Die Formel 1 kehrt nach 45 Jahren wieder in die spanische Hauptstadt zurück: Erstmals seit dem Großen Preis von Spanien 1981 auf dem Circuito del Jarama ist Madrid wieder Gastgeber eines Grand Prix. Der 5,416 km lange Stadtkurs rund um das Messegelände IFEMA und Valdebebas ist die erste neue Strecke im Rennkalender seit Las Vegas 2023.
Den Aussagen von Fahrern und Teamchefs zufolge verspricht das Layout maximales Spektakel. Williams-Pilot und Lokalmatador Carlos Sainz, der im Mai als erster F1-Pilot überhaupt in einem Ford Mustang eine Runde um den damals noch nicht einmal final asphaltierten Madring absolvierte, verglich den Kurs hinsichtlich seiner Anforderungen mit Macau.
"Das in einem Formel-1-Auto zu fahren, mit tausenden PS, wird eine ziemlich interessante Herausforderung sein." Auch Williams-Teamchef James Vowles unterstreicht die Charakteristik: "Es ist eine Strecke, wie es sie derzeit im Kalender nicht gibt. Allein dadurch besitzt sie schon einen einzigartigen Charakter." Der Madring kombiniert öffentliche Straßen mit eigens für die Rennstrecke gebauten Abschnitten zu einem technisch anspruchsvollen Hybrid-Stadtkurs.
Track Guide: So verläuft eine Runde auf dem Madring
Nach dem Überqueren der Start-Ziel-Linie beginnt die Runde mit einem kurzen Sprint auf Kurve 1 zu. Eine flüssige Rechtskurve leitet die Anfahrt auf Kurve 3 (Hortaleza) ein. Hier biegen die Fahrer auf die öffentlichen Straßen ein. Es folgt die längste Gerade des Kurses. Durch Kurve 4 geht es mit Vollgas, wobei die Boliden Top-Speeds von bis zu 337 km/h erreichen sollen. Eine harte Bremszone bietet hier eine Chance für Überholmanöver, ehe die Strecke unter der Autopista hindurchführt.
Nun beginnt der erste spürbare Anstieg der Runde, der in Kurve 8 (El Búnkera) mit einem blinden Scheitelpunkt gipfelt. Ab hier wechselt das Layout von der Straßenpassage auf den permanent gebauten Streckenabschnitt. Nach der Schikane steuern die Piloten auf die größte Herausforderung des Madring zu: Kurve 12 (La Monumental). 45.000 Fans können auf der Tribüne verfolgen, wie die F1-Boliden durch den 550 Meter langen arenaartigen Abschnitt rasen. Verschiedene Fahrlinien ermöglichen hier Rad-an-Rad-Duelle auf engstem Raum.
La Monumental im historischen F1-Vergleich:
- Avus (Berlin, historisch): ~43°
- Monza (historische Steilwand): ~37°
- Nürburgring (Caracciola-Karussell): ~20°
- Zandvoort (Hugenholtzbocht): ~19° (~34 %)
- Madring (La Monumental): ~13,7° (24 %)
66 Tage vor dem ersten Rennen in Madrid drehte Ferrari auf dem neuen Madring die ersten Runden. Die ersten Bilder und Videos gibt's hier:
Eine harte Bremszone beendet La Monumental. Es folgt eine schnelle Kombination flüssiger Vollgas-Kurven, ehe vor Kurve 17 erneut hart verzögert werden muss. Durch einen weiteren Tunnel geht es bei Norte zurück in Richtung IFEMA-Messehallen. Entlang der Hallen rücken die Betonmauern nah an die Ideallinie heran. Dieser engste und langsamste Abschnitt führt an der Boxeneinfahrt vorbei in die letzte Kurve, El Parque (benannt nach dem angrenzenden Parque Juan Carlos I). Von hier geht es zurück auf die Start-Ziel-Gerade.
Da der Kurs neu im Kalender ist, greifen die Teams im Vorfeld fast ausschließlich auf Simulationsdaten zurück. Aston Martins Chief Trackside Officer Mike Krack meint zur Charakteristik: "Es ist eine Strecke, die sich im Laufe des Wochenendes durch den Gummiabrieb stark weiterentwickeln wird. Nach unseren Daten ordne ich sie vom Charakter her irgendwo zwischen Dschidda und Monaco ein. Die Mauern stehen sehr nah und es gibt absolut keinen Spielraum für Fehler."
Wie kompromisslos der Kurs ist, zeigte sich bereits bei der Generalprobe im Rahmen eines Formel-3-Tests: In zwei Tagen gab es 19 Rote Flaggen, drei beschädigte Chassis und sechs gebrochene Aufhängungen. Williams-Chef James Vowles fasste es treffend zusammen: "Das ist eine Strecke, die Autos zerstören kann – das wird extrem spannend."
Madring: Die wichtigsten Daten und Fakten zur Formel-1-Strecke
- Streckenlänge: 5,416 km
- Kurven: 22 (10 Links-, 12 Rechtskurven)
- Rennrunden: 57
- Renndistanz: 308,524 km
- Durchfahrtszeit Boxengasse bei 80 km/h: 25 Sekunden
- Bremsvorgänge (>2G): 7
- Bremsenergie: hoch
- Top-Speed (erwartet): 337 km/h
Die Premiere für Madring bedeutet für Barcelona zwar nicht das endgültige F1-Aus, doch jedes Jahr wird die Königsklasse nicht mehr kommen. Mehr dazu hier:



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