jetzt, da wir die nächste Phase unserer Wettbewerbsreise beginnen. Seine tiefe Wertschätzung unserer Marke, zusammen mit seinem Einsatz für Innovation und kommerziellen Chancen, macht ihn zu einem idealen Partner für die Zukunft."

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Wer ist der neue Aston-Martin-Teilhaber Woody Johnson?

Das bezieht sich insofern auf Johnsons Rolle als Eigentümer der New York Jets. Johnson hatte das NFL-Team im Jahr 2000 erworben. Zu seinem Sport-Portfolio ergänzte er erst 2025 auch den britischen Fußballclub Crystal Palace. Hintergrund ist hier, dass er von 2017 bis 2021 US-Botschafter in Großbritannien gewesen war.

Woody Johnson, Eigentümer der New York Jets, im Gespräch mit Quarterback Aaron Rodgers
Der damalige Jets-Quarterback Aaron Rodgers im Gespräch mit Woody Johnson, Foto: IMAGO / Newscom World

Aus dieser Zeit stammte nicht nur sein Wunsch, auch einen britischen Fußballclub zu besitzen. Auch die erste Annäherung zu Aston Martin und Stroll kam damals zustande, so Johnson: "Ich entwickelte da eine tiefe Wertschätzung für Aston Martins reiche Vergangenheit, sowie für Lawrence Strolls strategische Vision und seinen Unternehmergeist."

Grundstein für Johnsons Vermögen, mit dem er diverse Investment-Unternehmungen betreibt, ist hier sein Familienbesitz. Johnson ist einer der Erben der Familie hinter dem Pharmariesen Johnson & Johnson. Sein Kauf der New York Jets im Jahr 2000 kostete ihm damals 635 Millionen US-Dollar. Heute schätzt das US-Magazin Forbes den Wert des Teams auf jenseits der 8 Milliarden US-Dollar.

New-York-Jets-Eigentümer Woody Johnson
Woody Johnson, Foto: IMAGO / PRiME Media Images

Während Johnson wirtschaftliche Erfolge mit den Jets vorweisen kann, ist das Team sportlich im Nirgendwo. Seit 2010 hat sich das Team nicht mehr für die NFL-Playoffs qualifiziert - die aktuell längste Dürre der Liga. Johnson sieht sich diesbezüglich wachsender Kritik ausgesetzt, und gilt als Eigentümer, der sich unnötig ins Tagesgeschäft einmischt. Tiefpunkt war ein Bericht von 'The Athletic' aus dem Jahr 2024, in welchem suggeriert wurde, dass Johnson Transfers anhand von Ratings der Spieler im offiziellen NFL-Videospiel entschieden hatte.

Johnson ist weiters Großspender von der Republikanischen Partei und von Donald Trump. Trump war es auch, der Johnson 2017 daraufhin ohne nennenswerte diplomatische Vorerfahrung zum US-Botschafter in Großbritannien nominierte.

In der bereits eingangs erläuterten Konstellation sollte Johnson über Aston Martins F1-Team allerdings keinerlei Einfluss über sportliche Aspekte wie die Fahrerentscheidung haben. Diese leigt ohnehin gegenwärtig nicht in der Hand des Teams, sondern des Fahrers. Fernando Alonso hat ein Cockpit für 2027 sicher - sofern er sich nicht für einen Rücktritt entscheidet. Worüber er immer noch nachdenkt, wie er am Donnerstag in Spa erklärte.