Das verregnete Rennen der Formel 1 in Malaysia hatte durchaus Chancen für Audi und Nico Hülkenberg beinhaltet, sich in die Punkte zu kämpfen. Dabei ist viel passiert. Teils gute Taktiken, teils schlechte, ein teils starkes Hülkenberg-Rennen, doch am Ende wird sein Mut mit einem elften Platz nicht belohnt und Audis bekannte Schwäche bestraft.

Boxenstopps hatte es bei Audi insgesamt reichlich gegeben. Beim eigentlichen Start des Rennens wollten beide Fahrer mit Soft-Reifen pokern, erfassten aber auf den zwei Formationsrunden sukzessive, dass es immer noch viel zu nass war. "Zu ambitioniert", lautet Hülkenbergs Fazit. "In der Vergangenheit trocknete es hier schnell, aber heute hat wohl die Sonne gefehlt."

Mit dem ersten Boxenstopp noch vor dem Rennstart minimierte Audi den strategischen Fauxpas. Umso besser sah sechs Runden später bei der nun abtrocknenden Strecke der aggressive frühe Wechsel zurück von Intermediates auf Slicks aus. Für sechs Kurven. Dann kam ein Safety Car und schenkte Hülkenbergs Konkurrenz allen einen Stopp. Statt belohnt wurde Hülkenbergs wohl richtiger früher Reifenwechsel mit dem Verlust von einem Platz bestraft.

Dass Hülkenberg während dem Safety Car gar seinem Lenkrad zwei ordentliche Schläge mitgab, ist sicher verständlich: "Mann, ich wollte mein Lenkrad fressen! Das war mies. Ich fühlte mich mutig, wie ein Held, es schien bis Kurve sechs gut zu klappen, dann kommt das Safety Car."

Audi verliert wieder einen Formel-1-Punkt vor der Ziellinie

Nach diesem Safety Car wurde nun im Trockenen Audis bekannte Topspeed-Schwäche das Problem. Hülkenberg schloss zu Arvid Lindblads Racing Bull auf, kam aber einfach nicht vorbei. Nach einem weiteren Boxenstopp in Runde fiel er hinter die noch ohne Stopps fahrenden Aston Martins sowie hinter Esteban Ocon zurück, zeigte mit besseren Reifen aber auf. Stroll und Ocon erledigte er mit einem spektakulären Doppel-Manöver in Kurve 4, Lindblad trieb er in einen Fehler in Kurve 1.

Hülkenbergs Jagd Alonso wurde jedoch von einem weiteren Safety Car zunichte gemacht. Zwar spülte ein Ausfall von George Russell weiter vorn ihn kurz auf den zehnten Rang. Aber der späte Restart legte den fehlenden Audi-Topspeed erneut offen. "Da bist du exponiert", gesteht Audi-Rennleiter Allan McNish. Jetzt ohne Reifen-Vorteil, konnte sich Hülkenberg dem überlegenen Topspeed von Lindblads Racing Bull nicht mehr erwehren.

Zu Beginn der letzten Runde ging Lindblad wieder vorbei und warf Hülkenberg aus den Punkten. "Etwas frustrierend, zwei Rennen hintereinander kurz vor Schluss überholt zu werden", ärgert sich McNish. In Baku hatte Hülkenberg drei Runden vor Schluss den letzten Punkt an Carlos Sainz verloren. Keine Folgen hatte für Audi auch, dass man wie viele andere Opfer eines Software-Bugs bei den Power Units wurde. Was hinter der Farce vor dem Rennstart steckte, gibt es hier: