Das Timing hätte nicht besser sein können. Eine Woche nach seinem bislang wohl schlechtesten Formel-1-GP der Saison half Andrea Kimi Antonelli nun die Technik dabei, seinen Vorsprung erneut auszubauen. Inzwischen liegt er 84 Punkte vor George Russell und damit mehr als jemals zuvor in dieser Saison. Sollten nach dem Aserbaidschan-GP irgendwelche Zweifel aufgekommen sein, ob Antonelli seinen Vorsprung über die Linie bringen kann, sind diese damit wohl minimiert.
Freude über diesen Sprung im Titelkampf ließ sich Kimi Antonelli nach seinem inzwischen schon 13. Podestplatz der Saison kaum anmerken, schließlich war der Motorschaden seines Mercedes-Teamkollegen der Grund, warum der Abstand um 18 Punkte angewachsen ist. Auf seine persönliche Leistung war Antonelli dennoch stolz, nachdem er in Baku noch viel Kritik an seiner Vorstellung geäußert hatte.
"Mit der Pace, die wir heute hatten, war P2 das Maximum, das wir erreichen hätten können", ist Antonelli überzeugt. Dabei hatte es nach den ersten Metern durchaus so ausgesehen, als könne der achtfache Saisonsieger erneut in der Mitte des Podiums Platz nehmen. Am Start waren er und Russell nämlich bei Mischbedingungen auf den Intermediate-Reifen förmlich an Max Verstappen vorbeigeschossen.
Antonelli von Max Verstappen beeindruckt: Das machte er viel besser
Doch über die Dauer des Rennens war gegen den vierfachen Formel-1-Weltmeister kein Kraut gewachsen. In der 13. Runde wurde er von Verstappen beim Safety-Car-Restart abgekocht, und das auf eine Art und Weise, die Antonelli schwer beeindruckte: "Es war eindrucksvoll, wie Max den Restart auf trockenen Reifen auf der rutschigen Strecke gefahren ist."
"Er wusste viel besser, wie er das Auto platzieren musste und er hatte ein viel besseres Gefühl für den Grip in diesen ersten beiden Kurven", staunte Antonelli. Danach war Verstappen uneinholbar. Im Gegensatz zu George Russell, der mit dem Niederländer vorbeischlüpfte, aber acht Runden später wieder von Antonelli gestellt wurde. Ein psychologisch wertvolles Überholmanöver, auch wenn es durch den Ausfall von Russell wohl keinerlei Unterschied gemacht hätte.
Das Titelrennen zwischen den beiden Mercedes-Fahrern könnt ihr euch in dieser Grafik im Detail anschauen: Nach dem Spanien-GP war Antonelli 81 Zähler in Front gelegen, nun hat mit dem zweiten Platz seine WM-Führung einen neuen Höchststand erreicht.
Mit 84 Punkten Vorsprung bei noch sieben ausstehenden Rennen ist die Ausgangslage mathematisch ziemlich klar: Antonelli müsste pro Rennwochenende zwölf Punkte auf Russell verlieren, damit dieser im Titelduell noch einmal gleichziehen könnte. Das ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht vollkommen unmöglich. Nur um einmal den viel zitierten Vergleich mit dem Vorjahr zu bemühen: Verstappen machte 2025 in den letzten neun Rennen im Schnitt 12,77 Punkte auf den damaligen WM-Führenden Oscar Piastri gut.
Hat sich Kimi Antonelli für das Formel-1-Wochenende in Malaysia die Bestnote verdient?Das könnt ihr in unserem Fahrer-Voting entscheiden. Benotet dort alle Fahrer und das Rennen in Malaysia:



diese Formel 1 Nachricht